„So ist es wirklich“ hätte ich gerne Bild-Zeitungsmäßig tituliert, aber es soll ja eben nicht reißerisch sein. Dieser Artikel ist speziell für jene, denen das gleiche noch bevorsteht – also den anderen 130.000 Frauen pro Jahr. Und es ist keine Horrorgeschichte, eher im Gegenteil: es war viel weniger schlimm, als ich es erwartet habe. Nur Geduld braucht man dummerweise trotzdem…
Als Disclaimer vorneweg: Ich hab medizinisch keine Ahnung. Ich kann nur von mir berichten und das bedeutet nicht, dass es bei dir genauso ist. Trotzdem hoffe ich, dass dir der Text ein Gefühl dafür gibt, wie es laufen KANN.
Meine Ausgangsbasis: Zum OP-Zeitpunkt im Januar 2023 hatte ich schon 10 Wochen nicht gearbeitet – war also sehr entspannt. Ich bin 37, mein BMI ist 22,7 – ich mag gesundes Essen und mache ungefähr 5x pro Woche Sport. Klettern und Functional Fitness (bzw. die Rücken- und Bauchmuskulatur, die ich dadurch habe) sorgen dafür, dass ich bisher nie Rückenschmerzen hatte. In Summe: Meine physische und psychische Ausgangssituation war ziemlich gut. Und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich mich schnell erhole.
Und ich wurde sehr gut operiert.
Was wurde operiert? Wegen des Karzinoms der Kategorie T1a1 (weniger als 7mm breit, dringt maximal 3mm ins Gewebe ein, mit bloßem Auge nicht sichtbar = frühestes Stadium), das bei der Konisation gefunden wurde, fand diese Operation statt. Weil nicht sicher war, ob noch mehr Krebs in mir ist, und um einem Rückfall vorzubeugen. Je nach Operationsgrund gibt es bei einer Gebärmutterentfernung verschiedene Möglichkeiten. Bei mir wurde eine totale laparoskopische Hysterektomie (TLH) durchgeführt. Das heißt: die Eierstöcke bleiben drin; die Eileiter, die gesamte Gebärmutter und ein Stück des Gebärmutterhalses werden entfernt.
Der Eingriff erfolgte minimalinvasiv (auch hier gibt’s unterschiedliche Möglichkeiten: „kommt drauf an“). Heißt, es werden direkt am Bauchnabel, am Schamhaaransatz und rechts und links oberhalb der Leiste jeweils ca. 2 cm lange Schnitte gemacht. Durch die wird ein Schlauch (der Bauch wird mit Gasen und Luft „aufgepumpt“, damit sich alles voneinander trennt und das Arbeiten einfacher ist), die Kamera und die Instrumente eingeführt.
Eine durchschnittliche Gebärmutter ist 8×3 cm groß und wiegt etwa 150 Gramm. Die muss dann auch raus… Wenn nicht Krebs der OP-Grund ist, wird eine Plastiktüte (in medizinisch: Endobag) eingeführt, die Gebärmutter da reingepackt, im Körper zerhäckselt und wieder rausgezogen. Bei Krebs ist das anders. Da die Plastiktüten manchmal Löcher bekommen, kann es sein, dass Zellgewebe unterwegs verloren geht – das wäre gefährlich. Deshalb muss die Gebärmutter als Ganzes entnommen werden. Normalerweise durch die Vagina. Geht das aus irgendwelchen Gründen nicht, muss ein größerer Bauchschnitt gemacht werden (halb so lang wie beim Kaiserschnitt).
Ist der Krebs schon weiter fortgeschritten, werden ggfs. auch die neben der Gebärmutter liegenden Lymphknoten angeschaut/entfernt. Das wurde vor bei mir schon vor der OP als „nicht notwendig“ ausgeschlossen.
(Hier gibt’s jetzt auch einen Erfahrungsbericht: Krebsdiagnose, Gebärmutterentfernung, Wechseljahre: Sonst noch was? Aber Spoiler: von den Wechseljahren merkt Micha nichts.)
Nun endlich… Mein Erfahrungsbericht mit diesen Themen:
– DER OPERATIONSTAG
Um 7 Uhr sollte ich im Krankenhaus erscheinen. Nüchtern, logischerweise. Das bedeutet: ich habe am Vorabend ein normales Salat-und-Brot-Abendessen gegessen und das letzte Glas Wasser vor dem Schlafengehen getrunken. Abführen o.ä. musste ich vorher nicht.
Meine Zimmermitbewohnerin ist wenig vor mir angekommen. Auch ihr wird (vor mir) die Gebärmutter entnommen. Wir wurden direkt ins OP-Hemdchen und die sexy Netzunterhose gesteckt und abgefragt, ob wir uns rasiert haben. Klar. Dann hieß es Warten. Bis zur OP habe ich stundenlang gelesen.
Im (abschließbaren) Schrank gibt es noch ein extra abschließbares Fach. Wir wurden aufgefordert, hier unsere Wertsachen unterzubringen und bei der Abholung zur OP den Schlüssel der Schwester zu geben. Sie hatte ihn auf dem Weg zurück ins Zimmer dabei und hat uns alles in Reichweite gelegt, was wir haben wollten.
Gegen halb 12 wurde ich abgeholt und bin noch selbst auf den OP-Tisch gerutscht. Ich wurde in den Vorraum geschoben, dort verkabelt und war froh, als es (endlich) mit der Narkose losging. Für meinen Geschmack hat viel zu viel gepiept.
Aufgewacht bin ich um halb drei von „Aufwachen“-Rufen der Pflegerin im Aufwachraum. Wollte ich nicht und hab nochmal 20 Minuten geschlafen. Dann war ich aber auch wach und hatte vor allem Durst. Sie meinte, sie darf mir nichts geben, erst auf Station…
Klar, ich musste sofort meinen Bauch anschauen. Eher unspektakulär und wie erwartet: Auf der aufgeblähten Kugel klebten vier Pflaster. Leider wenig aufschlussreich.
Die Pflegerin erzählt, dass es ihr zu haarig wurde, als mein (Ruhe-)Puls von 40 auf 30 gefallen ist. Da hat sie mir was gegeben. Die Ärztin kommt vorbei und berichtet von der komplikationslosen Operation. Ob ich ein Schmerzmittel möchte? Ja, her damit! Ich spüre keine Schmerzen und das soll bitte so bleiben.
Im Krankenhaus wurden uns folgende Medikamente verabreicht: 4 Ibu400 pro Tag, morgens und abends Lefax (gegen den geblähten Bauch) und morgens noch eine andere Bauchtablette. Vor dem Schlafengehen gabs an beiden Abenden eine Thrombose-Spritze.
Als ich gegen 16 Uhr zurück ins Zimmer gebracht werde, lässt meine Zimmernachbarin sich schon den Katheter rausnehmen. Kann ich verstehen. Der macht, dass es konstant unangenehm auf die Blase drückt. Und es zieht so, wie ich es von den Regelschmerzen kenne. Kondition für die Entfernung: Man muss es selbst bis zur Toilette schaffen. Der Kreislauf muss also fit genug für Aufstehen und ein paar Schritte gehen sein. Überhaupt kein Problem, meiner wird auch am Abend noch entfernt.
Damit sind wir im Kindergarten angekommen. Jede*r, der/die ins Zimmer kommt, fragt „Waren Sie schon auf Toilette? Hat es gut geklappt?“. Erst geht’s um Pipi, tags drauf dann um Stuhlgang. Wir beide haben wenig Gefühl für die Blase. Ich weiß nicht, ob das auf den Katheter oder die OP zurückzuführen ist, aber: die Blase meldet nicht, wenn sie voll ist. Wir gehen kopfgesteuert, man weiß ja, dass viel Tee viel Pipi zur Folge hat. Nach ein paar Tagen spielt sich das Meldesystem wieder ein.
Meine Bettnachbarin ist 10 Jahre älter als ich, Krankenpflegerin und noch ungeduldiger mit sich als ich. Ohne sie wäre ich wahrscheinlich vorsichtiger gewesen und hätte länger rumgelegen. Sie fängt direkt an, durch die Gegend zu wirbeln („Soll ich dir einen Tee mitbringen?“) und stachelt damit meinen Ehrgeiz an. Willkommen im Streberinnenzimmer! Für unsere Aktivität wurden wir von den Schwestern gelobt, Bewegung ist schließlich gut für den Darm. Ich konnte mich vier Stunden nach der Hysterektomie alleine umziehen (die Schwestern hätten uns geholfen). Langsam und im Sitzen, aber es geht. Wir holen uns alles selbst aus dem Schrank und schaffen es zur 15 Meter entfernten Teeküche und zurück.
Glücklicherweise gibt es schon gegen 17 Uhr Abendessen. Meine erste und einzige Mahlzeit am OP-Tag. Wir durften gleich „normal“ essen. Und (gezwungenermaßen) macht man ja (fast) Intervallfasten. Fand ich lustig.
Besuch ist erlaubt. Maximal zwei Personen gleichzeitig und nur während der Besuchszeiten, aber so viele wir wollen.
Die erste Nacht war okay. Die Nadel in der Hand und der Kugelbauch waren, auf der Seite liegend, schon unbequem. Hab mir mein Kissen von zu Hause mitbringen lassen – das hat die Welt viel besser gemacht. Ansonsten ist so ein Krankenhausbett ganz cool. Das Hochfahren der Rückenlehne: mega!! Wir wurden animiert am Tisch zu essen… Wollte ich nicht, wenn im-Bett-essen ausnahmsweise so bequem ist!
– TAG 1 (1. Tag nach der Hysterektomie)
So „richtige“ Schmerzen, im Sinne von stechend oder dauerhaft, hatte ich im Bauch nie. In den ersten Tagen hat aber der ganze Oberkörper weh getan und war verspannt. Das ist normal, die OP-Gase im Bauch müssen wieder raus und sie verteilen sich auch in den Oberkörper. Ich bin heilfroh, dass ich nicht wochenlang liegen muss.
Ansonsten fiel uns auf, dass sich das linke und das rechte Nasenloch unterschiedlich anfühlen: Durchs eine wurde während der OP Sauerstoff gepumpt.
Glücklicherweise bin ich krankenhausunerfahren und war (deswegen) erstaunt, wieviel da los ist. Es vergeht keine Stunde, ohne dass jemand ins Zimmer kommt. Blutdruck und Fieber messen. Tabletten bringen. Frühstück bringen. Pflaster wechseln. Frühstücktablett abholen. Visite. Mittagessen bringen. Mittagessen abholen. Mir endlich meinen Internet-Code bringen. Abholung zur Nierenuntersuchung. Abendessen bringen. Abendessen abholen. Fieber und Blutdruck messen. Pflaster wechseln. Thrombose-Spritze.
Bei Krebs (also für mich) kommen noch mehr Besuche dazu:
- Ein Vertreter des Naturheilkundlichen Instituts des Krankenhauses klärt mich über ihr mehrwöchiges Programm auf. Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe. Inhalte sind z.B. Ernährung, Achtsamkeit, Yoga, …
- Eine Psychoonkologin (da wird man vorher gefragt, sie hätte ich auch „abwählen“ können) bietet eine Gesprächsmöglichkeit für alles, was um die Krebserkrankung herum vielleicht schwierig ist
- Eine Mitarbeiterin der Sozialstation klärt mich über alle (Sonder-)Rechte auf, die mit der Krebserkrankung einhergehen. Sehr hilfreich!
Ah, und ich bekomme die Broschüre Leitlinie für Gebärmutterhalskrebs-Patientinnen. Die ist gut. Aber: einen Tag nach der OP?! Da stimmt der Prozess nicht – nach der Diagnose wäre der bessere Zeitpunkt gewesen… Die Broschüre kann HIER kostenlos heruntergeladen werden.
Zwischendrin war trotzdem Zeit, ein ganzes Buch zu lesen (herrlich!) und mich auf dem Balkon zu sonnen (wunderbar!). Die Narkose scheint auf den Punkt gewesen zu sein, ich spüre keine Nachwirkungen.
Die Nieren, die Blase und der Harnleiter sind die Körperteile, die aufgrund der Nähe zur Gebärmutter am ehesten bei der OP in Mitleidenschaft gezogen werden. Weil der Toilettengang (und das Halten sonst) funktionieren, ist da (erstmal) alles in Ordnung. Die Nieren wurden als Teil der OP-Vorbereitung per Ultraschall untersucht und jetzt eben nochmal. Auch alles in Ordnung.
Dabei fragt die Ärztin, ob ich morgen entlassen werden möchte, oder noch einen Tag im Krankenhaus bleiben möchte. Ich bin kurz baff – vorab hieß es, ich soll mit 3-4 Tagen Krankenhaus rechnen. Da meine Befürchtung, dass ich in den ersten Tagen ungefähr so hilflos bin wie ein auf dem Rücken liegender Käfer, sich nicht bewahrheitet hat: ja, klar. Zu Hause habe ich weniger Störungen beim Lesen, Essen bekomme ich auf Wunsch trotzdem gebracht und die Wahl zwischen Sofa und Bett ist auch nicht verkehrt. Und ich bin nicht so scharf drauf, eine weitere Nacht dem Röcheln meiner Mitbewohnerin zu lauschen (die Arme ist ordentlich erkältet). Sie wollte lieber noch bleiben. Es wurden aber alle informiert, dass wir beide am nächsten Morgen gehen würden. So viel zur Wahlfreiheit…
– RESTWOCHE 1
Die Pflaster wurden am Morgen entfernt und weil die Schnitte trocken sind, kamen auch keine neuen drauf. Damit einher geht die Duscherlaubnis. Selbst Haare waschen (= Arme heben) ist übrigens kein Problem.
Mit dem Frühstück kommt der Entlassbrief und auf die Visite bräuchten wir nicht zu warten. Ich dusche, packe meine Sachen und sage zu Annika, dass ich es selbst bis zum Eingang schaffe, damit sie nicht ins Parkhaus muss und sich dann noch für den Corona-Test anstellen muss. Ging, weil ich einen Rucksack hatte – tragen ist ja verboten). Selbst Auto fahren geht zu diesem Zeitpunkt theoretisch schon wieder (48 Stunden nach der Anästhesie), praktisch war ich froh es nicht zu müssen. Das geht in der ersten Woche aber schon wieder.
Ich fühle mich unbesiegbar. Bei mir trinken wir zusammen noch einen Tee. Nach einer Stunde merke ich: Ganz schön anstrengend… Zeit, mich hinzulegen. Nach meinen Schläfchen schleiche ich bei meinem ersten Spaziergang euphorisch über die Felder. Schön!
Am Spätnachmittag liege ich mit Schüttelfrost auf dem Sofa. Der geht vorbei und wird von erhöhter Temperatur/leichtem Fieber abgelöst. Tja, da habe ich in meinem Überschwang mittags die Ibuprofen vergessen… Offensichtlich brauche ich sie nicht in der Funktion Schmerzmittel, sondern als Entzündungshemmer.
An Tag 3 liege ich also fiebrig-schwach auf dem Sofa und bin schon wieder nicht mehr in der Lage, Besuch zu empfangen. In der Nacht auf Tag 4 (und abgeschwächter auch in der darauffolgenden) schwitzt sich mein Körper gesund: Ich schlafe in ein Handtuch eingewickelt, das ist saugstärker als ein T-Shirt/Schlafanzug…
Da im Entlassbrief steht, dass man sich bei Fieber, Blut, … melden soll, rufe ich im Krankenhaus an. Und werde unfreundlich darauf hingewiesen, dass das noch kein Fieber ist, eine Diagnose am Telefon nicht geht und wenn ich Sorge habe, soll ich zu meiner Gyn oder in die Notaufnahme. Ah ja, danke. Da es nicht schlimmer wird bleibe ich auf dem Sofa.
Der Bauch tut generell nicht weh. Das Schwierigste bzw. Schlimmste ist der Nahrungskreislauf.
– Aufnahme: Dass ich keinen Hunger (wohl aber Appetit) habe, ist eigentlich gut.
– Verarbeitung: Unmittelbar mit dem ersten Löffel startet die Party im Darm: Ich nehme viel mehr Geblubber und Geschiebe wahr als normal (aber keine Schmerzen).
– Ausscheiden: Das normale 3-Stufen-Stuhlgang-System (Stufe 1: der Darm klopft leicht an und meldet, dass jetzt ein guter Zeitpunkt wäre / Stufe 2: puh, das drückt. Jetzt muss es… / Stufe 3: Auuuuuu, es krampft. Okay okay, ich gehe SOFORT) funktioniert nicht. Ich spüre nur noch Stufe 3. Das ist doof. Vor allem, weil es nicht flutscht. Ich spüre, dass mein Körper was loswerden will, aber es ist zu fest und ich darf/will nicht drücken. Nicht so gut.
Ballaststoffe (Leinsamen, Chia, Flohsamen, Nüsse), Apfel, Trockenobst und Vollkornprodukte helfen bekanntermaßen. Dr. Google spukt auch den Tipp aus, Olivenöl auf nüchternen Magen zu trinken. Das sorgt für geschmeidigere Konsistenz. Ein Löffel am Morgen ist (für eine Woche…) mein neues Ritual. Nach drei Tagen flutscht es – die Maßnahmen kommen an. Es dauert aber ungefähr zwei Wochen, bis das Meldesystem auf Stufe 2 wieder funktioniert. Und vier Wochen bis zu Stufe 1.
Ich war selbst erstaunt, dass direkt nach der OP alles „trocken“ war, ich hätte erwartet, dass aus der inneren, vernähten Wunde Wundheilungssekrete etc. ausgespült werden. Meine Zimmernachbarin hat schon an Tag 1 bemerkt. „Na toll, der Ausfluss ist zurück“. Ich hatte mich also gefreut – an Tag 4 ist es aber auch bei mir so weit. Unangenehm. Hoffe, das wird bald wieder besser…
An Tag 5 saß ich viel am PC (habe endlich mein Fotobuch 2022 angefangen), war Spazieren und mit einem Freund Kaffee trinken. Am Abend tut mir zum ersten Mal der Bauch weh (also nicht der Darm und keine Krämpfe). Der Körper meldet sich, wenn es ihm zu viel wird.
Das Krankenhaus hatte mir weder Medikamente mitgegeben noch gesagt, was ich wie lange nehmen soll. Ibuprofen habe ich zu Hause und nehme es ob des Fiebers weiter. An Tag 6 reduziere ich auf 3 Ibus pro Tag, an Tag 7 habe ich die mittags wieder vergessen (also nur zwei genommen), an Tag 8 vergesse ich die am Abend und … lasse es jetzt einfach. Scheint ok zu sein.
Wundheilung: An sich alles schön. Aber der unterste Schnitt fängt an, sich zu knubbeln. Der Knubbel ist in tieferen Hautschichten, wölbt sich aber nach außen. Er ist weder gerötet, noch eitrig, noch warm, noch berührungssensibel – das kann so schlimm nicht sein. Im Krankenhaus hatte ich eine weite Jogginghose an, zu Hause durchgehend meine Lieblingsleggings. Irgendwann fällt mir auf, dass die Leggingsnaht auf der Wunde liegt. Das hat nie wehgetan, aber hat die Haut wohl so irritiert, dass der Körper eine (übertriebene) Schutzreaktion ausgelöst hat. Die Ärztin sagt (bei der Kontrolle in Woche 3), dass er von alleine weggeht, das wird aber Monate dauern. Das lässt sich nicht verschnellern, ich soll nur den Knubbel regelmäßig massieren/bewegen, damit er sich nicht mit weiteren Hautschichten verklebt.
Bei der Visite an Tag 1 hatten sie mir gesagt, dass die Gebärmutter in der Pathologie ist. Bis der Befund da ist, dauert es 1-2 Wochen, ich bekomme ihn dann per Post. Sollte irgendwas sein, rufen sie natürlich an.
Eine Woche nach der OP klingelt das Telefon. Eine Krankenhausnummer. Auf Herzstillstand folgt Herzrasen. Bitte nicht…
Die freundliche Ärztin wollte mir nur sagen, dass der Befund da ist und alles gut ist. Sie haben keinen Krebs gefunden. Ich bin krebsfrei. Und weil nichts mehr da ist, wo er sich ansiedeln könnte, bin ich rückfallungefährdet. Das ist ja sehr nett, aber puh. Ich muss mich erst kurz vom Schock erholen.
Nach dem Auflegen fange ich an zu heulen (jetzt beim Schreiben dieser Zeilen gleich nochmal). Das zeigt wohl, wie nagend die Krebsgeschichte unterbewusst doch war. Bewusst habe ich das Thema ziemlich gut aus meinen Gedanken herausgehalten und mir auch wenig Sorgen gemacht. Schlaflose Nächte hatte ich keine.
Juhu! Es steht zwar eine Flasche Kessler-Sekt im Kühlschrank, aber ich habe keine Lust auf Alkohol. Stoße also mit Tee auf die freudige Nachricht an – das geht auch.
Über die Wochen 2-9 berichte ich hier:
☝️Das ist ja schön und gut – aber wirds bei mir ähnlich sein? Wenn du dich das fragst, dann lies doch bei den 👉 Erfahrungsberichten Hysterektomie weiter. Eine zweistellige Zahl von Frauen mit anderen Diagnosen und Lebensumständen berichtet von ihren Heilungsverläufen 🎇🩷🙏.
Es dürfen gern noch mehr werden: Klick auf die Seite, da beschreibe ich, wie du deine Geschichte einreichen kannst und damit anderen Mut machst. Danke schonmal! 🫶
Hier noch ein paar Infos für die Zeit nach der Operation:
NACHSORGE – Wie geht es nach dem Krankenhaus weiter?
- Krankschreibung: Das Krankenhaus gibt eine Bescheinigung über den stationären Aufenthalt mit und kann für eine Woche (anschließend) krankschreiben. Danach ist die/der Gyn für die Krankschreibung zuständig. Ich habe mich für drei Wochen (in Summe) krankschreiben lassen. Meine Frauenärztin (die wirklich nicht zimperlich ist), fand, dass ein paar Tage mehr besser wären.
- Befund: 1-2 Wochen nach der OP. Wird mir und meiner Gyn per Post zugeschickt. Im Krebsfall kommt der Befund erst noch ins Krebs-Board (ein interdisziplinäres Gremium, das gemeinsam entscheidet, wie die weitere Behandlung am besten aussehen sollte). Das ist bei mir reine Formsache. De facto ist der Befund vier Wochen nach der Operation noch nicht eingetroffen.
- Wurden keine selbstauflösenden Fäden verwendet, muss man nach 10 Tagen zum Fäden ziehen (Gyn oder Hausarzt).
- OP-Heilungs-Kontrolle: nach 2-3 Wochen bei der Gyn, normalerweise sollte dann auch der Befund vorliegen… Den Termin organisiert man selbst.
- Bei Krebs wird anschließend auch engmaschig kontrolliert. In den ersten drei Jahren wird eine Kontrolle/Nachsorge alle drei Monate empfohlen. Findet meine Frauenärztin in meinem Fall zu viel – wir werden eher auf einen 4-6 Monatszyklus gehen.
Hysterektomie-HEILUNGSVERLAUF – Wann darf ich was wieder?
Für die Heilungsverlauf hatte ich dieses Schaubild gefunden:

Im Entlassbrief des Krankenhauses wurde mir folgendes (leicht gekürzt) mit auf den Weg gegeben:
Schonen Sie sich für ca. 6 Wochen, um die Heilungs- und Stabilisierungsvorgänge zu unterstützen. In dieser Zeit sollten Sie sportliche Aktivitäten meiden und maximal Lasten von 5 kg heben.
Nach Operationen an der Scheide sollten Sie für 12 Wochen keinen Geschlechtsverkehr haben.
Bei Wunden in der Scheide sollten Sie für 4 Wochen öffentliche Bäder meiden. Duschen ist natürlich jederzeit möglich.
Wenn du mehr wissen willst – wie es jetzt ist, oder detailliertere/intimere Fragen hast, als ich hier behandle – melde dich gerne per Mail bei mir!
Weitere Posts zum Thema Krebs/Hysterektomie:
> Ein Plädoyer für den offenen Umgang mit Krankheiten
> Vorbereitung und Tipps für deine OP
> Gebärmutterentfernung I: Die OP und die erste Woche danach
> II: Schnell wieder fit werden (Wochen 2-9)
> III: ein (halbes) Jahr später
> in der Vorbereitung auf die Seven Summits Stubai erzähle ich genauer, wann ich wieder wie große (Berg-)(wander-)Touren unternehmen konnte
> Auf Erfahrungsberichte Hysterektomie findest du Berichte von anderen Frauen
Den Anfang bei den Erfahrungsberichten hat Marlene gemacht 💚:
Spannende Themen!
Ich möchte keinen Beitrag mehr verpassen, bin aber auch zu faul, hier regelmäßig nachzuschauen… Eine E-Mailbenachrichtung bei neuen Posts wäre toll!

30 Comments
Super Bericht. Ich bin momentan bei Tag 3 nach OP und der Ablauf war genau wie beschrieben. Eine Frage: Ab wann hast Du wieder mit Sport angefangen und wie hat sich Dein Bauch verändert? Ich fühle mich momentan wie ein Ball durch das Gas das in die Bauchdecke gepumpt wird. Bildet sich der Bauch wieder komplett zurück oder hat dieser sich bei Dir optisch auch durch die Muskulatur verändert?
Hallo Nicole, schön, dass du den Weg hierher gefunden hast und gute Besserung!! Ich drück die Daumen, dass es weiter komplikationslos verläuft!
Meine Sportstartversuche kommen auch im nächsten Post (Gebärmutterentfernung II) vor. So richtig richtig Sport machen können (inkl. Klettern und Pilates/Yoga-Kurse) habe ich etwa 10 Wochen nach der OP. Nur Joggen (hab ich lang nicht mehr versucht) hat sich immer noch komisch angefühlt.
Mein Bauch hat sich wieder normalisiert. Er ist (noch) nicht so muskulös wie vorher, ich habe aber auch die Monate vorher wenig trainiert, insofern wundert mich das nicht. In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, dass er etwas asynchron aussieht, aber das ist sicherlich Einbildung. War heute erst bei der Gyn (erste Krebs-Nachuntersuchung) – es ist alles top verheilt und mein Darm hat sich dort breit gemacht, wo die Gebärmutter war.
Hallo liebe Eli,
danke für deinen Bericht…hat mir persönlich viel gebracht. Bin am Donnerstag operiert worden und habe die gleichen Schnitte am Bauch wie Du sie hattest. Eine Frage habe ich aber noch: wurde die Gebärmutter bei dir auch durch die Scheide entfernt? Oder durch einen Schnitt über dem Schamhaaransatz? Meine Gebärmutter (totale Hysterektomie) wurde durch die Scheide entfernt. Die Ärztin sagte, dass sie dabei nicht verletzt wurde und en bloc rauskam. Ich hatte zwar (noch) kein Krebs, aber die Zellen waren in der letzten Entwicklungsstufe kurz vor einem Krebs. Bin nur so verunsichert. Über eine Info würde ich mich sehr freuen!
Hallo Sue, dann erstmal gute Besserung!
Ja, bei mir wurde sie auch am Stück durch die Scheide entnommen. Bei der Zerhäcksel-und-durch-den-Schnitt-entfern-Methode könnten böse Zellen an den falschen Stellen landen und da böse Sachen machen, wurde mir erklärt. Für mich als Laie klang diese Gefahr sehr abstrakt/unwahrscheinlich, hab ich mir gar keine Gedanken/Sorgen gemacht 🤔. Was verunsichert dich genau?
Hallo, danke für den Bericht. Bin am Tag 6 noch im KH und jeden Tag schwächer. Am 2 und 3 Tag war ich super fit, dann ein Schwächeanfall von dem ich mich nicht erholen kann. Blutwerte umd alles top. Keine Schmerzen, keine Schmerzmittel. Blutdruck heute Nachmittag war 100 zu 70. Meine Arme und meine Wangen fühlen sich taub an. Google die ganze Zeit rum. Ärzte haben auch keine Ahnung. Kann das von den Trombosespritzen kommen? Mehr nehme ich nicht ein. Und wie lange hast Du sie bekommen? Danke im Voraus. Liebe Grüße
Hallo Cindy, oh je, das klingt nicht schön 😳. Thrombosespritzen habe ich an den beiden Abenden im Krankenhaus bekommen, danach nicht mehr. Medizinisch hab ich überhaupt keine Ahnung- kann nicht sagen, ob an deiner Vermutung was dran ist.
Drücke die Daumen, dass die ÄrztInnen dir helfen können und/oder es schnell besser wird. Gute Genesung!
Danke für die schnelle Antwort. Melde mich gerne nochmal zurück wie es weitergeht die Tage. LG
Hallo Elli, dein Bericht ist klasse, hätte ich den doch mal vor einem Vierteljahr schon gelesen… Zumindest in Bezug auf den Zustand des Darmes. Ich habe mindestens zwei Wochen lang noch nicht mal Stufe 3 gehabt, ätzend, und dann diese Abführzäpfchen …sehr grausam 🙊dann über 6 Wochen ein hin und her…. Dann ayurvedische Reinigung mit Unmengen Salzwasser und Yogaübungen… naja… dann habe ich vermehrt zu Flohsamen gegriffen … und regelmäßig zu den vegetarischen Mahlzeiten Bitterstoffe …. Nun manchmal alle Stufen, manchmal nur 2 und 3… mein Darm ist wohl sehr sehr lahmgelegt… bin ich bisher nicht gewöhnt gewesen und erfordert meine „umsorgung“ … vielleicht will er mir das auch sagen damit … sonst ist nach 3 Monaten ohne Gebärmutter auch längst nicht alles top, aber ich pflege mich eben und bin nun erstmalig die Nummer 1 in meinem Leben! Joggen lasse ich , walke, ein bisschen Yoga und Gymnastik, das war’s … ein enormer Lernprozess in Sachen Selbstliebe und so …. Alles gute für dich und liebe Grüße von Heike
Hallo Heike,
das klingt nach einem schwer beleidigtem Darm! Hat sich vielleicht ungünstig abgelegt?! Bei mist ist übrigens (auch) wieder Stufe 2 und 3 angesagt – ob das (nach 11 Monaten) aber überhaupt noch mit der Gebärmutter zu tun hat ist eine andere Frage. Und ich finds okay, solange alles flutscht.
Nicht schön, dass es bei dir so zögerlich besser wird – dein Selbstliebe-Crashkurs ist wiederum ein schöner Effekt 🤍
Wünsche dir weiterhin gute Besserung und einen entspannt-aktiven Darm 😉
Ich habe noch nirgends einen Kommentar abgegeben. Aber hier muss ich tatsächlich loswerden, dass der Bericht richtig toll geschrieben ist!!!
Ganz nah bei den Fakten und trotzdem mit einer schönen Leichtigkeit.
LG Sabine
Vielen Dank für das Kompliment!
Vielen Dank für Ihren Bericht. Es hat mir wirklich viel bedeutet, mich auf den OP-Termin vorzubereiten. Ich habe also TLH für den 22.11 geplant. 🤨 Ich fürchte, aber ich denke positiv. Ich möchte Ihnen dafür danken, dass Sie alles so schön beschrieben haben, und ich habe eine Frage. Ist jede Hysterektomie ein Grund, einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen?? Ich habe keinen Kinderwunsch mehr und bin sterilisiert. Ich bin 34 Jahre alt und muss meine Gebärmutter entfernen, weil sie vergrößert ist und ich unregelmäßige, schmerzhafte Perioden habe… Vielen Dank im Voraus und alles Gute.
Das freut mich und ich drücke die die Daumen für deine OP!
Zu deiner Frage: nein, eine Hysterektomie ist KEIN Grund für einen Schwerbehindertenausweis.
Ich hätte wegen der Krebsdiagnose einen bekommen können, aber das hat nichts mit der Gebärmutterentfernung zu tun.
Hallo Eli,
in 1.5 Wochen ist es auch bei mir soweit und ich muss unters Messer.
Ich bin medizinisch vom Fach, begleite täglich unzählige Patienten und Patientinnen in Narkose und auch mehrmals in der Woche bei Patientinnen, die für eine Hysterektomie da sind.
Und trotzdem geht mir die Düse. Nicht weil ich Angst vor der OP oder der Anästhesie habe (die machen ihren Job), nein, mich beschäftigt das Danach.
Wann darf ich wieder Sport machen, wie schnell bin ich fit, wie sehr werden mich Schmerzen begleiten, was mache ich an all den Tagen im grauen Dezember und Januar, etc.
Dein Erfahrungsbericht hilft mir gerade extrem. Vor allem der Tip sich Ziele zu setzen. Ich neige entweder zu „das muss doch gehen, ist mir egal ob ich das darf“ zu „rumliegen und gar nix tun“. Beides doof.
An dieser Stelle ein grosses Danke für Deine offenen, ehrlichen Zeilen. Sie helfen.
Alles Gute und liebe Grüsse aus der Schweiz.
Liebe Sue, dann freut mich das noch mal besonders! 😉
Wie geschrieben, fand ich die OP im Winter ziemlich gut – da verpasst man so wenig… Ich habe das Lesen genossen. Und soviel Zeit ist es gar nicht (Übungen, Spazieren gehen, Kochen, Freunde treffen…), die Tage sind schnell vergangen. Drücke dir die Daumen für eine ebenfalls schnelle und unkomplizierte OP und Genesung 🤞.
Viele Grüße, Eli
Hallo Eli,
Ich bin gerade auf deinen Post gestoßen. Mir steht in Kürze die gleiche OP bevor. Mit deinen Berichten und den Kommentaren habe ich nun deutlich weniger Angst davor.
Ganz herzlichen Dank dafür!!
Liebe Grüße
Christina
Liebe Christina, danke, das freut mich!
Eine gute Jahreszeit hast du dir ausgesucht :). Ich drück dir die Daumen für eine gute OP und schnelle Geneseung. Angst muss man wirklich nicht haben, auch wenn der Weg zurück in die Normalität durchaus nerven kann… (wie du hier ja auch lesen kannst) Du schaffst das!
Frohe Weihnachten,
Eli
Hallo Eli,
Deinen Bericht habe ich via Google nach Überweisung, Entscheidung, Recherche zu Krankenhaus und OP Methoden und Terminvereinbarung aber vor der eigentlichen OP gefunden. Das liegt jetzt schon 6 Monate zurück aber ich möchte Dir unbedingt noch Danke sagen, dass Du Dir die Zeit genommen hast, Deine Erfahrungen so ausführlich zu teilen. Du und Dein Bericht waren eine Riesen Hilfe!
Meine Hysterektomie war sehnlichst gewünscht/freiwillig, weil mir mein Uterus einfach mega auf’n Keks ging und für mich als happily childfree Frau auch wirklich keinerlei Nutzen hatte, ganz im Gegenteil. Glücklicherweise habe ich mit über 40 Jahren einen Gynäkologen gefunden, der sich auch als Service Provider sieht und mir nicht wie viele andere Kolleginnen/Kollegen immer nur erklärt hat, dass meine jaaaaahrelangen Beschwerden „ganz natürlich und normal“ sind. Eine Seltenheit. Zusammen mit Deinen Worten bin ich also unter besten Voraussetzungen und fast schon etwas Vorfreude in den OP gerollt worden. Applaus für Dich! Nach 2 Nächten war ich wieder zu Hause und ziemlich fit.
Herzens-Empfehlung meinerseits für alle Mitlesenden: mit ggf. privater Zuzahlung ein Einzelzimmer und vielleicht sogar Chefarztbehandlung „dazubuchen“. Hat für mich beides einen großen Unterschied gemacht zu einem sehr angemessenen Preis.
Alles Liebe,
Nina
Liebe Nina,
oh weh, ich finde, ich muss viel zu häufig lesen, dass GynäkologInnen sagen, dass Schmerzen normal sind :(. Wie schön, klingt auch nach einer sehr guten OP-Erfahrung, freut mich. Danke auch für das Lob. Viele Grüße, Eli
Liebe Elli,
Ich liege gerade auf der Couch und bin beim googeln auf deinen Erfahrungsbericht gestoßen.
Hatte vor 5 Tagen eine Lash, Gebärmutter und Eileiter raus……
Gestern vormittag, Tag4, bin ich entlassen worden.
Es war alles genau so wie du es beschreibst. Hatte allerdings eine sehr gute Ärztin die sich sehr viel Zeit bei der Erstuntersuchung genommen hat. Sie war meine Zweitmeinung. Die erste Klinik hätte mich nur durchgewunken 🙁
Ich bin auch eher ein aktiver Mensch und meine Frage an Dich wäre…..soll ich jetzt die nächsten zwei Wochen nur rumliegen?
Wie ist es mit kochen? Die schweren Töpfe hebt mein Mann. Also schnippeln und rühren…..
Staub saugen erlaubt? Staubsauger zum Hinterherziehen…..der Sauger wird von mir nicht angehoben.
Ich habe den Eindruck dass du zu Hause ganz schön rumgewirbelt bist.
Ich möchte nichts verkehrt machen. Nur rumliegen ist aber auch nicht meins 😉
Liebe Tina, dann erstmal gute Genesung!
Zu deinen Fragen: Das gute ist, dass du dir gar keinen Kopf machen musst. Dein Körper wird dir sagen, was geht oder nicht. Staubsaugen und Kochen geht wahrscheinlich schon. Mein Körper wollte dann immer, dass ich mich zwischendurch wieder hinlege. Aber diese „Aktivitätsfenster“ wurden immer länger. Und ich muss sagen: Mein Sofa ist wahrscheinlich das am wenigsten genutzte Möbelstück in meiner Wohnung, aber in den Nach-OP-Wochen habe ich es geliebt 🙂 – Naps tagsüber und lesen… Hat mir gut gefallen. Also mein Rat: machen worauf du Lust hast, solange dein Körper zustimmt.
Viele Grüße, Eli
P.S.: Die sehr gute Ärztin mit viel Zeit bei der Erstuntersuchung freut mich sehr!
Liebe Eli, herzlichen Dank für deine Zeilen und deine Mühe, deinen Verlauf so festzuhalten. Ich bin eine Woche nach der Lash-OP und sehr glücklich, das – in meinem Fall – mehrfache monatl. Sturzblutungen und Schmerzen ein Ende haben. Die Entscheidung ist mir in einer Nacht mit starken Blutungen plötzlich sehr leicht gefallen – meine Nerven und mein Körper konnten einfach nicht mehr… Ehrlich gesagt, hatte ich deinen Bericht zuvor gelesen und dadurch etwas Bammel vor der „Zeit danach“ bekommen. Aber was soll ich sagen – ja, es ist eben ein großer Eingriff, auch wenn es von außen nicht so ersichtlich ist, und der Körper sagt einem sehr genau, was geht und nicht….. Ich danke dir sehr für das Festhalten deines Verlaufs, der ehrlich und mutzusprechend ist. Und an alle Mädels da draußen – EURE ENTSCHEIDUNG IST DIE RICHTIGE, egal wie sie ausfällt! Herzlichste Grüße, Silke
Liebe Silke, du hast hoffentlich auch Artikel 2 und 3 gelesen und weißt deshalb, dass die (manchmal) blöde „Zeit danach“ vorbei gegangen ist?! :). Dir stehen bestimmt auch noch Stimmungstiefs bevor, bis dann alles wieder richtig gut ist… Kann mir aber vorstellen, dass die Nervzeit im Vergleich zu regelmäßigen Sturzblutungen und Schmerzen leicht(er) zu ertragen ist.
Gell, das ist spannend, dass der Körper so unmissverständlich klar macht, was er (nicht) will – ich kannte das vorher nicht in dieser Form.
Wünsch dir weiterhin gute Besserung- und wenn du auch Lust hast, deine Geschichte auch aufzuschreiben – ich reihe sie sehr gern hier ein: https://elisuperschnelli.com/erfahrungsberichte-hysterektomie/!
Liebe Grüße, Eli
Ich habe alle deine Artikel sehr aufmerksam gelesen, die mich natürlich anspornen. Auch die Gastbeiträge fand ich super spannend und wie unterschiedlich alle Geschichten sind. Ich fühle mich gerne animiert meine Geschichte aufzuschreiben…ich hab ja noch etwas Zeit auf der Couch vor mir ☺️ Ganz liebe Grüße
Hallo liebe Eli,
ich hatte nun auch vor 4 Tagen die Lash – meine Gebärmutter war voller Myome und wurde entfernt. Ich bin dir sehr dankbar, dass du deinen Verlauf so genau beschrieben hast. Mir hat das auch sehr geholfen und ich konnte so viel gelassener (trotz Aufregung) am OP Tag sein. Ich durfte nach der 2. Nacht auch schon abgeholt werden und erhole mich jetzt weiter zuhause. So wie du und auch die Ärzte sagen ist es nun am Besten auf seinen Körper zu hören und sich mit allem Zeit zu geben. Diese Zeit gebe ich mir nun weiter. Die Sonne lacht und so machen die kleinen Spaziergänge viel Freude. Liebe Grüße und nochmal vielen Dank! Steffi
Liebe Steffi, dann weiterhin gute Genesung!!
Ich fand „hör auf deinen Körper“ vor der OP echt immer einen doofen Hinweis- als ob ich immer wüsste, was mein Körper will. Aber ich hab noch keine getroffen, die es während der Post-OP-Phase nicht gespürt hat.
Lass es dir gutgehen,
Eli
Liebe Elli ich bin normalerweise auch Superschnelli aber ich erzähle hier nun eine entspanntere Version : Ich habe mich für die laparoskopische Hysterektomie aufgrund der HTR – Bio Idente Hormonersatztheraphie und des Myomwachstums entschieden. Meine OP war am 9.1 und nachdem ich sowieso einen Jobwechsel plante ging ich als arbeitssuchende in die OP, habe mir auch eine Pflege 2 x die Woche ins Haus kommen lassen und war 2 Monate im Krankenstand, die habe ich auch gebraucht. Bin sportlich, wandere, bike, Gym – am 1 Tag nach der OP wieder gegangen aber ich habe mich geschont. Das Co 2 im Rücken (haben bei mir die Gase nicht vollständig herausgebracht) war der schlimmste Schmerz nach der OP konnte beim liegen kaum atmen. Habe mir viel Schmerzmittel im Spital geben lassen und zu Hause mit Seractil weiter gemacht. Das SMZ Ost in Wien kann ich zwar empfehlen aber für sehr schmerzempfindliche Menschen wie mich ist der Umgang mit der Pflege eine Herausforderung, habe auch bei der Ombudsstelle eine Meldung machen müssen – wegen sehr unsensiblen Verhalten einer Pflegedame. Nun die Ärzte und Anästesiten waren nett. Ja ich gehöre zur aktiven und sportlichen Gattung Frau, bin viel gegangen auch mal 33.000 Schritte, nun mache ich nach 5 Monaten nach der OP auch fleissig Krafttraining – mit viel weniger Gewicht, auch wenn mir das volle
Gewicht vor der OP schon von meinem Frauenarzt empfohlen wurde. Achtsamkeit mit dem eigenen Körper ist wichtig und die Devise besser länger als kürzer schonen halte ich für absolut richtig. Ich spüre nun im 5 Monat immer noch ein Ziehe der Scheidenmanschette und Naht, das kann noch ne Weile so gehen, aber ich bin guter Dinge. Alles Gute , ich hätte mir in keinster Weise vorstellen können in der 3 Woche nach der OP zu arbeiten, aber es ist ja gut das wir so unterschiedlich sind. Es lebe die Diversität. Alles Gute
Hi, ja, diese OP bringt ganz neue Seiten in der Persönlichkeit zum Vorschein 😉. Schön, dass du so entspannt damit umgehen kannst.
Höre auch immer wieder, dass Frauen das Krafttraining (gerade mit Blick auf die Menopause) völlig unterschätzen, also: weiter so! Bei allem 💪!
Ja, es ist , die Frau , ist nach dieser OP, doch ein wichtiges steuck frau sein, verlorengegangen,, ich war gesund, hatte meine Regel noch 10 Tage zuvor,, ich bereue noch heute diesen falschen Entschluss,, Sex war danach nicht mehr meoglich,
Karin
Liebe Karin, das tut mir leid zu hören, da hattest du richtig Pech und/oder warst schlecht beraten?!
Liebe Grüße, Eli