[Gastbeitrag] Mein Name ist Verena, ich bin 36 Jahre alt und wohne in Mittelfranken. Seit 19 Jahren bin ich nun glücklich mit meinem Mann zusammen, davon 11 Jahre verheiratet und gewollt kinderlos.
Diagnose und Entscheidung für LASH-OP
Ich hatte seit ca. 1,5 Jahren starke Blutungen sowie starke Schmerzen während der letzten Tage der Periode, sodass ich im Juli 2025 zu meinem Frauenarzt ging, um dies abklären zu lassen. Die Schmerzen wurden mit der Zeit immer schlimmer. Ich wusste gar nicht mehr, wie ich den Tag oder auch die Nacht ohne starke Schmerzmittel durchstehen sollte. Zudem hatte ich mit immer größeren Kreislaufproblemen, Schüttelfrost und Durchfall etc. zu kämpfen.
Bis dahin dachte ich, dass dies normal sei, da ich es als Jugendliche auch nicht anders kannte, bis ich mit 16 Jahren anfing hormonell zu verhüten, wodurch es deutlich besser wurde.
Jetzt, 18 Jahre später, wurde es als ich die Verhütungsmittel absetzte, von Periode zu Periode schlimmer. Mein Frauenarzt erklärte mir, nachdem er mittels Vaginalultraschall auch Veränderungen innerhalb der Gebärmutter sah, dass es sich höchstwahrscheinlich um Adenomyose handelte (was ist das?) und es nun drei Möglichkeiten zur Behandlung gab: Mönchspfeffer (versuchte ich über 4 Monate lang, aber es gab keine Verbesserung), Hormone (wollte ich absolut nicht mehr, da diese bei mir auch andere Nebenwirkungen hervorriefen) und eben die LASH-OP.
Da ich doch noch relativ jung bin, habe ich mir eine gewisse Bedenkzeit gegeben und eine zweite Meinung eingeholt. Die andere Gynäkologin hörte sich erst skeptisch die Diagnose an, bestätigte sie aber letztendlich. Mein Mann und ich waren uns schon immer in der Kinderfrage einig, ebenso habe ich auch noch nie „Babyfieber“ verspürt, daher entschied ich mich im November bei einem nochmaligen Termin bei meinem Frauenarzt für den Eingriff.
OP-Tag im Januar 2026 und Krankenhausaufenthalt
Die LASH-Operation mit Entfernung der Eileiter (sind dann wohl nutzlos und es ist krebsrisikomindernd wurde mir gesagt) fand Mitte Januar statt. Es war die erste Operation in meinem Leben und damit auch der erste Krankenhausaufenthalt, dementsprechend war ich Tage zuvor schon ziemlich nervös (ein Wunder, dass es mein Mann und meine Eltern mit mir überhaupt noch ausgehalten haben, ich war ein richtiges Nervenbündel). Als ich am OP-Tag um 8:00 Uhr in der Klinik sein musste, konnte ich direkt mein Zimmer beziehen, Essenswünsche wurden aufgenommen und ich sollte mich umziehen. Die OP war für 10:45 Uhr geplant.
An dem Tag war ich bis dahin noch ziemlich ruhig, dies änderte sich leider im OP-Vorraum. Es klappte überhaupt nicht mit dem Zugang legen und ich erlitt dort eine Panikattacke. Im letzten Versuch fand ein Arzt doch noch eine Vene und ich durfte endlich schlafen. Insgesamt war das Anästhesieteam immer versucht, mir die Angst zu nehmen und alle sprachen sehr fürsorglich mit mir.
Die Operation selbst war unproblematisch, dauerte nur knapp 40 Minuten und um ca. 13:00 Uhr war ich schon wieder wach im Aufwachraum und wurde ins Zimmer geschoben. Ich war danach so gar nicht mehr müde, eher ziemlich erholt, aber richtig Hunger hatte ich auch nicht.
Am schlimmsten war der Blasenkatheter, der die ganze Zeit einen unangenehmen Druck verursachte. Ebenso bemerkte ich leicht eine Drainage, die die Wundflüssigkeit abfließen lies. Als Schmerzmittel bekam ich eine Novalgin-Infusion, dazu noch eine Vomex-Infusion gegen Übelkeit. Später bekam ich dann noch 2 IBU 600 mg und eine Oxycodon. Schmerzen verspürte ich jedenfalls die ganze Zeit keine.
Hunger hatte ich immer noch recht wenig, aß aber trotzdem etwas, schon allein aufgrund der vielen Medikamente. Am Abend wurde ich dann zum ersten Mal mobilisiert, leider waren die Pflegerinnen etwas ungeduldig und so schaffte ich es nur, mir kurz die Zähne zu putzen und etwas Wasser in mein Gesicht zu geben, dann spürte ich, wie mir unwohl wurde und sie brachten mich wieder ins Bett, wo ich zunächst kurz Übelkeit verspürte, danach ging es aber wieder.
Leider wurde deshalb der Blasenkatheter nicht gezogen, die Drainage blieb sowieso bis zum Entlassungstag. Thrombosespritzen bekam ich auch jeden Abend, werde ich auch kein Fan davon werden. Später am ersten Abend kam dann bei mir noch richtig Übelkeit auf, ich spürte, wie mein Magen rebellierte und erbrach. Das war einfach zu viel für meinen Körper und meine Psyche. Die Nacht verlief sehr unruhig, den Katheter spürte ich zumindest kaum mehr, dafür lag ich sehr unbequem, da ich mich durch die vielen Schläuche kaum bewegen konnte und dies meinem ISG so gar nicht gefiel.
Darmtätigkeiten nahm ich dann auch noch verstärkter wahr inkl. Blähungen, aber ich wollte nun nicht nochmal ein Medikament nehmen und es war für mich auszuhalten.
1. Tag nach der OP
Die Visite verlief ohne Probleme, die Wunden verheilten sehr gut, aber man war sich noch nicht sicher, ob ich schon morgen nach Hause könnte. Das war aber mein Ziel, da ich Krankenhäuser aufgrund diverser Erfahrungen im Bekanntenkreis möglichst meide. Für mich hieß es also: Challenge accepted 😉
Morgens bekam ich dann wieder meine Medikation von Ibu 600 mg und eine Oxycodon, so hatte ich zumindest keinerlei OP-Schmerzen und wurde im Laufe des Vormittags nochmals mobilisiert. Endlich konnte ich einigermaßen aufstehen und selbständig gehen, weshalb mir der Blasenkatheter entfernt wurde. Kurzzeitig hatte ich Sorge, dass sich meine Blase vielleicht zu stark daran gewöhnt haben könnte, dies war aber zum Glück nicht der Fall, ein paar Stunden später hatte sich wieder alles eingespielt.
Kurz vor dem Mittagessen bekam ich noch einmal einen Übelkeitsanfall. Mit Drainage kann ich das absolut nicht empfehlen, das waren kurzzeitig mal richtig Schmerzen… Nach nochmaliger Gabe von Vomex und einem leichten Mittagessen ging es rasch aufwärts. Danach hatte ich nur noch Darmtätigkeiten und Blähungen verspürt, aber alles im Rahmen. Anderweitig hatte ich keinerlei Schmerzen mehr, sodass ich keine Infusion mehr brauchte. Die Nacht verlief diesmal auch entspannter, Bewegung hilft eben dem ISG sehr.
2. Tag nach OP (Entlasstag)
Bei der Visite merkten die Ärzte und der Chefarzt ziemlich schnell, dass ich unbedingt gehen möchte. Es wurde mir gestattet, denn die Wundheilung sah gut aus und die Drainage zeigte auch nur noch wenig Wundwasser an.
Ja die Drainage… Sagen wir mal so: man ist sehr froh, wenn sie wieder raus ist… Das Herausziehen löst einen hohen kalten Schmerz aus, dauert aber zumindest nicht lange und die Krankenpflegerin hat es auch sehr gut und vorsichtig gemacht.
Nach der Abschlussuntersuchung bekam ich die Entlassungspapiere und es ging nach Hause. Ich war dann für insgesamt 3 Wochen krankgeschrieben, so hatte ich es zuvor mit meinem Frauenarzt besprochen und 10 Tage nach der OP wurden die Fäden gezogen.
Die ersten Tage zu Hause
Zum ersten Mal merkte ich nun, dass mein Darm sich meldete und ich auf Toilette musste. Zunächst hatte ich einmal Verstopfung, was sich aber innerhalb des Tages wieder normalisierte und bis heute keine Probleme bereitet. Ab und an merkte ich noch Darmtätigkeiten und ein paar Blähungen, aber keine richtigen Schmerzen.
Ich habe zu Hause für die restliche Woche noch Ibu 400 mg genommen, vom Krankenhaus aus wurde mir nichts mehr gesagt, sodass ich dies vor allem wegen der Entzündungshemmung nahm. Leider verheilte die Wunde der Drainage nicht ganz optimal, aber durch pflegen der Wunde und immer wieder Pflasterwechsel habe ich auch das hinbekommen.
Direkt am Entlassungstag bin ich schon mit meinem Mann und unserer Hündin mit zwei Jogginghosen und langem Mantel beim Spaziergang dabei gewesen. Zwar nur 20 Minuten, aber immerhin.
Am nächsten Tag war ich dann beim Einkaufen dabei und auch beim Gassigehen. Ging recht gut, nur ganz wenige Male merkte ich minimal Schmerzen in der rechten Schulter, die wohl noch vom Gas herrührten.
Duschen ging auch problemlos.
Manchmal merkte ich abends in der ersten Zeit Muskelzuckungen am Bauch, die sich einfach etwas komisch anfühlten, aber keinerlei Schmerzen.
Meine Eltern kamen in dieser Woche zu Besuch, das war schon etwas anstrengender und ich war dann auch müde. Allerdings hatte ich mir wohl im Krankenhaus eine leichte Erkältung eingefangen, weshalb es auch daran gelegen haben könnte. Genauso war es beim Hungergefühl, das sich nach einigen Tagen wieder vollständig normalisierte.
10 Tage nach der OP wurden die Fäden gezogen. Die hatte ich ein paar Tage vorher schon durch Juckreiz gespürt, sind eben ein Fremdkörper für den Körper.
Insgesamt ließ ich es ziemlich ruhig angehen und habe vorher einige Blogeinträge gelesen, um mich gut vorzubereiten und viele tolle Tipps angenommen, war alles super hilfreich!
4 – 6 Wochen nach OP
In Woche 4 war ich dann wieder in der Arbeit (Bürojob in Teilzeit). Lief soweit ganz gut, nur merkte ich schon ab und an ein Ziehen am Bauch (aber keine Schmerzen). Wahrscheinlich durch das längere Tragen der Jeanshose, dies hielt teilweise bis zum Abend an. Dies merkte ich auch bei meinen täglichen Spaziergängen mit meiner Hündin, daher gönnte ich meinem Bauch immer wieder Pausen.
Die Kondition hat durchaus gelitten, es ist schon deutlich anstrengender als vor der OP. Aber mit regelmäßigem Training wird sich diese hoffentlich schnell wieder steigern. In Woche 6 war ich zum ersten Mal wieder im Schwimmbad, da merkte ich nahezu keinen Unterschied mehr zur Zeit vor der OP.
Fazit: Was ist heute anders als vorher?
Der erste Zyklus nach OP war sehr spannend. Er wurde von allen möglichen Symptomen wie Hitzewallungen, ziemlich starken Stimmungsschwankungen und depressiven Phasen begleitet. Ebenso war ein leichtes bis mittleres Ziehen im Unterbauch spürbar und auch die „Periode“ war mehr als eine leichte Schmierblutung. Natürlich kein Vergleich zur Zeit vor der OP, aber doch belastend. Da hoffe ich wirklich sehr, dass sich das mit den nächsten Zyklen gut einpendeln wird.
Innerlich empfinde ich ein stabileres, klareres Gefühl von meiner Person, da ich einerseits eine richtige Entscheidung für meinen Körper getroffen habe und andererseits die Kinderfrage endgültig geklärt ist.
Persönliche Tipps:
- Wenn der Eingriff nicht zeitkritisch ist und man sich noch nicht ganz sicher ist: 2. Meinung einholen! Und unbedingt mit vertrauten Personen, Familie etc. darüber sprechen
- Nach Möglichkeit ein Einbettzimmer wählen und nur von einem Arzt operieren lassen, der viel Erfahrung mit dieser Methode hat
- Möglichst ein paar Wochen vorher schon ballaststoffreicher essen und zumindest am OP-Tag leichtere Kost bevorzugen, vor allem bei empfindlichem Magen (evtl. nach Magenschonern beim Krankenhauspersonal fragen)
- Vorher Kraftübungen machen (geht auch in Form von Homeworkouts sehr gut), zumindest ich hatte danach fast keinerlei (Gas-)Beschwerden
- Mehrere weite (!) (Jogging-)Hosen kaufen oder beim Partner/in ausleihen. Ich habe in den ersten zwei Wochen (im Winter) zwei übereinander angezogen und konnte so spazieren gehen
- Wohnung vorher aufräumen und Krankenecke vorbereiten mit dem was man in der Schonzeit machen möchte (z. B. Zeitschriften, auf die man sich dann freut)
- Essensplan individuell gestalten, sodass man mehr Auswahl hat, Mahlzeiten vorkochen
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