[Gastbeitrag] Ich bin Elisabeth, 58 Jahre alt und arbeite als Ärztin im Krankenhaus.
Ich hatte seit Jahren Myome, die mich nie gestört haben. Diese waren plötzlich gewachsen, ein Zufallsbefund. Die Entartung ist sehr selten und noch dazu fielen die üblichen Gründe für Wachstum (z. B. Hormoneinnahme oder Östrogenabgabe durch Fettleibigkeit) bei mir aus.
Ich hätte noch ein wenig warten können. Der Tumorverdacht sowie eine Streuung lassen sich nur durch eine komplette Hysterektomie ausschließen, leider gibt es keine andere Möglichkeit. Die Entscheidung zur OP fiel mir schwer, aber ich konnte die Unsicherheit, dass da etwas Bösartiges sein könnte, nicht länger ertragen. Daher habe ich mich schnell für die OP entschieden.
Die Hysterektomie
Meine sehr kompetente Frauenärztin hat sich gegen eine laparoskopisch assistierte Hysterektomie entschieden, da ich schon einige Laparoskopien wegen Endometriose hinter mir hatte und zudem eine Hufeisenniere, die oberhalb des Nabels verbunden ist.
Es wurde eine primäre totale abdominale Hysterektomie (Muttermund, Gebärmutter und Eileiter wurden entfernt) durchgeführt mit Schnitt wie bei einer Sectio quer über dem Schamhügel, Mitte November 2024.
Der Befund zeigte, dass glücklicherweise alles gutartig war!
Also eigentlich alles umsonst, aber andererseits habe ich jetzt kein Krebsrisiko mehr und hätte immer beobachten müssen. Die Eierstöcke sind dringeblieben, da das Entartungsrisiko für Eierstockkrebs vor allem durch die Eileiter erfolgt und die sind ja auch entfernt worden. Die Eierstöcke haben auch in der Menopause noch hormonelle Funktionen und schütten Androgene aus, die wichtig sind für den Antrieb.
Rekonvaleszenz nach der Hysterektomie
Ich bin mittwochs operiert worden und Samstagabend nach Hause gegangen. In der ersten Woche habe ich viel Schmerzmittel gebraucht und bin aber gleich schon kleine Runden gelaufen. Vor der OP hatte ich 30 Minuten Yoga pro Tag gemacht. Dies habe ich jetzt nach zwei Monaten wieder aufgenommen und Spaziergänge sind kein Problem.
Ich war vier Wochen krankgeschrieben. Dann habe ich angefangen zu arbeiten, vielleicht ein bisschen zu früh für meine Arbeit, bei der ich wenig Pausen machen kann. Aber für einen Bürojob wäre es in Ordnung gewesen, aber früher auf keinen Fall. Am Anfang habe ich beim Arbeiten noch Ibuprofen gebraucht und auch 8 Wochen nach der OP spüre ich meinen Bauch. Um die Narbe habe ich noch Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen. Dies soll aber alles noch besser werden, ein Jahr Zeit sollte man sich geben. Rückenschmerzen (wie Eli) hatte ich überhaupt keine.
Meine Bauchform ist anders als normalerweise. Statt einer glatten Rundung hat mein Bauch, von der Seite gesehen, nun eine kleine Stufe. Unter der OP-Narbe ist er flach und direkt darüber ist da ein kleiner Wulst.
Ich habe sogar etwas abgenommen, da mir in den ersten Wochen etwas flau war durch die Schmerzen. (Kam nicht durch die Narkose und auch nicht durch die Schmerzmittel, habe ich ausprobiert.) In der ersten Woche, in der ich zu Ibuprofen (3 x 400 mg) und Novalgin (3 x 500 mg) auch Opiate (Oxygesic 10 mg retard abends) genommen habe, musste ich der Verdauung abends mit 10 Tropfen Laxoberal nachhelfen, das hat gut geklappt. Ansonsten hatte und habe ich keine Probleme mit dem Stuhlgang. Das Wasserlassen war am Anfang noch etwas verkrampft, hat sich dann aber schnell normalisiert. Inkontinent bin ich überhaupt nicht. Meine Operateurin hatte eine extra Naht am Scheidenstumpf gesetzt, um einer Blasensenkung bzw. Inkontinenz vorzubeugen.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Ein bisschen komisch ist es, sich vorzustellen, dass da nur noch ein Scheidenstumpf ist. Ich hatte ca. 6 Wochen nach der OP noch leichte Blutungen. Mein nächstes Projekt ist nun die Sexualität, da waren wir bislang sehr zurückhaltend, da ich am Bauch diese Missempfindungen habe. Aber mein Mann und ich sind entspannt und werden es langsam angehen lassen.
Kein Einfluss auf die Wechseljahre
In Bezug auf das Klimakterium merke ich praktisch keine Veränderung. Ich habe nie Hormone genommen. Nach meinem 50. Lebensjahr hatte ich keine Periode mehr und schon davor ein paar Jahre sehr unregelmäßig. Ich bin mittlerweile sehr viel näher am Wasser gebaut, und schlafe unruhiger und weniger fest. Hitzewallungen hatte ich vor ein paar Jahren ab und zu, jetzt selten. Auf der anderen Seite bin ich in manchen Dingen gelassener und habe ein besseres Selbstbewusstsein. Aber wie gesagt, keine Veränderung durch die OP.
Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar über unsere medizinische Versorgung und freue mich über die täglichen Fortschritte.
Anti-Rückenschmerzen-Tipp: Yoga mit Travis Eliot
Ihn kann ich sehr empfehlen. Es gibt die empowered Serie kostenlos auf YouTube mit 30 Tagen à 30 Minuten. Die ersten sieben sind noch harmlos und dann zieht es an. Mache das gerade zum dritten Mal und finde es immer wieder gut. Er ist nicht zu esoterisch und spricht ein sehr angenehmes Amerikanisch. Lohnt sich und kann man jederzeit und überall machen.
Nachtrag: Ein Jahr danach

Ich fühle mich allmählich wie vor der OP. Es wird immer besser, aber es ist noch nicht alles weg.
Viele Monate hatte ich fast täglich einmal Bauchschmerzen durch Verdauungsprobleme, die ich so häufig und stark vorher nicht hatte. Ich bin nicht inkontinent, aber wenn die Blase voll ist, fängt sie manchmal an sehr weh zu tun und ich muss dann wirklich sehen, dass ich sie entleeren kann. Das hat mich teilweise sehr deprimiert, da ich Angst hatte, dass dies alles so bleiben würde.
Ich dachte dann, dass es vermutlich besser gewesen wäre, den Bauchschnitt zu vermeiden, wenn ich in eine andere Klinik gegangen wäre. Meine Operateurin hatte sich nicht getraut, die Schlüssellochvariante zu probieren, da ich schon öfter Laparoskopien hatte. Aber meine Angst vor einem bösartigen Ergebnis hatte mich zu einer schnellen OP bewogen und mich abgehalten, mich noch woanders zu erkundigen, obwohl die Ärztin es mir sogar vorgeschlagen hatte.
Mein Rat wäre, sich möglichst an einer Klinik operieren zu lassen, die eine große Abteilung hat und die entsprechende OP täglich durchführt.
Mittlerweile habe ich nur noch ab und zu Schmerzen. Der Bauch sieht etwas anders aus, die kleine längliche Wurst über der Narbe werde ich wohl behalten, aber das stört kaum.
Insgesamt würde ich sagen, es hat tatsächlich ein Jahr gedauert, bis ich alles gut weggesteckt habe und ich bin sehr froh, dass es mir wieder gut geht. Manchmal dauert Heilung einfach etwas länger. Und durch Elis Blog hatte ich Hoffnung, da auch sie schrieb, dass es letztendlich ein Jahr gedauert hat, um sich wieder ganz normal zu fühlen.
Weitere Tipps zur Vorbereitung auf die Gebärmutterentfernung und die Krankenhauszeit sind hier gesammelt.
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