Wenn man auf dem kürzesten Weg durch die Alpen wandert, z.B. von Oberstdorf nach Meran auf dem E5, dann spricht man von Alpenüberquerung. Wenn man den längst möglichen Weg längs über die Pyrenäen nimmt, also von Meer zu Meer, was ist das dann? Habe ich eine Lücke in der deutschen Sprache entdeckt? Ich bin dankbar für Hinweise und erfinde bis dahin das Wort „Überlängsung“ oder nutze einen der spanischen Begriffe. Mein Liebling ist „Transpirenaica“.
Erst noch kurz Pyrenäen-Background, wir beachten diesen Gebirgszug ja gemeinhin kaum. Die Pyrenäen verlaufen zwischen Atlantik und Mittelmeer an der französisch-spanischen Grenze (vermutlich waren die Berge vor der Grenze da, aber so ist es verständlicher) und trennen die iberische Halbinsel vom restlichen Europa ab. Sie sind gute 400 Kilometer lang, nur 65 – 150 Kilometer breit, und höher als die deutschen Alpen: Es gibt ungefähr zweihundert 3.000er, der höchste ist der Pico de Aneto (3.404 m). Einige davon sind (noch) vergletschert, das könnte 2050 aber vorbei sein… Bei der Wanderführerlektüre habe ich gelernt, dass die Pyrenäen das Gebirge mit der höchsten Dichte an Bergseen in Europa sind: ~1500 bis 2512, davon abhängig welche Pfütze man noch als See zählt. Also deutlich weniger karg und trocken als sie sich die Meisten vorstellen.
Zum Weitwandern bietet sich längsen an, da hat man länger was davon und eine Tour am Meer zu starten UND zu enden ist verlockend. Genau die Freunde, die ich in Kombi mit dem Wandern in Spanien besuchen möchte, haben mir damals von der Transpirenaica erzählt. Der Floh sitzt schon länger im Ohr, hatte bisher nur nicht so viel Zeit am Stück (oder hab sie mir nicht genommen). Vielleicht war es noch nicht die Zeit dafür. Aber jetzt.

Die kursiven Abschnitte habe ich NACH dem GR11 hinzugefügt.
Ich nehme euch mit in meinen Entscheidungs- und Vorbereitungsprozess:
Gehrichtung: Ost nach West oder West nach Ost?
Für alle Hauptwege sind die Wanderführer von West nach Ost, also vom Atlantik zum Mittelmeer geschrieben. Ich habe noch nicht herausgefunden, warum das so ist. Wer keine Präferenz hat, folgt dem natürlich, vermutlich ist es ein sich selbst verstärkendes System.
Da Start und Ende auf Meereshöhe sind, machen die Höhenmeter keinen Unterschied. Die Markierungen (wo vorhanden) sind in beide Richtungen. Die Pässe können nicht alle in die eine Richtung viel besser zu gehen sein als in die andere. Was es für Sonne/Schatten etc. an Auswirkungen hat finde ich schwer zu sagen.
Ich möchte meine Freunde im Baskenland lieber am Ende besuchen, deswegen ist für mich klar: ich wandere vom Mittelmeer zum Atlantik.
Mittlerweile bin ich überzeugt, dass der Hauptgrund sehr simpel ist. Wir lesen von links nach rechts. Also vom Atlantik zum Mittelmeer. Karten in die andere Richtung zu lesen ist (aus eigener Erfahrung) nicht so einfach!
Davon abgesehen: Bei Ost-West hast du die Sonne im Rücken (angenehm) und Gegenwind (immer). Andersrum ist es andersrum. Rückenwind ist natürlich schön – wenn man alle Rucksackbändel und die Haare gut verstaut hat.
Ich bin (Nebensaison!) niemanden über die ganze Strecke mehrfach begegnet – wer so etwas sucht, der sollte besser am Atlantik starten.
Wanderzeit: Juli, August oder September?
Prinzipiell, mit Pickel, Steigeisen, den entsprechenden Klamotten und Kenntnissen ausgestattet, kann man ganzjährig losziehen. Wer „einfach nur wandern“ möchte, dem bleiben nur die drei genannten Monate. Im Juli kann noch Schnee liegen. Im August haben die Spanier, Franzosen, Italiener und Deutschen Urlaub (heißt: es ist voll). Im September sind die meisten weg, das Wetter ist spätsommerlich stabil oder es schneit schon wieder.
Im Juli kann ich nicht, im August will ich nicht und den September kann ich (in diesem Jahr) problemlos frei nehmen. Die Entscheidung war leicht. Im (Früh-)Sommer 2024 hat es so extrem lange und spät geschneit, ich habe die Hoffnung, dass der Schnee im Herbst erst später kommt…
Das war ein komisches Jahr… Hatte viel Regen. Aber keinen Schnee und keine Gewitter. Ich fands sehr angenehm, dass ich nirgendwo (außer Góriz) was reservieren musste, das ist im Juli/August anders, wurde mir gesagt. Dafür hatten nicht mehr alle Bars offen.
Route: GR 10, GR 11 oder HRP?
Es gibt unzählige Kombinationsmöglichkeiten, ich konzentriere mich auf die drei längsenden Hauptwege: Komplett auf französischem Gebiet bleibt der GR 10. Der GR 11 ist das Gegenstück auf der spanischen Seite. Dazwischen, und sich teilweise auch den beiden GRs bedienend, verläuft die HRP, die Haute Route Pyrénéenne.
GR steht wahlweise für Grande Randonnée oder Gran Recorrido und bedeutet Fernwanderweg.
Was nun nehmen? Gehen wir von meinen Präferenzen aus. Ich mag: Höhenmeter, spanisch, markierte Wege. Ich mag nicht: Französisch, ich-hab-mich-verlaufen-Panikmomente, kilometerlanges Forstweggelaufe.
Was bedeutet das?
| GR 11 | HRP | GR 10 | |
| Länge | 820 km | ~800 km | 866 – 920 km |
| Höhenmeter | 46.000 | 40.000 | 48.000-52.000 |
| Sprache | Spanisch | Spanisch, Französisch | Französisch |
| Markierung | ✔️ | X | ✔️ |
| Schwierigkeit | Von-bis | Die Wilde | Der Zahme |
| Höchster Punkt | Cuello de Tebarrai (2765 m) | Col de Inferieur de Literole (2983 m) | Hourquette d’Ossoue (2734 m) |
Die Schwierigkeit ist nicht so leicht zu objektivieren.
Um Höhenmeter muss ich mir in keinem Fall Sorgen machen…
Gefühlt gibt’s im Internet am meisten Berichte über die HRP (und witzigerweise aus dem Corona-Jahr 2020). Für viele ist sie am attraktivsten: der Weg verläuft in größtmöglicher Nähe zum Hauptkamm, dadurch wird weniger auf- und abgestiegen. Ich habe allerdings mit der Abkürzung meine Probleme. HRP erinnert mich an HPV und das ganze Gebärmutterkrebsgedöns, das brauche ich nicht und die Buchstabenreihenfolge verwirrt mich.
Bleibe also bei den Markierungen und Spanisch und nehme den GR 11. Und schaue mir später in der Planung die spanischen Abschnitte der HRP an, da lässt sich ja sicher was kombinieren.

Abwechslungsreich ist der GR11 generell schon. Für manche auch schwierig. Ich fand ihn nett und am Mittelmeer sehr langweilig. Wer, wie ich, das Hochgebirge liebt, der sollte die HRP machen. Wer auch die niedrigeren, lieblicheren Lagen und häufigere Zivilisationsausflüge zu schätzen weiß, der ist mit dem GR11 gut beraten. Auf dem GR11 waren viele Spanier unterwegs, auf meinem HRP-Abstecher (Tourenbericht Teil 2) habe ich fast nur Franzosen getroffen. Deutsche gabs nur wenige.
Mein (ungeprüfter!) Rat für den GR11: zwischen Setcases und Mittelmeer den HRP nehmen. Da fand ich den GR11 echt unspektakulär und hätte lieber mehr offene Fläche und Weite gehabt.
Dauer: 3 oder 8 Wochen?
Der Rother Wanderführer hat den Weg in 44 Etappen aufgeteilt. Das sind mit An- und Abreise 7 Wochen. Zu lang.
Wikipedia sagt: „Durchschnittliche Wanderer absolvieren den Weg in etwa 6 bis 8 Wochen, sehr schnelle Wanderer können den Weg aber auch in kürzerer Zeit (etwa 3 bis 4 Wochen) bewältigen. Der Schweizer Abenteurer Mario Hipleh lief die Strecke im Sommer 2021 in 16 Tagen, 6 Stunden, 59 Minuten, 15 Sekunden und hält damit den Streckenrekord“ (aus Wikipedia) Den Streckenrekord strebe ich nicht an, Superschnelli sein natürlich schon.
Habe mir aus den GR11-Daten mal Durchschnitte errechnet:
| Tage | Kilometer /Tag | Höhenmeter/Tag | In Wochen |
| 44 | 18,8 | 955 | 6,3 |
| 35 | 23,6 | 1200 | 5,0 |
| 30 | 27,5 | 1400 | 4,3 |
| 25 | 33,0 | 1680 | 3,6 |
Ein Dreiwochenurlaub reicht also nicht aus. Persönlich kommt mir die schlechte konjunkturelle Lage fast schon gelegen, die Firma freut sich aktuell über jede*n, der/die unbezahlten Urlaub nimmt. Und Arbeit bleibt auch keine liegen. In Summe habe ich jetzt knapp sechs Wochen Zeit für den ganzen Trip. Luxus!
Habe zwar keine Lust auf Regentage, aber sie gefährden den Zeitplan nicht (mehr) und ich habe am Ende trotzdem noch Freundezeit. Ich freu mich!
Ich habe am Ende 29 Wandertage + 2 Pausentage (1x Fuß, 1x Regen) gehabt. Das heißt im Schnitt: 29,4 km und 1.500 HM pro Wandertag. Das war schnell. Und bedeutet lange Tage: laufen, Pause, laufen, ankommen, essen, vielleicht Wäsche waschen, schlafen, packen, laufen, … Ich mochte diesen Rhythmus.
Ein Vorteil am Superschnelli sein: ich hatte jeden Tag mindestens eine Einkehrmöglichkeit (Hütte, Bar im Dorf, Tankstelle, …). Bei den „normalen“ 44 Etappen ist das nicht so.
Manchmal hab ich mir wiederum schon gewünscht, mehr Zeit zum Lesen etc. zu haben (spricht für kürzere Etappen und mehr Zeit). Andererseits war es oft nicht so warm/gemütlich, dass ich (v.a. am Spätnachmittag) noch entspannt Stunden draußen hätte verbringen wollen – und in den Refugios war es mir zu laut/eng.
Das ist wirklich ein hochindiviueller Punkt!
Begleitung: Allein, zu zweit oder in einer Gruppe?
Diese Frage stellt sich nicht so richtig. Malte lacht mich aus (er mag wandern nicht). Und wer hat so viel Zeit UND wandert schnell genug? Ernsthaft gesucht habe ich nicht, ich freue mich auf die Zeit mit mir. Das wird sicher interessant. Sorge um meine Sicherheit habe ich nicht, abgesehen davon, dass mir halt nichts passieren darf. Bin gespannt, ob ich mich zwischendurch einsam fühlen werde. Und wie viele Leute ich wohl treffe?
Ob man in einer Gruppe den gesamten GR wandern kann weiß ich nicht. Kam für mich nicht in Frage, Superschnelli-Gruppen gibts sicher nicht.
Allein war toll. Hätte mich über mehr Leute gefreut (also in die andere Richtung wandern müssen), aber einsam war ich nie. War schön mit mir, bin sehr gut mit mir ausgekommen.
Wenn ich mich im Regen nicht mehr selbst motivieren konnte, dann haben – an diesen vielleicht 3 oder 4 Tagen – Podcasts geholfen.
Schlafen: Hütte oder Zelt?
Es ist möglich die Tour ohne Zelt zu machen. Besonders dicht ist das Hüttennetz allerdings nicht und im September machen die ersten schon zu.
Gleichzeitig ist Camping (fast) überall erlaubt – nur in den Nationalparks gibt es Einschränkungen (erst ab einer Höhe von X Metern, Zeltaufstellung nur zwischen 19 und 6 Uhr erlaubt, o.ä.).
Ich habe nicht vor meine Etappen vorzuplanen, das ist mir zu unsicher – kenne das Wetter und meine Verfassung zum jeweiligen Zeitpunkt ja nicht. Müsste ich bei den Hütten aber. Ich mache es wie die meisten und freue mich auf großartige Campspots an den vielen Seen und mit Bergpanorama. Zelt/Tarp, Isomatte, Schlafsack, Kocher, Topf und Essen bedeuten zwar ungefähr vier Zusatzkilos, die getragen werden müssen, die nehme ich diesmal und für diese Freiheit in Kauf.
Das heißt nicht, dass ich jede Nacht draußen schlafen will. Die Lust auf Hüttenübernachtungen hält sich in Grenzen, aber ich komme ja auch immer wieder durch Orte (man nennt es Zivilisation) – da freue ich mich schon auf die eine Pension oder das andere Hotelzimmer mit so verrückten Dingen wie einem Bett und einer Dusche.
Im Endeffekt habe ich meine Nächte so verbracht: 11x Biwak | 8x Hostales/Hotels | 3x Campingplatz | 3x Refugio (bewirtschaftet) | 5 x Refugios libres (Schutzhütten) | 1x Refugio municipal (also wie Hütte, aber ohne Essen). Also deutlich weniger Biwak als gedacht – was vor allem am vielen Regen und der Einschränkung durch die Tarp/Poncho-Kombination lag. Zelten hat (im September…) wirklich niemanden gestört.
Was mir vorher nicht bewusst war: Für die Refugios libres, also die Schutzhütten, braucht man auch einen Schlafsack und Isomatte. Und natürlich Essen (inkl. Kocher…). Das heißt, bis aufs Zelt hat man eh schon alles dabei, dann kannn man auch das Zelt mitnehmen… Die Refugios libres haben mir gut gefallen, ich hätte die Option nicht missen wollen!
Essen: Hütte oder Selbstversorgung?
Den Fehler vom GR20 durch Korsika möchte ich nicht wiederholen. Damals fanden wir es authentischer, uns komplett selbst zu verpflegen und haben abends immer neidisch Richtung Hütte geschielt, wo alle anderen sich lecker und großzügig haben bekochen lassen.
Zudem ist es fast unmöglich, die verbrannten Kalorien in leichter Nahrung zu transportieren und wieder aufzunehmen.
Ich werde überall einkehren, wo es möglich ist. Café con leche, Tortillas, Kuchen, … ich freu mich auf alles!
Wo es nicht möglich ist, da koche ich dann eben bzw. probiere den (für mich?) neuen Trend des Coldsoakings aus. Bedeutet: „geeignete“ Nahrungsmittel werden nicht aufgekocht, sondern mit kaltem Wasser übergossen und quellen dann halt länger (und sind kalt), aber sind verzehrfertig. Geht wohl fantastisch mit Couscous, Ramen-Nudeln und allem, was dehydriert wurde. Aber nicht mit normalen Nudeln oder Reis. Es gibt eigene Kochbücher dazu. Ich werde berichten.
Wie oben schon gesagt: durch meine Superschnelli-Aktion habe ich jeden Tag mindestens eine Mahlzeit (oder einen Kaffee) fertig zubereitet zu mir genommen. Das war schon nett.
Was allerdings (auch 2024 noch) nicht selbstverständlich ist: Vegetarisches Essen. Das bekommt man mit Augenverdrehen auf den Hütten (oder drei Euro Aufpreis) und bei den Menú del días ist mit Glück eine vegetarische Option dabei. Vegan… – viel Spaß!
Ich habe mich für flexitarisch entschieden.
An-/Abreise: Zug oder Flugzeug?
Das hängt natürlich auch damit zusammen, wo man herkommt…
Der Stuttgarter Flughafen hat gute Verbindungen, mit dem TGV sind es aber auch nur gute drei Stunden nach Paris. Vom CO2 und dem Flugstress abgesehen, finde ich aber auch, dass sich Geh- und Überschallgeschwindigkeit nicht vertragen. Zug fühlt sich für mich richtiger an.
Das hat noch zwei Vorteile:
- Hin kann ich direkt eine passende Gasflasche für meinen Kocher mitnehmen (darf man im Flieger nicht). Die Foren sind voller Gasnachschubsorgen, ich muss mir da erst mal keine Sorgen machen
- Ich weiß erst, wann ich zurückfahre, wenn ich angekommen bin. Die Zugpreise sind weniger volatil als die Flugtickets. Wobei das nur bedingt stimmt, denn im TGV gibt’s ja Sitzplatzreservierungen, der ist also irgendwann ausgebucht…
Am Mittelmeer sind die nächstgelegenen Flughäfen Girona und Barcelona in Spanien. Am Atlantik hat man die Auswahl zwischen Donostia, Pamplona und Bilbao. In Frankreich weiß ich es nicht.
Der GR11 startet am Arsch der Welt in Cap de Creus. Da wurde wirklich der letzte Pyrenäen-Ausläufer mitgenommen. HRP und GR10 starten in Banyuls-sur-mer. Bis Perpignan kommt man mit dem TGV, dann gibt’s gute Anbindungen nach Banyuls. Ich habe beschlossen, nicht noch zwei bis drei Stunden Regionalbahn dran zu hängen, um an das Cap zu kommen. Sondern starte in Banyuls und quere noch am ersten Tag auf den GR11. Bin stolz auf mich, dass ich das entschieden habe und nicht denke, es zählt nur, wenn ich am Cap anfange.
Das Ende des GR11 ist in Hondarribia, dass des GR10 in Hendaye und die beiden Städte sind ineinander gewachsen (liegen aber in unterschiedlichen Ländern). Gibt man Hondarribia in die DB-Suche ein, wird man über Barcelona geschickt, das ergibt gar keinen Sinn. Viel schneller: mit dem Bus rüber nach Hendaye und dann die TGV-Direktverbindung nach Paris nehmen.
Habe meine Züge über die SNCF Connect App gebucht (französisches Pendant zum DB Navigator), das war unkompliziert.
Durch die vorhandene Markierung hoffe ich ja, dass ich möglichst gar nichts zusätzliches brauche. Habe ich aber natürlich dabei. Ich nutze (wie immer) Komoot (auf dem Handy) und lade den Track auf meine Sportuhr – da wird er mir als Linie auf dem Display angezeigt. Die Regionen, durch die ich wandere, sind in verschiedenen Apps zum Offline-Abruf gespeichert.
Den Track selbst habe ich in vier Abschnitte à ca. 200 Kilometer aufgeteilt. Start/Ende sind jeweils in größeren Orten (Definition: mehr als eine Unterkunft und ein Geschäft und eine minimale Auswahl an Bars und Restaurants), die ich zum Aufladen (der mentalen, physischen und elektronischen Akkus; Essensaufnahme für den Magen und für den Rucksack; schlafen/duschen) eh brauche. Das sollten nicht zu viele Daten auf einmal sein, aber auch nicht zu kleinteilig.
200 km war mir zu großteilig. Habe die Tracks unterwegs noch mal getrennt – 100 Kilometer fand ich besser. Dann kann man auf dem Höhenprofil auch noch was erkennen. Und wenn man in der App nachschaut muss man nicht jedes Mal so viel scrollen.
Notfall: Handynetz oder Satellit?
Die Angaben variieren, aber eigentlich sind sich alle einig, dass der Handyempfang in den Pyrenäen deutlich dünner ist als in den Alpen. Wäre ich nicht allein unterwegs, würde ich es vielleicht riskieren, aber allein? Nach einiger Recherche (Motorola Defy Satellite Link klingt toll, die Rezensionen sind aber vernichtend; Garmin inReach Mini ist perfekt, aber superteuer – auch in den laufenden Kosten, …) habe jetzt ein Satellitentelefon gemietet (5€/Tag; das Internet spuckt mehrere Anbieter aus). Fühlt sich an wie in frühen Handytagen, es ist ein Knüppel mit ausziehbarer Antenne. Soll mir nur zur Notfallkommunikation dienen und es ist (neben dem Erste Hilfe Set) das Item im Rucksack, das ich gerne ungenutzt wieder mit zurücknehme.
Fand diese Darstellung der Netzabdeckung spannend, hab aber nicht recherchiert, ob das ein vollständiges Bild ist: Link zu nperf.com.
Auf dem GR11 hat man relativ häufig Empfang. Oft an den Pässen, immer in den Dörfern, manchmal dazwischen. Im Nachhinein fand ich das Satellitentelefon übertrieben – aber natürlich auch, weil ich es nicht gebraucht habe.
Wenn du den HRP machst, ist es schon nochmal anders. Zumindest auf meinem Abschnitt hatte ich zwei (lange) Tage lang gar keinen Empfang.
Damit war mein Rahmen erstmal klar, die nächste spannende (und zeitintensive) Planungsetappe war die Packliste…
Habt ihr bis hierher Fragen oder Ergänzungen? Oder womöglich eigene Erfahrungen? Freu mich drauf sie zu hören!
Rund um den GR11 und die Transpirenaica kannst du hier weiterlesen:
> Zu Fuß über die Pyrenäen: Welche Wege gibt es, wann, warum, wie, …?
> Tourenbericht Tage 0-7: Wald und Regen auf dem Weg von Banyuls-sur-mer nach Puigcerdà
> Tage 8-16: Besseres Wetter, Andorra und ein aufregender Abstecher auf die HRP
> Tage 17-24: Unsichtbare Berge, lange Etappen, Höhen und Tiefen
> Tage 25-31: Emotionaler Endspurt zum Atlantik
> Klar, die Packliste für den GR11 gibt’s auch!
Oder dir bei Komoot meine geplanten Route(n) anschauen: GR11 / Transpirenaica-Collection
Spannende Themen!
Ich möchte keinen Beitrag mehr verpassen, bin aber auch zu faul, hier regelmäßig nachzuschauen… Eine E-Mailbenachrichtung bei neuen Posts wäre toll!

1 Comment
Cool, Eli, ich bin sehr gespannt!
Bleib gesund dabei!
Nikolaus