Oh, wie herrlich die Sonne diese Woche scheint! Es kann also losgehen, mit Kaffee & Kuchen auf dem Balkon. Und mit in-der-Sonne-Lesen – auf Spazieren gehen hat ja langsam keiner mehr Lust… Hier ein paar meiner Empfehlungen, ich freue mich auf eure!

PHÄNOMENE: The Tipping Point von Malcom Gladwell

Warum (und wie) zum Beispiel konnten Birkenstocks auf einmal so hip werden, dass sie auf einmal Birkis heißen, mit denen man nicht nur zum Kindi und auf den Spieli geht, sondern sogar arbeiten? Nachdem sie jahr(zehnt)elang dieses angestaubte Gesund-Image hatten, das per se kein gutes Attribut ist, wenn man ein Fashion-Item sein will. Das Beispiel wird im Buch nicht beschrieben, aber nach der Lektüre kann man es sich sehr gut vorstellen. Sehr spannend war das Beispiel, wie New York es in den Achzigerjahren geschafft hat, mit einer Sauberkeitskampagne das Gewaltproblem in den Griff zu bekommen. Genau, das eine hat auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Aber es ist der eingeworfene-Scheiben-Effekt: Solange ein verlassenes Haus intakt ist, bleibt es das auch. Wenn jedoch die erste Fensterscheibe eingeworfen wurde, dann folgen die anderen sehr schnell.

Und davon kann man Tipps fürs Erreichen von gewünschtem Verhalten oder auch Maßnahmen ableiten, die anderes Verhalten möglichst verhindern. In jedem Kontext. Sollten alle lesen, die sich mit Digitalisierung, Kulturwandel, etc. beschätigen oder die ihr Umfeld von neuen Ideen begeistern wollen. Und alle, die im Marketing arbeiten.

Die reine Idee des Tipping Point kann man sich durchaus unterhaltsam beim Dancing Guy anschauen (als Leadership-Beispiel finde ich es nur mittel sinnvoll)

DE: Tipping Point: Wie kleine Dinge Großes bewirken können | EN: Tipping Point: How little things can make a big difference

AUSSERHALB DER KOMFORTZONE: Eingefroren am Nordpol von Markus Rex

Ein Jahr lang ist die Polarstern, ein beeindruckendes Forschungsschiff in der Arktis unterweges gewesen. Unterwegs ist relativ: der Plan (und das ist auch gelungen) war, sich an einer Scholle festfrieren zu lassen und „einfach“ mitzudriften. An Bord über 100 Wissenschaftler, die einen bisher nicht dagewesenen Schatz an Daten zum Klima zusammentragen haben (ich wusste nicht, dass man Meereisphysikerin von Beruf sein kann). Das ist das Logbuch des Kapitäns und man bekommt einen Einblick in die Probleme, die man selbst wahrscheinlich nie haben wird, die dort aber überlebenswichtig waren: Kann man bei -40 Grad noch draußen arbeiten? Wie hält man Eisbären und Crew weit voneinander entfernt? Wie erkenne die perfekte Eisscholle an der das Schiff sicher driften kann? Wie sorge ich für gute Stimmung an Bord?

Die einzelnen Tageseinträge sind relativ kurz, also perfekt, um das Buch immer wieder sinken zu lassen und in eine spannende Nicht-Alltagswelt wegzudösen.

INSPIRIREND: Becoming von Michelle Obama

Also ja, der zweite Teil, in dem es um ihre Zeit im Weißen Haus geht ist… ganz okay. Das ein oder andere nette Detail erfährt man, aber da ist das spritzige und einhakende weg.

Der erste Teil nämlich, vom Chicagoer Mädchen bis zur First Lady, den fand ich sehr beeindruckend. Wie es ist, aus einer schwarzen Arbeiterfamilie zu kommen und in einem Viertel aufzuwachsen, dessen soziale Probleme eher zunehmen – dass liegt außerhalb meines Vorstellungsvermögens. Sie beschreibt es aber sehr gut. Genauso wie den Weg in ihre Jobs, ihren Antrieb, ihre Selbstzweifel. Zweifel gab es beim Kennenlernen von Barack übrigens nicht, aber danach ging es durchaus weiter. Sie erzählt unaufgeregt von in-vitro-Behandlungen, aber intensiv, was es mit ihr gemacht hat. Und wundert sich immer noch, wie sie als extrem sicherheitsbedürfiger, ordnungsliebender Mensch mit so einem Chaoten an ihrer Seite glücklich sein kann.

Ein Buch, das man wegen des Inhalts lesen sollte.

RAUS!!!: Fräulein Draußen von Kathrin Heckmann

Dieses Buch sollte man wegen der Sprache lesen.

Kathrin ist ungefähr so alt wie ich. Und wie ich hat sie dieses „Draußen“ relativ spät für sich entdeckt (was man so nicht sagen kann, weil wir ja noch jung sind), also so im Erwachsenenalter. Im Gegensatz zu mir hat sie es so erfolgreich zum zentralen Themas ihres Blogs gemacht, dass sie schon einige Jahre davon lebt. Kein Wunder, so virtuos und wunderbar wie sie schreibt. Ich muss neidvoll anerkennen: davon bin ich weit entfernt.

Jetzt ist sie unter die Autoren gegangen. Beim Buch geht es mir wie beim Blog – nicht alle Geschichten finde ich super spannend (da sind wir uns vielleicht zu ähnlich :)), aber es ist IMMER IMMER toll geschrieben.

SELBSTFINDUNG: Start with WHY von Simon Sinek

EN: Start with why | DE: Frag immer erst WARUM (genialokal)

Wahrscheinlich sollte man noch warten, bis Simon die Überarbeitung veröffentlicht hat und weniger Apple als Beispiel vorkommt ;). Trotzdem, ich fand es augenöffnend, als ich es vor einigen Jahren zum ersten Mal gelesen habe.

Er sagt, dass die erfolgreichen Führungspersönlichkeiten und Organisationen deswegen so erfolgreich sind, weil sie wissen WARUM sie machen, was sie machen. Heißt, sie sind sich ihrem Antrieg, ihren Werten oder – wie es mittlerweile so schön heißt – ihrem Purpose bewusst und stellen den in den Mittelpunkt. Auch und vor allem in der Kommunikation. Das macht den Unterschied. Finde ich plausibel.
Außerdem kommt der Tipping Point vor, das gefällt mir auch 🙂

Das kann er aber viel besser erklären, deshalb hier der Link zum TED-Talk (deutsche Untertitel verfügbar)

WENN ES BIS ZUM SOMMER REICHEN SOLL: Sapiens von Yuval Harari

Hatte ich schon in meinen Nachhaltige nicht-Amazon Weihnachtsgeschenken beschrieben.

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