850 Kilometer und 29 Wandertage (+ 2 Pausentage) war ich im September 2024 unterwegs – vom Mittelmeer zum Atlantik auf dem GR11. Ergänzend zum Tourenbericht (Transpirenaica Teil 1-4) nun also noch, was ich eigentlich in meinem Rucksackchen hatte…

Über die richtigen Packstrategien kann man sich hervorragend streiten. Muss man aber nicht – jedeR macht es bitte, wie sie/er es für richtig hält. Ich gehöre zum Lager „Minimalistisch-Lightweight ist in jedem Fall besser“. Warum? Weil es das Leben leichter macht, wenn man wenig(er) dabei hat. Und weil (bei mir) ab ~10 Kilo jedes weitere auf meine Performance und Laune schlägt – darauf hab ich keine Lust.

Gleichzeitig finde ich, dass man idealerweise das nutzt, was man eh schon hat (auch wenn es nicht ultralightweight ist). Diesmal habe ich aber doch einige Items mit speziellem Blick auf die Tour gekauft. Damit das Tarp jetzt nicht komplett verstaubt: ich verleihe es gern!!! (und frage mich, warum ich nicht auf die Leih-Idee gekommen bin…)

Mein Packziel: Rucksack inkl. Inhalt (ohne Wasser und Essen) < 7 kg.
Es wurden 8 kg. Mit Wasser (meist 1-1,5 l) und Essen (für max. 4 Tage) waren es die meiste Zeit 10-12 kg in Summe.

Noch zum Wetter: Der August 2024 war komplett trocken, der September dafür deutlich überdurchschnittlich nass.
Im Jahr davor wars anders, nächstes Jahr vermutlich auch…

  • Gerechnet habe ich mit: viel Sonne, mal ein Regentag / Gewitter. Tagestemperaturen bis 30 Grad, nachts bis 0 Grad
  • Realität: 13 Tage mit Regen (4 davon richtige Regentage). Tagestemperaturen bis 26 Grad, aber meist um die 20 Grad und die kälteste Nacht war vermutlich um die 3 Grad.
Transpirenaica / GR11 (Foto: Eli)

Klamotten & Wanderzubehör

Normalerweise trenne ich in ein Tag- und ein Abendoutfit. Diesmal habe ich es minimiert, meine Abendklamotten waren bei Bedarf auch als Wärmezwiebelschichten beim Wandern miteingerechnet.

Das war mein Wanderoutfit:

WasKommentar im RückblickGramm
1 P. Socken  Wandern | 1 Ersatzkann das Ersatzpaar nur wärmstens empfehlen! Ich hab unterwegs nochmal neue Socken gekauft, das zweite Paar war irgendwann auch durch. Und: die Socken sollten mind. 2 Fingerbreit länger sein als die Schuhe hoch, sonst reibt das irgendwann unangenehm auf der Haut (hatte Füßlinge dabei, das war ne doofe Idee…) 
kurze Hose / Wanderhoseleicht und schnelltrocknend 
Sport-BHleicht und schnelltrocknend 
2 Slipsleicht und schnelltrocknend. Werden abwechselnd gewaschen und getragen18
Wandershirtleicht und schnelltrocknend, Merino 
Buffhabe es täglich getragen. Meist als Stirnband gegen den Wind. Ein richtiges Stirnband wäre schicker gewesen, aber wenn man alleine unterwegs ist gibt’s eh nicht viele Fotos…44
Schuhedie meisten sind in Trailrunning-Schuh-Varianten unterwegs, manche in (leichten) Wanderstiefeln. Ist Geschmackssacke, ich war mit meinen minimalistischen Multisportschuhen sehr zufrieden650
Stöckeunbedingt! Entlastet beim Rucksacktragen, besser für die Knie bei bergab, macht die Laufbewegung ganzheitlicher und vermeidet geschwollene Finger.570
Rucksack 33lHätte alternativ einen 50l-Rucksack zur Auswahl gehabt – der ist aber viel schwerer, damit hätte ich mein 8kg-Ziel nie erreicht. Auch, weil ich dann automatisch mehr eingepackt hätte. 33l haben gereicht, die Jacke hat allerdings nicht mehr reingepasst, als ich Essen für 4 Tage dabei hatte. 1230

Die Basisausstattung wurde ergänzt durch:

ultraleichte Fleecejacke mit Kapuzehabe ich in Andorra gekauft – fand die Farben toll, sie passte und war stark reduziert… Geniale Ergänzung meines Kleiderschranks. Genial, dass es eine Jacke (und kein Shirt) ist und sie 3 Taschen und eine Kapuze hat. Gehört ab jetzt zur Standardausrüstung 
Isolationsjackehabe investiert und eine Kunstfaserjacke von Patagonia gekauft. Ich bin schockverliebt. Vor allem, weil die Kapuze so eng sitzt, dass Wind keine Chance hat. Nur die Höhe der Taschen ist bescheuert – genau unter dem Hüftgurt.260
Capfür Sonne und Regen76
RegenhoseEin Kleidungsstück, das ich nicht mag. Hab sie aber erstaunlich viel getragen! Abends (man kann sich überall hinsetzen, ohne die Klamotten schmutzig zu machen), als Windschutz für die Beine und – als Regenhose.260
Armlingedachte es wäre ne gute Idee, war aber quatsch. Wenn die Arme kalt waren, dann war es die Brust auch (Wind immer von vorne) und ich hab eine komplette Schicht (meist die Isolationsjacke) gebraucht.62
HandschuheSoftshellhandschuhe. Unbedingt notwendig, Wind und Abende können frisch sein.56
Mützeda Quilts keine Kapuze haben ist eine Mütze unbedingt erforderlich. Meine rutscht mir im Liegen allerdings vom Kopf… Erst die Fleecejackenmütze hat das Problem gelöst.42
warme Sockenfür den Abend46
Bikinihatte gehofft, ihn in meinen Erholungstagen am Ende zu brauchen. Bis dahin war das Oberteil der Abend-BH. Mind. die Hose hätte ich sparen können.100
Leggings (Schlafen)hab die etwas wärmere genommen, das war dir richtige Entscheidung für mein Wetter200
Longsleeveaus Merino, etwas wärmer. Wer eins mit Kapuze hat: das nehmen (siehe Mütze und Fleecejacke)242
T-Shirthätte lieber ein dünnes Langarmshirt gehabt (dessen Ärmel man hochkrempeln kann?) mochte es nicht, mit nackter Haut auf Isomatte/Schlafsack zu liegen76
Sonnenbrilledie hatte ich nie auf. Weil a) relativ wenig Sonne, b) ich in meiner Gehrichtung die Sonne oft im Rücken hatte, c) die Schirmmütze genügend Schatten macht. Hätte lieber meine normale Brille mitnehmen sollen…22
Adilettenhatte ich nicht dabei und habe sie schmerzlich vermisst. Zum Abends Essen (in der City) oder Pinkeln gehen (beim biwakieren) nochmal in die (womöglich) nassen Schuhe steigen? Richtig blöd… 

Schlafen

Das vorab schwierigste Thema. Wollte mein Zweipersonenzelt nicht mitnehmen, ganz ohne Schutz aber natürlich auch nicht los… Aber schon möglichst leicht. In Erwartung von gutem Wetter war ich zu Kompromissen bereit. Habe mich am Ende für eine Cape/Tarp-Kombination entschieden. War in meinem Fall grenzwertig, aber noch okay. Glücklicherweise bin ich nicht in die Situation gekommen, dass ich morgens das klitschnasse Tarp als Regenschutz über mich werfen musste. Empfehlung: Ja, sofern es entweder (sicher) überwiegend trocken ist und/oder man nachts auch mal ein Dach über dem Kopf hat.

das Nacht-Setup

Mein Schlafsack ist 15 Jahre alt und hat längst nicht mehr die Komforttemperatur, die drauf stand und er auch mal hatte (-1 Grad). War mir also zu unsicher. Bei der Recherche bin ich auf Quilts gestoßen. Das ist ein Schlafsack ohne Rückenteil und Kapuze. Das macht ihn leichter und man kann sich unter der Decke als Seitenschläfer deutlich schöner umdrehen. Er wird an der Isomatte befestigt, dadurch werden Kältebrücken vermieden. Wollte eigentlich einen Kunstfaserquilt (um ihn häufig(er) waschen zu können). Die sind selten, weil das größere Packmaß (gegenüber Daune), den Vorteil des Lightweight aufhebt. Der, den ich mir bestellt hatte, war viel zu kurz und das Packmaß doch erschreckend groß. Zugunsten des 33-Liter-Rucksacks wurde es doch ein Daunenquilt, der zu unglaublichen 3l zusammengepresst werden kann. Beeindruckend.
Großer Nachteil, den ich mir vorher nicht klar gemacht hatte: Ungeeignet(er) für Hütten und Winterräume – muss entwerder meine Isomatte als Unterlage nutzen, oder doch den (ungeliebten) Hüttenschlafsack mitnehmen, um Matratze und Kopfkissen zu bedecken.

Zelt/Tarp + 6 HeringeDas superleichte Stück Stoff wird als 360-Grad-Tarp (also ein Zelt-ohne-Boden) aufgestellt oder als Regenponcho getragen.
Teil 2 des Pakets: ein (Insekten-)Netzzelt, das ins Tarp eingehängt wird oder einzeln aufgestellt werdne kann. Eine gute Ergänzung, war froh drüber. 
700
Isomattehalt die, die ich hab. Der r-Wert könnte besser sein, das Gewicht und Packmaß kleiner, aber sie war vollkommen ausreichend.750
Quilt Die kälteste Nacht war vermulich etwa 3 Grad, das ging locker (Komfort: -1). Kann das Quilt-System nicht uneingeschränkt empfehlen (s.o.), aber ich bereue den Kauf nicht.590
Kissenaufblasbar. Habs eingepackt, weil ich so wenig Klamotten dabei hatte (und davon ausgehen musste, einen guten Teil auch nachts zu tragen), dass ich nicht genug für ein Kopfkissen übrig habe80
mind. 5 Plastiktütendavon ein großer schwarzer Müllsack, in den der ganze Rucksack passt. So ist er nachts geschützt vor Regen/Tau, selbst wenn er vor dem Zelt liegen muss. Die übrigen sind für Isomatte, Schlafsack, Klamotten, Essen, …30
Rettungsdeckeverwende ich auch als Schlafunterlage und Isomattenschutz62

Gedöns und Technik

Reparatur Iso/Tarp20
WanderführerHatten den Rother (GR11) dabei (keine Empfehlung für Biwakierende) und den HRP Pocket Guide (für den Fall, dass ich switche). Das Gewicht wurde weniger, ich habe die verwanderten Seiten weggeworfen212
Mini-Kugelschreiber4
Nähzeug2
Mülltütensiehe oben
Bargeld & Kartenmanchmal ging nur bar, manchmal ging nur Karte – meist hatte man die Wahl. 42
Thuraya Satellitentelefonhabe ich für die Zeit gemietet. Empfinde ich im Nachhinein für den GR11 übertrieben (weil ja nichts passiert ist), für die HRP wäre es vielleicht nochmal anders. Gibt oft keinen Empfang, aber die Abstände zwischen Dörfern und Refugios sind doch nicht sooo groß. Und mir kamen täglich Leute entgegen, mich hätte jemand gefunden.250
SmartphoneTracks offline, Karten (Komoot, mapy.cz) offline, Passwörter der wichtigsten Dienste dabei, …175
noch ein Smartphonezum einen falls doch was wäre und für den Fall, dass ich mein Handy vom Berg werfe, im Fluss versenke, es einen Regenschaden davon trägt. Natürlich wassersicher an einem anderen Ort verstaut als Handy 1192
GPS-Uhrmit den Tracks48
Kopfhörerdie alten, kabelgebundenen. Gewöhnungsbedürftig, aber halt 50g leichter…12
Powerbanksehr sinnvoll. Mir hat eine 10er völlig ausgereicht176
E-Book-Readerohne Hülle202
Stirnlampeauch selten gebraucht, aber essenziell100
Mehrfachstecker + Ladekabel… in einem  Ziploc206

Bad und Erste Hilfe

Zahnbürste, -creme30
Sonnencreme 50mlhat nur gereicht, weil so wenig Sonne war…50
Seife30g All-in-one-Seife waren mehr als ausreichend44
kl. Haarbürste30
Deocremein einem Mini-Töpfchen18
Ohropaxsehr wichtig6
2 Haargummis1
Toilettenpapierin einer kleinen Pastiktüte. Und eine Mülltüte, weil das Papier natürlich NICHT in den Bergen bleibt10
Händedesinfektion40
Mikrofasertuch (Handtuch, Waschlappen, Zelt trocknen)so 30×30 cm groß. Ist als Handtuch knapp, vor allem für die Haare, aber es geht. In den Hotels/Hostales gab es ja Handtücher24
Feuchttücher22
Erste Hilfe Set + TablettenIbuprofen, Desinfektionsmittel, Pflaster, Mull, Verband, Kompresse, Fenistiltropfen, Einmalhanschuhe210

Küche

die Küche im Einsatz
Kocher mit Feuerzeugbzw. 2 Feuerzeuge, das zweite ist im Erste-Hilfe-Set98
GasDachte, die große Kartusche reicht maximal zwei Wochen – sie ist nach der Tour noch halbvoll. Also eine kleine/mittelgroße mitnehmen. Hab sie aber nur an den Biwakabenden verwendet, um 300ml Wasser für den Couscous zu kochen und vielleicht 3x Kaffee gemacht.648
Sporkbin genervt von meiner Edelstahl-Klappvariante, die ist völlig ungeeignet zum Topf auskratzen18
Taschenmesser mini mit Schereselbsterklärend22
Topffür 1 Person, auch in der Funktion „Tasse“225
Coldsoaking Gefäßeine 600ml-Plastikdose, die fest verschließbar ist. Praktisch für die Overnight Oats, Abendessen gabs darin und zwischendrin war es Aufbewahrungdose z.B. für Trockenobst116
Trinkblase2l. Die Blase habe ich nur ganz voll gemacht, wenn ich nicht wusste, ob ich an meinem Übernachtungsspot Wasser habe.218
Softflask mit Wasserfilter0,5 l Softflask mit Katadyn BeFree-Filter. Den verwenden sehr viele – ist einfach (und) super praktisch. Man muss nicht überlegen, ob das Wasser gefilter werden muss oder nicht, es wird einfach gefiltert. Hab meist das Wasser für die Trinkblase auch einmal hier durchgedrückt.28
Danke, Corona, für die Testtüten – genial für Gewürze

Essen habe ich unterwegs eingekauft (v.a. Haferflocken, Couscous, Schokolade, Riegel, Nüsse) und bin bei jeder sich bietenden Gelegenheit eingekehrt. Von zu Hause hatte ich mitgenommen:

  • Leinsamen/Chia
  • Instantkaffee mit Weißer gemischt (schlechte Idee!, der Weißer macht komisches mit dem Kaffee)
  • Salz + Kräuter
  • Zimt-Zucker
  • 2 Fertigessen: Kartoffelpüreepulver, Intant-Polenta

Rund um den GR11 und die Transpirenaica kannst du hier weiterlesen:

> Zu Fuß über die Pyrenäen: Welche Wege gibt es, wann, warum, wie, …?
> Tourenbericht Tage 0-7: Wald und Regen auf dem Weg von Banyuls-sur-mer nach Puigcerdà
> Tage 8-16: Besseres Wetter, Andorra und ein aufregender Abstecher auf die HRP
> Tage 17-24: Unsichtbare Berge, lange Etappen, Höhen und Tiefen
> Tage 25-31: Emotionaler Endspurt zum Atlantik
> Klar, die Packliste für den GR11 gibt’s auch!

Oder dir bei Komoot meine geplanten Route(n) anschauen: GR11 / Transpirenaica-Collection


Spannende Themen!

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3 Comments

  1. Hoi Eli,

    Interessante Liste. Ich bin grad zurück von der Schweizer via Alpina….sehr empfehlenswert!!!!….und suche mir mein nächstes Abenteuer. Wahrscheinlich der GR11 von Anfang/Mitte Aug bis Mitte/ende Sep 26.

    Du hast geschrieben, dass du „froh warst“ über dein Netzinnenzelt. Heisst das, dass es viele Insekten gab? Bzw. wie war es mit Insekten (Mosquitos etc.) besonders am Abend?…..Aus Gewichtsgründen könnte man statt dem Netzinnenzelt einen Seidenschlafsack und ein Kopfnetz nehmen. Und den Seidenschlafsack auch als Hüttenschlafsack verwenden. Man spart je nach Zelt/Tarp ca. 200-300 g.

    Und: Wie viel Wind hattest du? An Sonnentagen bzw. auf den 4 richtigen Regentagen? Auf der via Alpina hatte ich eine Regen/Sturmjacke (300 g) dabei. Aber wenn es so warm ist wie du schreibst, wäre ein kurzer Poncho (MYOG: Regenmantel als Poncho umfunktioniert bis etwas über die Hüften mit 2 Ausgängen für die Hände: 203 g) mit Regenrock idealer.

    Aja: Wenn du ein nächstes kurzes Abenteuer suchst, kann ich dir die Schweizer via Alpina empfehlen:
    https://schweizmobil.ch/de/wanderland/route-1

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Wolfgang

    • Hallo Wolfgang, die Via Alpina klingt nach einer super Sache, tatsächlich liebäugele ich schon eine Weile mit ihr…
      Moskitos gab es wenige/keine, es war einfach schön, ein wenig abgeschirmt zu sein vor allen Insekten 🐜 . Ich hasse Seiden-/Hüttenschlafsäcke (viel zu eng), ich nutze sie nur, wenn ich muss. Der Vorschlag wäre also keine Option für mich.
      Wind gabs, ich habe meinen Poncho an mir festgebunden, aber es hat (ohne Regenjacke) gut funktioniert. Da kann deine Option durchaus funktionieren.
      Viel Spaß und liebe Grüße, Eli

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