Themen:
Inspiration, Überlegtes, Reflexion, laut gedachtes, …

Im Fernsehen ging es vorgestern Abend in einer Reportage unter anderem um die Weihnachtsmärkte, die in manchen Regionen Deutschlands ja stattfinden durften. In einem Beitrag kamen die drei Betreibergenerationen einer Grillbude zu Wort. Die resolute Seniorchefin sagte beim Schinkenbratenschneiden etwas à la „Wir haben in der Vergangenheit schon einiges weggesteckt, aber Corona ist besonders hart. Irgendwie werden wir es schon schaffen“ dreht ihr Gesicht von der Kamera weg und lächelt einen Kunden an. Ihr Wunsch? „Dass die Ungeimpften ihre Meinung ändern, damit es bald besser werden kann.“ Ihr Sohn hat keinen Eindruck bei mir hinterlassen. Dann kommt der Junior-Chef beim Hähnchen braten: „Hoffentlich wird bald alles so wie früher. Arbeiten wie früher, ohne Maske, mal wieder mit der Freundin in den Urlaub fahren…“, lässt er den Satz auslaufen. Und fügt dann an: „Mein Wunsch ist, das alles wieder so wird wie früher“. Es hat ein bisschen gedauert, bis mir klar…

Vermisst du das neue-Leute-Kennenlernen auch so? Und das mal-wieder-in-größerer-Gruppe-treffen? Die sinkende Inzidenz- und steigende Impfquote geben Anlass zur Hoffnung, dass Formate wie gemeinsames Kochen/Essen bald wieder möglich sind. Hier eine „Spezialvariante“, die Doro und ich über mehrere Jahre in der Cottastraße (daher der Name :)) gepflegt haben. Viel Spaß beim Ausprobieren und Anpassen! Da gibt es die Studienfreunde, die Kletterfreunde, die Kollegen aus Job x, die aus Job y, die Sport-z-Kollegen und … noch so viele andere spannende Menschen, die man treffen könnte! Nur wann und wie? Wir haben festgestellt: beim Zusammenbringen verschiedener Freundes- und Kollegenkreise zieht vor allem … Essen! Für mich ist es ein großer Gewinn, wenn ich im Gespräch mit anderen Freunden nicht von „meinem einem Kletterpartner“ sprechen muss, oder von „der Kollegin, die so toll singt“, sondern von Jan und Magda. Und wenn Jorge und Lisa, nachdem wir gemeinsam Skifhahren waren, jetzt Radtouren zusammen planen, werde…

Vorabnotiz: Eigentlich sollte es in diesem Artikel ausschließlich um die Konnektoren im Gladwell’schen Sinne gehen. Dann hat es mich aber wieder gepackt und es wurde umfangreicher… Ich stelle zunächst seine Grundidee vor und gehe dann auf die Konnektoren ein. Interessiert dich der vorherige Teil nicht, dann scrolle einfach bis zu den Connectors. Manche Bücher sind einfach besser als andere… Malcom Gladwells Buch Tipping Point (habe ich ja auch schon in den Lesetipps für den Balkon erwähnt) hat mir viele neue Perspektiven darüber aufgezeigt, wie und warum sich Dinge (nicht) bewegen. Die folgende Typologie ist ein Mini-Ausschnitt aus dem Buch. Er beschreibt drei verschiedene Menschentypen – idealerweise hat man alle Ausprägungen im Freundes- und Familienkreis. Denn sie erledigen mit Freude das, was dir schwer fällt und machen unser Leben dadurch einfacher und besser. Und, wenn sich etwas verändern soll, dann lohnt es sich, sie gemäß ihrer Change-Maker-Eigenschaften einzusezten. Mavens, die „Auskenner“,…

Wenn das „oooooohhhh“ als Antwort auf „ich bin verkatert, ich glaube, ich kann keine gesprungenen Kniebeugen machen“ kein (Pseudo-)Mitleid ist, sondern Neid, dann ist gerade Corona-Winter. Neid auf einen schönen (illegalen, da mit zwei Freundinnnen) Rotweinabend. So weit ist es gekommen. Wie ausgehungert wir sind nach mehr Kontakt. Selbst ich freue mich mittlerweile riesig auf das erste Mal Essen gehen. Und noch mehr darauf, zum ersten Mal zu viert oder zu fünft wandern gehen zu dürfen. Sowieso: „dürfen“. Jaja, ich weiß, die „Hätte mich einer vor einem Jahr gefragt“-Geschichte ist ausgelutscht, aber es wird einfach immer verrückter. Dass wir alle Masken tragen werden, das konnte ich mir nicht vorstellen. Geschweige denn FFP2-Masken, wie es seit Februar in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht ist. Und dass wir eine Ausgangssperre ab 20 Uhr (in BW) akzeptieren würden!? ZWEI MONATE LANG?! Ein Jahr Corona. Gut, dass wir keine Ahnung hatten was kommt. Als…

Es ist verrückt und kaum zu glauben, aber es ist schon zwei Jahre her, dass ich zu meiner Reise nach Nepal und Indien aufgebrochen bin (und diesen Blog gegründet habe, by the way)! Und ich zehre immer noch sehr von dieser Reise. Jedes Mal, wenn ein Erinnerungsfetzen aus einem nichtigen Anlass in mein Bewusstsein kommt, zelebriere ich ihn. Sprich: gebe ihm Raum, sich mit allen Details, Farben, Gerüchen und Geräuschen in meinem Kopf auszubreiten. Herrlich. Eine Mini-Reise. Bin ich froh, dass ich mich damals dafür entschieden habe. Diese Reise wäre nicht für jeden das Richtige gewesen, aber ich wusste: ich muss das machen. Und (och man, schon wieder Corona) gerade in Zeiten, in denen selbst unsere Nachbarländer mit Reisewarnungen belegt sind und an eine Fernreise nicht zu denken ist, muss ich zwei Dinge loswerden. Und der Tritt in den Hintern gilt für mich (mindestens) genauso wie für euch: Ergreife jede…

Am Wochenende hatte ich meine Kontakte per WhatsApp-Status nach ihren Corona-Bullshit-Bingo-Begriffen gefragt. Das ist die Liste: ToilettenpapierHomeofficetippsnur ne GrippeDesinfektionsmittelMaskeTelko / Viko / seht-ihr-meinen-Bildschirm / könnt-ihr-mich-hören / schlechte-VerbindungDie neue Normalität / The new normal#wirbleibenzuhausesocial distancingRKIReproduktionsrateChinaTrumpHelden des Alltags „aufgrund der aktuellen Situation“ Jupp, die kommen tatsächlich alle häufig vor und man kann sie kaum noch hören. Außer Helden des Alltags, da bin ich von Deutschland enttäuscht. Meine sind übrigens all die jungen Familien, die seit Monaten ihre Vollzeitjobs & rund-um-die-Uhr-Kinderbetreuung ZU HAUSE ohne Großeltern meistern. Kindergärten und Kitas müssen wieder aufmachen dürfen! Und die – natürlich nicht vollständige und repräsentative – Liste zeigt: Die erste Panik-Phase ist vorbei, über den Lockdown sind wir gedanklich schon fast hinweg. Dabei geht es ja gerade erst los mit den Lockerungen in Bezug auf Kontakte (es dürfen sich zwei Haushalte treffen), und der Wiedereröffnung von Restaurants, Läden und Schulen. Das zeigt wieder, wie schnell man sich an…

„Spannende Zeiten – große Herausforderungen“ war im Team zu Start-Up Zeiten ein geflügeltes Wort. Natürlich verknüpft mit Action und durchaus auch mit Aktionismus. Und jetzt? Ist es auch spannend. Zu Hause sitzend. Ich weiß definitiv nicht am Besten, was wir jetzt tun sollten. Ich bin aber höchstgradig fasziniert davon, wie schnell sich das Gefühl für Realität ändert. Deshalb – und vor allem, weil wir es bald schon nicht mehr nachvollziehen können werden, egal wie es ausgeht – eine persönliche Corona-Historie. Bis heute. Der Tag, an dem die EM um ein Jahr verschoben wird und kein Aufschrei erfolgt. Vor zwei oder drei Wochen wäre das noch undenkbar gewesen. Das erste Drittel des Jahres habe ich mit Lernen und Erledigungen für unterschiedliche Kurse und Fortbildungen zu Hause verbracht. Und mich auf Skitouren im März und vielleicht April gefreut. Und dann Fernradtouren geplant. Und Klettern in Italien, dann Urlaub in Griechenland, …Von fast…

„Es hat mein Leben verändert“, erzählt eine Bekannte mit leuchtenden Augen als sie mitbekommt, dass ich mich zu einem Vipassana-Kurs angemeldet habe. Mehr sagt sie nicht, ich soll alles andere selbst herausfinden. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich nicht viel über mein Vorhaben, außer: ich lasse die Gesellschaft 10 Tage hinter mir, darf nicht reden, meditiere zwischen Wecken um 4 und Programmende um 21 Uhr jeden Tag netto 10 Stunden, es gibt zwei einfache vegetarische Mahlzeiten und als Abendessen (ein Stück) Obst. Kein Handy, nicht lesen, nicht schreiben, kein Sport, das Kursgelände darf nicht verlassen werden. Meine Uhr habe ich auch abgegeben. Klingt nach Urlaub, oder? Warum tut man sich das an? In meinem Fall: seit Indien fasziniert mich, was man mit Meditation für den Geist alles erreichen kann. Theoretisch. Praktisch habe ich mir sehr schwer getan. „Dann probiere ich es in einem Bootcamp – danach läuft es, oder es ist…

Einer meiner Bergfreunde sagte am vergangenen Wochenende, während wir auf der Sonnenterrasse einer Alpenhütte saßen und genüsslich den in Vanillesoße schwimmenden, hausgemachten Apfelstrudel löffelten: „Ein Klettersteig ist nie extrem. Man ist ja immer gesichert.“ Von besagter Terrasse blickt man auf einen wunderbar aussehenden Klettersteig (sofern man den Blick vom Apfelstrudel hebt). Und vor ein paar Augenblicken ist eine Zweiergruppe nach den ersten Metern Fels wieder umgekehrt. Nun ist die Apfelstrudel-Klettersteig-Situation natürlich ähnlich wie die bei Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft – da sitzen auch Millionen perfekt geeigneter Trainer auf dem Sofa vor den TV-Geräten… Wir fragten also zurück: „was ist denn dann extrem?“ Die Free Solo Besteigung des El Capitán von Alex Honnold zum Beispiel, war seine Antwort. Logisch. Mehr als das geht auch nicht… 1.000 Meter vertikale Wand ohne Seil und ohne Sicherung zu klettern, das ist wirklich so verrückt, dass ich auch beim nochmaligen Ansehen des Dokumentar-Trailers schwitzige Hände…

„Oh, eure Wohnung ist ja … wirklich … SCHÖN!!“, haben wir schon öfter als einmal gehört, wenn Freunde oder Bekannte zum ersten Mal unsere…