Aus meinem Tagebuch Gebärmutterentfernung: Die OP und die erste Woche danach weißt du schon, wie es mir (er)ging. Drum herum gibt es Tipps und Themen, die ich gerne vorher gewusst hätte. Damit deine Gebärmutterentfernung Vorbereitung einfacher ist und du im Krankehaus nichts vermisst, hier also ein paar Infos:

TIPPS – Wie kann ich mich gut auf die Hysterektomie vorbereiten?

  • Die Leitlinie für Gebärmutterhalskrebs-Patientinnen HIER kostenlos herunterladen und lesen. Die Ärzte (Gyn und im Krankenhaus) ALLES fragen.
  • So bescheuert es klingt: Ich bin so glücklich, dass ich vorher Fenster geputzt habe. Habe mich sehr am freien Blick erfreut
  • Eine aufgeräumte und geputzte Wohnung verhindert auch, dass man „nur kurz“ X von A nach B räumt etc., obwohl X zu schwer zum Heben/Tragen ist.
  • Einkaufen (lassen): ich wollte einen gefüllten Küchen- und Kühlschrank haben, bevor ich ins Krankenhaus gehe, damit ich nicht alles outsourcen muss. Kleine Einkäufe gingen ab Tag 3. Die erlaubten fünf Kilo Gewicht sind aber schnell erreicht (mit dem Auto zum Einkaufen fahren ist keine Lösung, auch da muss es in die Wohnung getragen werden…)
  • Hatte mir meine Krankenecke zu Hause schon vorher eingerichtet. Mit den Büchern, die ich lesen möchte, der Kuscheldecke etc.
  • Überleg dir, wie du dich ernähren möchtest. Nachdem ich schon mit Extra-Kilos aus der Elizeit zurückgekommen bin, wollte ich auf keinen Fall weiter zunehmen. Und das ist, wenn man auf dem Sofa liegt statt Sport zu machen, nicht unbedingt einfach… Ich habe alle Süßigkeiten verbannt (und das meinem Besuch auch gesagt) und nur drei Mahlzeiten pro Tag gegessen. Als Highlight habe ich mich schön zu Kaffee & Kuchen verabredet. Keine Süßigkeiten, selbstgekochtes Essen und kein Alkohol ergeben in Summe: die beste Haut seit Jahren.
  • Beim Warten auf das Anästhesiegespräch habe ich eine Broadcast-Liste bei WhatsApp eingerichtet, weil ich schon wusste, dass ich mich über WhatsApp-Befindensnachfragen freue, aber im Krankenhaus keine Lust haben werde zu antworten. Habe in einer Nachricht alle wichtigen Menschen über den OP-Verlauf informiert. 
  • Nach der OP habe ich bereut, dass ich in den Monaten vorher das Bauch- und Rückentraining vernachlässigt habe. Wenn noch Zeit ist: intensiviere dein Training – das beugt den Rückenschmerzen danach vor und du erholst dich schneller. Elisabeth empfiehlt (auch für danach) die 30 Tage Yoga Serie mit Travis Eliot.
  • (Nachtrag:) ab Minute 11:09 ( im Podcast Frauenstimmen) berichtet Melanie Wolters von einer Studie an HerzpatientInnen, die sich schneller/besser erholen, wenn sie sich vor der OP mit psychologischer Unterstützung konkrete Genesungs- und Zukunftsziele gesetzt haben (Was möchte ich 1 Woche / 1 Monat / 6 Monate nach der OP (wieder) machen (können)? Was tue ich, um das Ziel zu erreichen?). So konkret habe ich das nicht gemacht (nur in Ansätzen), mir scheint das Vorgehen aber sehr sinnvoll/hilfreich. Und ich vermute, dass das auch ohne PsychologIn und statt dessen mit PartnerIn oder einer Freundin oder ChatGPT funktioniert. Wichtig nur: schriftlich fixieren!!
    Bei der Uni Marburg (die die Studie durchgeführt hat) klingt es medizinischer: „Placebo Effekt hilft nach Herzoperationen“
    „So richtig“ hat das übrigens Eva gemacht – sie hatte die Weltreise nach der OP schon geplant…
  • Verschenke bzw. brauche noch nicht alle Binden auf. In den ersten Wochen, wenn die Wundsekrete ausfließen, brauchst du eventuell noch mal welche. Einige Frauen, wie z.B. Diana, haben auch nach der Hysterektomie noch eine leichte Monatsblutung.
    (Und ein paar Tampons habe ich glücklicherweise in selten benutzten Taschen auch noch gefunden. Mir tut es immer so leid, wenn ich von anderen Frauen angesprochen wird, ob ich „was“ dabei habe und nicht aushelfen kann.)
  • Das Buch Meine (Ex-)Gebärmutter von Isabel Reusser hat Marlene sehr geholfen. Vielleicht auch dir?
  • Sofern du alleine wohnst und/oder Kinder unter 12 Jahre zu versorgen hast, zahlt dir die Krankenkasse eine Haushalftshilfe für die Wochen nach der OP. Das hat Eva genutzt.
  • Katja hat einen sehr zeitgemäßen Tipp: ChatGPT! Unter der Vorraussetzung, dass du gut/sinnvoll promptest, hast du einen geduldigen, erfahrenen und immer verfügbaren Fragen-Beantworter in deinen Händen.

PACKLISTE – Was nehme ich mit ins Krankenhaus?

(unter Vorbehalt, ich kann natürlich nur für mein Krankenhaus und meinen Aufenthalt sprechen)

  • Es gab bei mir fünf Sorten oder so zur Auswahl, aber wer Lieblingstees hat, bringt die am besten mit
  • Ein Handtuch (ich hab im Krankenhaus keins bekommen)
  • Wer empfindlich schläft, sorgt am besten vor: Augenbinde, Ohrstöpsel, eigenes Kopfkissen
  • Das Bettlicht war so hell, dass es das ganze Zimmer erleuchtet hat. Wer gerne nachts noch liest und die Nachbarin nicht stören will, nutzt das die Taschenlampe im Handy oder eine Stirnlampe. Oder bringt einen E-Reader mit
  • Das Radio-/Fernsehangebot ließ sich über Kopfhörer mit 3,5mm Klinken-Stecker hören. Wer einen hat und das Medienangebot nutzen möchte: einpacken. Das labberige Krankenhaus-Teil macht wenig Spaß (irgendwann muss das doch auch über Bluetooth gehen?!)
  • Kopfhörer, Podcasts, Bücher, … – mehr als du denkst zu brauchen. Je nach Stimmung greifst du dann zum Krimi oder zur Biografie
  • Klamotten: Hose und Unterhose, die möglichst weich/locker am Bauch liegen (und nicht auf den Wunden) – also entweder besonders tief oder besonders hoch. Auch obenrum: Schlabber ist angenehmer. Wenn das Wetter es zulässt ist ein locker sitzendes Kleid perfekt

ENDOMETRIOSE – jede 10. Frau ist betroffen

Die eigene Erfahrung „fehlt“ mir, der Erfahrungsbericht von Sabrina oder auch der Text von Diana zeigen mir jedoch: da müssen wir mehr drüber wissen!

  • wenn deine Periode / Zyklus schmerzhaft bis unerträglich ist – lass dich nicht von ÄrztInnen abweisen. Das ist nicht nicht normal. Such dir eine(n) andere(n) bzw. eine Zweitmeinung! Sofern du mit Schweizerdeutsch klarkommst, kann ich die Podcastfolge von SmartHer empfehlen: „Tabuthema Endometriose: Man hat das Gefühl innerlich zu platzen“ (Spotify)
  • Die Endometriose Vereinigung erklärt: „Was ist Endometriose“. Die Seite enthält Erfahrungsberichte, fundierte Infos, Listen mit spezialisierten Behandlungseinrichtungen.
  • Schon bei Verdacht auf Endometriose könnt ihr euch die App www.endometriose.app verschreiben lassen. Sie hilft, den Alltag zu managen und unterstützt mit speziellen Tipps für Ernährung, Sport, …
  • Sabrina (Link zu ihrem Erfahrungsbericht) ist nach der Diagnose einer Selbsthilfegruppe beigetreten – das hat ihr sehr geholfen. Gefunden hat sie die auch über die Endometriose Vereinigung.

(SONDER-)RECHTE BEI KREBS – Worauf habe ich Anspruch?

Ich habe mich damit gar nicht beschäftigt und das sind nur die rudimentären Informationen von der Sozialstation-Mitarbeiterin. Wenn du betroffen bist: frage bei deiner Station nach oder wende dich z.B. an die Frauenselbsthilfe Krebs.

  • Angebote die wie Naturheilkundliche Behandlung – oder das, was vor Ort angeboten wird.
  • Ein psychoonkologisches Gespräch (wenn gewünscht): Sofern das Krankenhaus das nicht aktiv anbietet: Nachfragen!!
  • Als Krebspatientin hast du nach Abschluss der Therapie das Recht auf eine dreiwöchige Reha. Die Sozialarbeiterin hatte schon eine Liste mit Kliniken dabei und hat mich auf die Fallstricke bei der Beantragung hingewiesen (dafür ist die Rentenkasse, nicht die Krankenversicherung, zuständig…)
  • Anspruch auf einen (Schwer-)Behindertenausweis. Die Diagnose Krebs* reicht für einen Behinderungsgrad von 50%. Je nach Fall auch für mehr. Das gilt nicht nur, während man Krebs hat. Weil per se eine „Heilungsbewährung“ von fünf Jahren angenommen wird, wäre das auch die Geltungsdauer des Ausweises. Das gilt ab dem Tag, an dem der Krebs entfernt wird. Neben vergünstigten Eintritten bedeutet das auch fünf Tage mehr Urlaub und Steuererleichterungen.**

* übrigens auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel Rheuma, schwere Gesichtsneuralgien, Parkinson, Migräne, Epilepsie, Tuberkulose, Herzerkrankungen, Demenz und Alzheimer

** ich finde es gut und richtig, dass es diese Möglichkeit gibt. Für mich bin ich zum Schluss gekommen, dass ich als gut verdienende und nie-richtig-Krebs-gehabt-Habende keinen Anspruch und keine Notwendigkeit habe.

Habe ich etwas vergessen? Möchtest du etwas ergänzen? Hast du Fragen? Melde dich gerne per Mail bei mir!

Weitere Posts zum Thema Krebs/Hysterektomie:
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Ein Plädoyer für den offenen Umgang mit Krankheiten
> Vorbereitung und Tipps für deine OP
> Gebärmutterentfernung I: Die OP und die erste Woche danach
> II: Schnell wieder fit werden
(Wochen 2-9)
> III: ein (halbes) Jahr später

> in der Vorbereitung auf die Seven Summits Stubai erzähle ich genauer, wann ich wieder wie große (Berg-)(wander-)Touren unternehmen konnte
> Auf Erfahrungsberichte Hysterektomie findest du Berichte von anderen Frauen


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4 Comments

  1. Danke für deine Berichte. Bin in ein paar Tagtn dran. Ohne Krebsgeschichte. Dachte irgendwie, ich werde schneller wieder fit!!! Aber du hast mich gerade auf den Boden der Tatsachen geholt🤣
    Nix, mit 2 Wochrn krank u dann 4x10Tage/Woche arbeiten.

    • Hi, ich würde dir so ne schnelle Genesung ja wünschen, so ist es nicht! Aus eigener und fremder (..> elisuperschnelli.com/erfahrungsberichte-hysterektomie/) Erfahrung, muss ich aber sagen: Das wird sehr wahrscheinlich nichts 🫠. Wünsche dir ne gute OP und viel Geduld für danach 😉🤞

  2. Hallo Eli, danke für deine ausführliche und lustige Art wie du geschrieben hast. Ich bin erst in 2 Monaten dran (wegen Inkontinenz)aber zackizacki ist es soweit. Habe schon ziemlich Angst. Ist meine erste OP in meinem Leben. Das schwierige dabei ist für mich, solange nichts machen zu dürfen. Ich muss immer in Bewegung sein. Naja,gibt schlimmeres. Du kannst auf dich stolz sein, das du trotzdem so positiv unterwegs bist. Lg jana
    Danke

    • Liebe Jana,
      uiiii ja, die Angst vor der OP und dem Nichtstunkönnen kann ich gut nachvollziehen. Aus der Retrospektive der vielen Erfahrungsberichte denke ich: Viele Hysterektomie-Patientinnen haben so eine lange Leidensgeschichte, da ist die Genesungszeit wirklich ein Klacks dagegen und bringt aber eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität… Ändert nichts dran, dass es zwischendrin nervt, aber vielleicht hilft es, das „große Ganze“ im Blick zu behalten?
      Drücke dir die Daumen und wünsche dir alles Gute,
      Eli

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