[Gastbeitrag] Ich bin Nina, 44 Jahre, verheiratet und habe keine Kinder. Ich arbeite als Versicherungskauffrau im Innendienst, koche gern, esse noch lieber und bin großer Amrum-Fan. Meine OP war im Februar 2025.

DIE VORGESCHICHTE

Im Laufe der Regel – schmerzhafte Jahre

Die Diagnose Endometriosezysten und Uterus Myomatosus habe ich mit 43 Jahren, im Mai 2024, bekommen. 30 Jahre nach meiner ersten Periode, die von Anfang an mit unerträglichen Schmerzen, Übelkeit und Durchfall begleitet wurde. Ich fehlte oft bis zu 2 Tage in der Schule, weil ich fast nicht laufen konnte. Mein erster Frauenarzt sagte mir, dass das eben starke Schmerzen sind und nur die Pille helfen würde. Mit 15 ließ ich mir dann die Pille verschreiben, weil ich es nicht mehr aushielt. Die Schmerzen wurden erträglicher, ich hatte aber trotzdem mein Leben lang, bis zu meiner OP, Durchfall, Übelkeit und Schmerzen an den ersten Tagen der Periode.

Ein Leben ohne Pille

Irgendwann begann ich, auf das zu achten, was ich meinem Körper zuführe, angefangen vom Essen, über das Waschmittel, Kosmetika und natürlich Hormone. Ich setzte die Pille ab und verhütete ab da mit „Persona“ (über den Urin), dann mit der Temperaturmethode und Kondom an den „gefährlichen“ Tagen. Das ging gut. Ich fand es spannend und genoss es, meinen Körper in jeder Phase des Zyklus anders zu erleben. Die Schmerzen waren zu diesem Zeitpunkt erträglicher. Trotzdem benötigte ich meistens Schmerzmittel an Tag 1 und musste mich 6 bis 8 Mal im Jahr krank melden, wenn auch nur für je einen Tag.

Zwischen Trauer und Akzeptanz – kein Nachwuchs

Mit 29 lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und wir verzichteten bald komplett auf Verhütung und ließen es drauf ankommen. Es tat sich aber nichts. Mein damaliger Frauenarzt diagnostizierte zu viele männliche Hormone und ein PCOS und riet mir, mit meinem Mann in eine Kinderwunschklinik zu gehen. Bei ihm hatte der Urologe zu wenige gute Schwimmer diagnostiziert. Irgendwann gingen wir zu einem Infoabend in ein Kinderwunschzentrum, waren aber abgeschreckt von den Spritzen, Hormonen und dem klinischen Ansatz. Wir wollten so kein Kind empfangen. Entweder klappt es natürlich oder es ist uns eben nicht bestimmt, beschlossen wir. Das “Gute” an dieser Situation war, dass es an uns beiden lag und wir diese Entscheidung auch gemeinsam getroffen haben.

Die nächsten Jahre waren die Schmerzen mal besser, mal schlimmer, aber es war erträglich. Mit 38 rückte unser Kinderwunsch langsam in den Hintergrund und wir arrangierten uns mit einem Leben ohne Kinder. Wir fühlten uns mittlerweile einfach zu alt. Da wir zusammen 9 Nichten und 2 Neffen haben, sind wir trotzdem gebraucht, aber frei in unserer Lebensplanung. Für uns mittlerweile ein guter Lebensentwurf. Was in der Kinderwunschklinik hinsichtlich der Myome und Endometriose passiert wäre, frage ich mich heute manchmal – jedoch bin ich froh, dass ich mich erst jetzt damit auseinandersetzen musste. Die Entscheidung für oder gegen eine Unterleibs-OP wegen der Myome oder der Endometriose – mit potenziellen Risiken für die Empfängnis – wäre während einer Kinderwunschbehandlung vermutlich sehr viel schwieriger und emotionaler gewesen.

Der Beginn meiner Odyssee

Anfang 2023 stellte ich eine immer länger werdende Periodendauer, Schmierblutungen zwischen den Tagen und wieder heftigere Schmerzen fest. Irgendwann im Herbst 2023 verschrieb mir mein Frauenarzt ein Gestagen-Monopräparat für 14 Tage, um eine angeblich festsitzende Eizelle zum Sprung zu bewegen. Das Ziel: Die Blutungen sollten wieder weniger werden. Das hat nicht wirklich funktioniert, war aber gefühlt für mich der Startschuss für meine Odyssee.

Ich hatte schon von meinem ersten Frauenarzt, ich glaube, das war um 2001, eine Zyste am Eierstock diagnostiziert bekommen. In meiner Erinnerung wurde dies aber als „nicht weiter tragisch“ abgetan. War das bereits eine Endometriosezyste? Mein zweiter Frauenarzt hatte mir ebenfalls eine Zyste am Eierstock und vor 6, 7 Jahren ein 5 cm großes Myom diagnostiziert. Auf meine Frage, ob man das behandeln müsste, meinte er: „Nur wenn es Probleme macht.“ Das hatte ich nicht infrage gestellt, da es mir ja „gut“ ging. Ich hatte zwar um meinen Eisprung herum immer ein Ziehen und Schmerzen vor dem Stuhlgang. Dass das mit ebendiesem Myom in Zusammenhang stehen kann, sagte er mir damals nicht. Auch nicht, dass die Zyste eine Endometriosezyste war.

Nun teilte er mir mit, dass die zunehmenden Schmerzen und Blutungen wohl doch an diesem Myom lagen. Da ich ja eine hormonelle Behandlung ablehnte, könne er da nichts machen und ich müsste bis zu den Wechseljahren da durch. Da hätte ich mich über eine weniger „Beleidigte-Leberwurst-Haltung“ gefreut und eine richtige Aufklärung – auch mit alternativen Behandlungsmethoden.

Unter Druck: doch eine hormonelle Behandlung?

Ich fühlte mich unter Druck, doch eine hormonelle Behandlung durchzuführen. Im Februar 2024 wechselte ich zu einer anderen Frauenärztin, die mir mehrere Myome, das größte mit mittlerweile 7 cm, bestätigte, und Endometriosezysten an beiden Eierstöcken. Das war das erste Mal, dass das Wort „Endometriose“ wirklich fiel. Sie erklärte mir, dass man es mit dem neu für Endometriose und Myome zugelassenen Medikament „Ryeqo“ versuchen könnte, einem GnRH-Antagonisten. Er sollte mich in die künstlichen Wechseljahre versetzen, aber mit einem Kombipräparat aus Gestagen und Estradiol den Nebenwirkungen entgegenwirken. Ich ließ es mir verschreiben, holte es aber nie aus der Apotheke ab: Dieses Medikament machte mir mehr Angst, als die Schmerzen oder eine OP. Die Frauenärztin erklärte mich für verrückt. Ich erbat mir weitere Bedenkzeit und sie meinte, ich hätte 3 Monate Zeit, das Rezept einzulösen.

Ich versuchte es daraufhin mit vollständigem Verzicht auf rotes Fleisch, Wurstwaren und entzündungsfördernde Lebensmittel und nahm Kapseln mit Grüntee-Extrakt ein, um eventuell das Myom zum Schrumpfen zu bringen – und als Alternative zu Ryeqo.

Das Schmerzlevel steigt

Ende Januar 2024 machte ich eines Tages meine Kraftübungen, unter anderem auch auf dem Boden. Es war seit Längerem unangenehm, Übungen auf dem bzw. mit dem Bauch zu machen. An diesem Tag bekam ich nach den Übungen sehr starke Krämpfe im Unterleib. Ich bekam diese mit Entspannungsübungen weg, jedoch war seitdem ein permanenter Druck vorhanden. Anfang Februar, einen Tag vor meinen Tagen, hatte ich in der Nacht wieder abartige Bauchkrämpfe. Ich hatte das Gefühl, man sticht mit einem Messer in meine Gebärmutter oder Blase, ich konnte es nicht unterscheiden. Vermutlich hatte ich ein „akutes Abdomen“ – mein Bauch war steinhart – und hätte ins Krankenhaus gehört. Ich dachte aber, das wäre jetzt eben eine weitere Steigerung des Schmerzlevels und ich hielt die Schmerzen aus, nahm Schmerzmittel und betete, dass sie schnell helfen würden. Es verging aber bestimmt eine Stunde, bevor ich wieder normal atmen konnte. Am nächsten Tag waren die Schmerzen noch da, aber erträglich und ich bekam meine Tage. Die Schmerzen waren nun aber permanent vorhanden – vor allem am Ischias und am rechten Beckenknochen hatte ich unerträgliche Nervenschmerzen. Hier half mir der Retterspitz Muskelroller sehr gut, das an dieser Stelle als Geheimtipp.

Anfang März und Anfang April hatte ich wieder am Tag vor den Tagen diese unfassbaren Bauchkrämpfe mit zunehmender Stärke. Ich hatte das Gefühl, auseinanderzubrechen. Ich bin einiges an Schmerzen gewöhnt, aber das war Stufe 10 von 10. Als ich dann im April zusammen mit diesen Krämpfen Fieber bekam, suchte ich meine Hausärztin auf, die mir einen hochgradigen Harnwegsinfekt diagnostizierte. Der Entzündungswert war bei fast 100. Das Antibiotikum brachte den gewünschten Effekt, aber die Schmerzen hörten nicht mehr auf und waren nun jeden Tag mehr oder minder stark vorhanden. Ich nahm seit Februar/März so gut wie jeden Tag Schmerzmittel und schmierte mich mit Retterspitz ein. So konnte das nicht weitergehen. Ich begann, mich zaghaft mit dem Gedanken zu beschäftigen, mir tatsächlich die Gebärmutter entfernen zu lassen.

Ein verständnisvoller Arzt und endlich eine Diagnose

Durch eine Sprechstundenhilfe meiner Hausärztin bekam ich den Tipp, einen Arzt in der Nähe aufzusuchen, der auf Endometriose und Myome spezialisiert war und auch als Belegarzt selbst operiert. Ich nahm Kontakt auf und bekam recht schnell Ende Mai einen Termin. Dieser nahm aber leider keine „normalen“ Patienten mehr auf, sodass ich parallel einen neuen regulären Frauenarzt suchte, da ich nicht mehr zu der Ärztin vom Februar gehen wollte. Ich fand einen, der eine Dreiviertelstunde von meinem Wohnort entfernt war, aber zu dem Zeitpunkt war mir alles egal. Dieser Frauenarzt war sehr einfühlsam und hatte gleich die Endometriose diagnostiziert, nur aufgrund meiner Erzählungen. Ich bat ihn, mir aufgrund meiner permanent starken Schmerzen ein Gestagen-Monopräparat zu verschreiben – das Einzige, mit dem ich mich zu diesem Zeitpunkt anfreunden konnte, es zu nehmen. Ich erzählte auch, dass ich einen Termin bei diesem Belegarzt gemacht habe und er bestätigte mir, dass er mich auch dorthin geschickt hätte.

Ab ins MRT

Meine Hausärztin hatte aufgrund des Harnwegsinfektes einen Ultraschall gemacht und einen „riesigen Uterus“ und einen „unklaren Nierenbefund“ diagnostiziert. Ich glaube, sie wollte einen Grund für ein MRT. Das verordnete sie mir dann auch, weil man dort wohl Endometriose und Myome gut sehen könne.

Anfang Mai hatte ich das MRT und es zeigte einen ca. 10 cm großen Uterus mit mehreren mehr oder weniger großen Myomen und je einer Zyste am Eierstock mit 2 bzw. 5 cm. Nun war mir klar, warum ich mittlerweile ständig das Gefühl hatte, zu platzen. Im kleinen Becken war absolut kein Platz mehr. Ich sah aus, wie im 5. Monat schwanger. Ich konnte nicht mehr auf dem Rücken liegen, weil der Druck so groß war. Ich schaffte es höchstens eine Stunde, ohne die Blase zu entleeren. Auch die Nervenschmerzen am Ischias und rechten Beckenknochen erklärten sich für mich, weil die Zyste vermutlich auf den Ischias drückte. Der „unklare Nierenbefund“ war übrigens ein harmloser Milzbuckel, der auf dem Ultraschall entsteht, wenn die Milz höher steht als die Niere.

Keine Hoffnung mehr, einfühlsam erklärt

Als ich dann Ende Mai 2024 bei diesem Belegarzt war, konnte er gleich mein Vertrauen gewinnen und er erklärte mir sehr einfühlsam, dass es keine Hoffnung gäbe, dass die vielen Myome, die zwischen 3 und mittlerweile 8 cm waren, von alleine weg gingen. Er fragte mich, ob mein Kinderwunsch abgeschlossen war. Ich bejahte, da die Kinderplanung definitiv ad acta lag. Ich fragte ihn aber auch, ob ein Kinderwunsch je abgeschlossen ist, wenn er unerfüllt geblieben ist?! Aber dass ich mich damit abgefunden hatte und bereit war, den Schritt Gebärmutterentfernung zu gehen. Wir machten einen Termin Ende Oktober aus (er operierte nur einmal die Woche, daher die lange Wartezeit). Ziel war die Gebärmutterentfernung oberhalb des Gebärmutterhalses mit Entfernung der Eileiter und eventueller Entfernung des rechten Eierstocks, da dort die Zyste wohl so verwachsen war, dass man den Eierstock nicht mehr würde retten können. Einen Eierstock würde ich behalten können. Dies alles sollte per LASH mit der Option auf einen Bauchschnitt stattfinden, halb so groß wie ein Kaiserschnitt, falls die Gebärmutter zu groß wäre und sich nicht im Körper zerhäckseln lassen würde. Bis dahin nahm ich weiterhin die Pille, die nach 3 Monaten ab Anfang August endlich wirkte und die Grüntee-Kapseln.

Schwanken: Was ist das Richtige?

Eine Woche vor der OP hatte ich eine Untersuchung im Krankenhaus, in dem operiert wurde. Die Ärztin sagte, dass sie nur eine Zyste mit 3 cm am rechten Eierstock erkennen würde und keine am linken. Somit waren beide Zysten um je 2 cm geschrumpft. Ob von der Pille, den Kapseln oder der Ernährung – man weiß es nicht. Die Gebärmutter war wohl noch gleich groß und die Myome auch. Dadurch überlegte ich, ob die Myome durch eine noch radikalere Ernährungsumstellung (Glutenverzicht, etc.) ebenfalls schrumpfen könnten. Eine Garantie, dass das hilft, hat man hier ja nicht – genauso wenig wie bei einer OP. Meine Mutter und meine ältere Schwester hatten auch beide eine Hysterektomie aufgrund von Myomen (Mutter) und Endometriose (Schwester). Die familiäre Veranlagung war also da. Meiner Mutter ging es danach wunderbar, der Leidensweg meiner Schwester ging nach der Hysterektomie noch 10 Jahre weiter, da sich die Endometriose nicht in Schach halten ließ. Sie war erst durch die Adnexektomie beschwerdefrei geworden. Außerdem wurde bei ihrer OP der Harnleiter verletzt. Daher wollte ich auch zu einem anderen Arzt und nicht ins Endometriosezentrum (da hätte ich übrigens erst im Oktober 2024 einen ersten Untersuchungstermin gehabt). Die Pille half mittlerweile gut. Wollte ich mich wirklich dem Risiko einer OP aussetzen oder sollte ich die nächsten 10 Jahre die Pille weiternehmen, mit all ihren Risiken?

3 Tage vor der OP wurde ich krank und musste sie absagen. Dies verdeutlichte für mich, dass die innere Entscheidung wohl wirklich noch nicht endgültig gefallen war. Ich wollte sie jetzt aber treffen. Ich war so müde vom Drehen der Gedanken und den Entscheidungen, die ich in den letzten Monaten treffen musste. Ich meditierte viel und nahm Kontakt zu meinem Körper auf. Ich spürte, dass meine Gebärmutter müde war. Sie musste im Lauf meines Lebens wirklich viel Wut und Schmerz aushalten. Ich wollte meinem Körper diesen Kampf gegen ein krankes Organ nicht mehr zumuten. Mit der Tatsache, dass dann wirklich, wirklich keine Schwangerschaft mehr möglich sein würde, setzte ich mich nochmals intensiv auseinander. Hier fanden erneut viele tränenreiche Gespräche mit meinem Mann und viel Heilung statt. Ich entschied mich dann letztendlich, den Schritt Hysterektomie zu gehen – mit all seinen Konsequenzen.

Die Entscheidung steht, dieses Mal wirklich

Im November suchte ich nochmals den Operateur auf und machte einen neuen Termin Ende Februar aus, da wir im Dezember umziehen wollten. Im Nachhinein die beste Entscheidung und auch Schicksal, dass der erste Termin geplatzt ist. Denn so konnte ich im neuen Zuhause gesund werden und lief keine Gefahr, nach der OP im Umzugsstress doch zu viel zu machen und so meine Genesung zu gefährden, die auch ohne Umzug schon länger gedauert hatte, als gedacht.

IM KRANKENHAUS

Nervös – die erste OP meines Lebens

Am OP-Tag, am 19.02.2025, fand ich mich um 7:30 Uhr im Krankenhaus ein. Ich war als Zweite dran. Das Zimmer fand ich schrecklich und das Bad war wie in einem Container. Ich beschloss, es so hinzunehmen und das Beste draus zu machen. Ich war sehr nervös, da es meine erste OP war. Ich habe mir bis heute noch nicht mal irgendwas gebrochen. Meine Zimmernachbarin war ebenfalls sehr nervös. Sie sollte nach mir dran kommen mit einer Myomentfernung. Die Stationsschwester war sehr nett und nahm mir ein wenig die Angst.

5 ½ Wochen krankgeschrieben

Der Belegarzt kam auch vor der OP nochmal ins Zimmer, um letzte Fragen zu besprechen (ich hatte keine) und mir die Krankmeldung auszustellen. Er hatte ursprünglich von 4 Wochen gesprochen, stellte die Erstmeldung nun aber auf 3 Wochen aus. Bei Bedarf solle ich beim Frauenarzt oder Hausarzt verlängern lassen. Im Büro hatte ich 4 Wochen angekündigt. In dem Moment war ich aber so aufgeregt, dass ich mich entschied, es dabei zu belassen und nicht zu diskutieren. Letztendlich war ich dann insgesamt 5 ½  Wochen krank geschrieben.

Humor im OP-Saal

Die Vorbereitung zur OP selbst war recht humorvoll und alle waren sehr nett. Ich bekam eine Decke auf dem OP-Tisch, in die unten an den Füßen über einen Schlauch warme Luft geblasen wurde. Hat mich amüsiert. Ich wurde vom Pfleger, dem Operateur und der Anästhesistin gefragt, ob ich wüsste, was man heute machen würde, und ich sagte es jedes Mal brav auf. Die Zugänge wurden gelegt und irgendwann erhielt ich dann die Beruhigungsspritze und war schon entspannt, bis dann der „Schlafsaft“, wie sie es genannt haben, gespritzt wurde. Dann war es recht schnell dunkel.

Länger als gedacht

Geplant war die OP mit 1 1/2 Stunden, nach 2 1/2 Stunden bin ich wohl in den Aufwachraum geschoben worden. Aufgewacht bin ich dann eine weitere halbe Stunde später, war aber noch komplett benebelt. Ein Pfleger oder Arzt kam und fragte, wie es geht. Der Katheter hat ziemlich geschmerzt, er hat dann irgendwas gemacht, dann war es besser. Ich bin immer wieder weggenickt und habe irgendwann gefragt, ob das normal ist und man sagte mir, dass die Narkose verlängert werden und ein Bauchschnitt gemacht werden musste. Dadurch war ich vermutlich so fertig.

Die ersten Nachwirkungen

Eine weitere Stunde später bin ich auf mein Zimmer geschoben worden und habe gleich meinen Mann angerufen. So klar war ich dann wohl zeitweise. Am Tropf hing ich nicht mehr, daher hatte ich unglaublichen Durst. Ich habe immer wieder was getrunken, aber durch die Liegeposition musste ich aufstoßen, konnte aber nicht und mir wurde ziemlich übel. Ich überlegte, ob es besser werden würde, wenn ich was esse. Die Schwestern hatten ihre Zweifel, brachten mir dann aber mein Abendessen in einer Thermobox. Doch beim Heben des Deckels und Anblick des Brotes darin musste ich mich dann in eben diesen Deckel erbrechen. Sehr schmerzhaft, weil ich mich zur Seite drehen musste und sehr peinlich! Aber Gottseidank war es nur Wasser und danach ging es mir besser.

Gespräch mit dem Arzt nach der OP

Der Arzt kam nach der OP ins Zimmer und meinte, dass alles gut verlaufen ist, er aber laparoskopisch keine Chance hatte, weil der Uterus so groß und ein Myom unten links am Darm angewachsen war, das er lösen musste. Deshalb hat er recht schnell zum Bauchschnitt gewechselt. Der Schnitt ist allerdings kein halber Kaiserschnitt, sondern eher ein doppelter, wie ich dann feststellte, als der Verband weg war. Er konnte aber beide Eierstöcke erhalten, worüber ich sehr froh war.

Voller Tatendrang nach dem Frühstück

In den Stunden nach der OP war ich komplett benebelt, bin immer wieder weggedriftet und habe stundenlang geschlafen. Ich habe mich gefragt, wie lange ich im Krankenhaus bleiben müsste, wenn ich jetzt so fertig bin. Erst nachts um 4 Uhr bin ich langsam klar geworden und die Benebelung war weg. Um 7 Uhr kam die Schwester und hat mir den Katheter gezogen (das war sowas von unspektakulär, ich hatte es mir viel schlimmer vorgestellt). Sie ermutigte mich, es nach dem Frühstück mit Aufstehen zu versuchen. Gesagt, getan, ich war voller Tatendrang und bin nach dem Frühstück aufgestanden. Heißa, hat die Narbe gebrannt und weh getan! Aber ich dachte: „Da muss ich jetzt wohl durch.“

Erstes Aufstehen mit YouTube-Support

Im Vorfeld habe ich bei YouTube verschiedene Videos angesehen, wie man nach der OP aufsteht (seitlich rollen und mit einem Kissen gegen den Bauch gedrückt aufstehen). Das hat super geklappt. Die Schwestern hätten zwar geholfen, aber nach meiner benebelten Nacht war ich, wie gesagt, voller Tatendrang und wollte es allein schaffen. Ich bin dann im Schneckentempo mit meinem Drainagebeutel in der Hand den Flur hoch und wieder runter gelaufen. Dann hat der Bauch weh getan und ich habe mich wieder hingelegt. Das habe ich dann im Laufe des Tages noch 2- bis 3-mal wiederholt. Ich hatte echt Respekt vor Thrombose.

Ich darf schon heim?

Am Abend sagte man mir, dass ich morgen (Freitag) heim könnte. Ich habe mich etwas gewundert, weil ich zwar die Blase, aber noch nicht den Darm entleert hatte. Die Schmerzen waren im Gegensatz zu davor bei einer 3 oder 4 von 10 und auch anders und ich dachte mir: rumliegen und rumlaufen kann ich auch daheim. Außerdem war es auf der Station durch die Geburten rund um die Uhr laut, irgendwo hat immer etwas gepiepst und meine Zimmernachbarin bekam morgens um 5 immer Heißhunger und raschelte rum. Mein Mann hatte Urlaub genommen für die erste Woche nach der OP, somit war keine Gefahr, dass ich alles alleine machen muss, was auch niemals gegangen wäre, da ich kaum länger als 5 Minuten gerade stehen konnte.

Mein Kissen, mein Freund

Am Freitagmorgen wurde dann von der Schwester der Drainageschlauch gezogen. Im Vergleich zum Katheter war das echt ziemlich unangenehm und ich habe mich ziemlich verkrampft. Das habe ich dann in den Wochen und Monaten danach etwas bereut, weil ich die Stelle bei Bewegung immer unangenehm bemerkte. Um 9 Uhr wurde ich abgeholt und bin zum Auto gelaufen, wie eine 90-Jährige. Im Auto hatte ich dann wieder mein kleines flaches Kissen (unbedingte Empfehlung fürs Krankenhaus und danach!) zwischen Gurt und Bauch platziert. Das hatte ich irgendwo in Bezug auf die Kaiserschnittnarbe gelesen. Überhaupt findet man ziemlich wenig Infos zu abdominaler Hysterektomie, eher zu LASH, weswegen ich immer LASH und Kaiserschnitt im Wechsel gegoogelt habe, um meine Antworten zu bekommen.

Termin zur Kontrolle am besten schon vor der OP machen

Im Krankenhaus fragte ich bei der Entlassung, ob ich wegen Beckenboden etwas beachten müsste oder ob ich Physiotherapie bekommen würde. Nein, ich muss nichts beachten, hieß es. Aber das stehe alles in dem Flyer, den ich mitbekommen hatte und ich solle in 2 Wochen einen Termin beim Frauenarzt zur Kontrolle machen. Da könne ich auch nach einem Rezept für Physio fragen. In dem Flyer las ich, dass man den Termin am besten schon ausmachen solle, bevor man ins Krankenhaus geht. Schlau, dachte ich, den Flyer erst mit der Entlassung auszuhändigen …

ZU HAUSE

Zu früh, zu spät? Viele Ärzte verderben den Brei

Als ich dann zu Hause war und bei meinem (neuen) Frauenarzt angerufen habe, um den Termin in 2 Wochen zu machen, bin ich auf ziemliches Unverständnis gestoßen, weil diese Art Termine wohl erst 4 bis 6 Wochen nach der OP gemacht werden, weil sie sonst gar nicht abgerechnet werden können. Ich diskutierte eine Weile mit der recht selbstbewussten Sprechstundenhilfe, die sich weigerte, mir einen Termin in zwei Wochen zu geben. Da ich aber die Empfehlung hatte, nach zwei Wochen den Termin zu machen, rief ich auch noch bei meinem operierenden Arzt an, um seine Meinung zu erfragen. Die Sprechstundenhilfe sagte, dass das Krankenhaus wohl auf Nummer sicher geht und diese 2 Wochen angibt, aber dass die 6 Wochen reichen würden. Super, dankeschön liebes Krankenhaus für die Verwirrung. Ich machte den Termin nach 6 ½  Wochen aus. Zur Narbenkontrolle bin ich dann trotzdem 2 Wochen später zum Hausarzt gegangen. Der Belegarzt hat somit nur operiert und die Vorgespräche übernommen, dann war er raus. Damit hatte ich nicht gerechnet, ich dachte schon, dass er noch die Nachsorge übernehmen würde.

Ungewohnter Bewegungsdrang

Am Entlassungstag bin ich zu Hause dann einmal „um den Block“ geschlichen. Ich hatte solch einen Bewegungsdrang, das kenne ich nicht von mir. Aufgrund der ganzen Berichte, die ich gelesen hatte, und weil es mir nach der Narkose so schlecht ging, hatte ich wirklich nicht mit einer solchen Motivation in mir gerechnet. Ich dachte auch, ich würde mehr schlafen wollen. War aber gar nicht so. Ich war zwar fertig, gleichzeitig aber auch total hibbelig. Der Spaziergang war aber eventuell etwas viel gleich am Anfang. Gleichzeitig hat er unfassbar gut getan.

Ein Tagebuch nach der OP empfehlenswert

Weil mir Elis Erfahrungsbericht hier auf dem Blog so geholfen hat, habe ich extra ein Tagebuch geschrieben für jeden Tag nach der OP. Zeit hatte ich ja. Ich kann das jedem nur empfehlen, man vergisst das Ganze ziemlich schnell.

Der OP-Tag ist für mich der Tag 0, entlassen wurde ich an Tag 2. An Tag 3 wollte ich unbedingt mit zum Einkaufen zu unserem kleinen Biolädchen. Hier stehen Sofas, ich konnte mich zur Not somit auch hinlegen. Das habe ich dann gleich machen müssen, als wir da waren, weil Autofahren (als Beifahrer mit dem obligatorischen Kissen am Bauch) und Sitzen sehr schmerzhaft waren. Ich wollte mich aber unbedingt bewegen – auch, weil ich noch keinen Stuhlgang hatte. Ich habe bereits am Entlassungstag Movicol genommen, Kimchi gegessen, viel, viel getrunken und am Abend von Tag 3 konnte ich endlich – ohne pressen zu müssen – meinen Darm entleeren. Es war weit weniger schmerzhaft als gedacht. Nur die Stelle, wo das Myom (oder was auch immer) am Darm angewachsen war – die habe ich deutlich gespürt, auch noch Wochen danach, wenn sich der Darm bewegt hatte. Die Blase zu entleeren war anfangs auch immer etwas krampfig, hat sich aber von Tag zu Tag gebessert.

Durchatmen – mein Körper fühlte sich erleichtert

Ich habe mich interessehalber auf die Waage gestellt und hatte fast 4 Kilo weniger als vor der OP. Vermutlich viel Wasser. Ich habe auch gemerkt, dass mein Körper so richtig aufatmet und wirklich „erleichtert“ ist. Vielleicht kam daher auch der Bewegungsdrang.

Ich hatte etwas Bedenken zu duschen wegen der Narbe, habe mich nur so gewaschen. Mein Mann hat mir die Haare über dem Waschbecken gewaschen. Weit runter über die Badewanne beugen konnte ich mich nicht. An Tag 5 habe ich dann endlich geduscht und mich danach wie ein neuer Mensch gefühlt! Die Narbe hat sich recht gut angefühlt, die Strips haben gehalten. Die brauchte ich noch für meine Vorstellung weil ich die Riesennarbe so unheimlich fand und Angst hatte, sie geht auf.

Ich habe für 10 Tage Thrombosespritzen mitbekommen, die mein Mann mir spritzen musste, das habe ich selbst nicht hinbekommen. Ab Tag 5 habe ich nur noch abends auf die Nacht eine Schmerztablette (Ibuprofen 600) genommen, ab Tag 7 keine mehr.

Mein Bewegungsdrang ist etwas weniger geworden und ich laufe nur daheim hin und her. Ich merke die Überanstrengung gleich am Harndrang, das gefällt der Blase nicht und ich bin wieder etwas achtsamer mit mir.

Achtung! Überanstrengung kommt schneller, als man denkt

Leider bin ich nur bis Tag 6 achtsam. Da wollte ich meinem Mann beim Aufbau einer Kommode helfen und habe den Akkustaubsauger im Sitzen gehalten und Regalbretter abgesaugt. Der Staubsauger wiegt ca. 5 Kilo. Das habe ich aber SOFORT gemerkt im Bauch und ich habe das Helfen aufgegeben und meinem Mann im Liegen beim Aufbau zugesehen.

Stück für Stück – der Heilungsprozess

Meine Wunde von der Drainage „sifft“ ein bisschen. Meine Freundin, die Krankenschwester ist, schaut sich die Wunde an und wir behandeln sie mit Jodsalbe. Wird aber täglich besser. Die Bauchnarbe sieht sehr gut aus. Sie ist sehr dünn und nur leicht gerötet. Das ganze Gebiet drumherum ist aber total druckempfindlich und taub.

An Tag 8 wage ich mich wieder auf einen Spaziergang im Schneckentempo. Schaffe keine ganze Runde und drehe nach 500m wieder um, weil der Bauch sich verkrampft und die Narbe weh tut. Laufen tut aber trotzdem gut.

Schlaf Kindlein, schlaf

Das Schlafen war generell etwas nervig, weil es nur auf dem Rücken ging. Ich habe mir zusätzliche Kissen über mein eigentliches gelegt, damit ich höher liege. Da musste ich etwas rumexperimentieren, aber dann habe ich die richtige Anzahl an Kissen und die optimale Höhe gefunden – und konnte einigermaßen schlafen. Ich bin Seitenschläfer, aber auf der Seite liegen ging erst ab Tag 9 nur auf der rechten Seite und auch nur minutenweise. Dann musste ich wieder auf den Rücken liegen. Auf beiden Seiten liegen konnte ich ab Tag 16 stundenweise, aber immer noch mit erhöhter Liegeposition. Ohne zusätzliche Kissen und die ganze Nacht auf der Seite schlafen, konnte ich unter leichten Schmerzen ab Tag 27.

Weniger Schmerzen ab Tag 10

Ab Tag 10 hatte ich allgemein weniger Schmerzen und bin von da an täglich immer weitere Strecken spazieren gegangen und habe dabei das Tempo ganz langsam gesteigert. In meinem normalen Tempo konnte ich erst wieder ab Tag 36 laufen.

Stopp! Der Körper tritt auf die Bremse

An Tag 14 habe ich es etwas übertrieben: Ich bin daheim viel auf den Beinen gewesen und habe versucht, selbst Auto zu fahren. Das war recht unangenehm beim Kupplung-Treten, da hat sich wieder die Stelle am Darm gemeldet. Abends waren wir unvorsichtigerweise noch beim Essen. Ich hatte Schmerzen wie an meinen Tagen und der Ischias hat wieder geschmerzt. Musste eine Schmerztablette nehmen. Das war mir eine Lehre! Am nächsten Tag habe ich ausschließlich gelegen und gechillt. Der Körper sagt einem ganz genau, was ihm passt und was nicht. Man muss eine Balance finden zwischen Ruhe und Bewegung. Das war manchmal herausfordernd.

Kontrolle beim Hausarzt

An Tag 16 war ich bei meiner Hausärztin und habe die Narben und die Fäden anschauen lassen. Die waren zwar selbstauflösend, sie hat trotzdem an den Enden die Knoten abgezwickt. Sie war zufrieden, ich somit auch.

Die Narbe zwickt, muss immer noch aufpassen, dass ich die Bauchmuskeln beim Aufstehen nicht zu arg anstrenge, das merke ich sofort. Nach Sport ist mir wirklich noch gar nicht.

Ein guter Befund an Tag 21

Mein Histologiebefund ist an Tag 21 endlich da. Wichtigster Satz: Keine Malignität. Das bedeutet, dass kein Hinweis auf eine bösartige Veränderung oder Krebs gefunden wurde. Der Uterus war 560g schwer. Das ist ein halbes Päckchen Zucker oder 2 Päckchen Butter. Kein Wunder, dass ich mich jetzt so erleichtert fühle. Das Normalgewicht eines Uterus sind 50 bis 120g.

Der Zusammenhang mit Zysten in der Brust

Seit 2013 hatte ich immer wieder Zysten in der Brust, die mal größer wurden und mal kleiner. Die Erste, die größer wurde, machte mir noch unfassbare Sorgen, die die folgten, wurden eben untersucht und schrumpften dann im Laufe von 2-3 Zyklen wieder. Dies wurde seit 2023 aber auch immer schlimmer, so dass permanent große Zysten da waren und ich meine Brüste gar nicht mehr anfassen und angefasst haben wollte.

Seit Tag 14 habe ich festgestellt, dass die Zysten kleiner werden und heute habe ich gefühlt keine einzige große Zyste mehr in der Brust. Ich glaube, sie sind schon noch vorhanden, aber sie bleiben klein. Unglaublich…

Tag 21: Sitzen? Keine gute Idee…

Ich habe meine Krankmeldung an Tag 21 um weitere 1 ½  Wochen verlängert. Kann noch nicht gut sitzen, weil die inneren Wunden/Narben und vor allem die Bauchnarbe dann ziemlich ziehen und schmerzen und ich merke, wie der Bauch sich nach gewisser Zeit verkrampft. Länger als eine Viertelstunde sitzen geht nicht. Da ist an Arbeiten und viel Sitzen bei meinem Bürojob nicht zu denken. Auf mein Angebot hin, stundenweise vom Sofa aus zu arbeiten, wollte mein Chef nichts wissen. Ich solle erst komplett gesund werden. Ok :-).

…langes Stehen auch nicht

An Tag 24 war ich auf dem Wochenmarkt. Normalerweise sind wir da (in meinem jetzigen, immer noch langsamen Tempo) in einer Stunde durch, das habe ich mir zugetraut. „Leider“ haben wir Bekannte getroffen und bestimmt eine Stunde im Stehen geredet. Das war definitiv zu viel. Habe den Rest des Tages auf dem Sofa verbracht.

Am Freitag am Ende der Krankschreibung (Tag 31) habe ich mich nochmals um eine Woche krankschreiben lassen, weil Sitzen und Stehen immer noch problematisch sind. Laufen geht komischerweise am besten. Die Narbe und der Bauch melden sich immer noch bei jeder Bewegung und ich wollte einfach auf Nummer sicher gehen. Ich möchte für eine Woche, in der ich früher ins Büro gehe, nicht meine Gesundheit gefährden. Habe vom Sofa aus Mails abgearbeitet, einfach um wieder ein bisschen ins Geschehen einzusteigen.

Heilende Wut im Bauch

An Tag 36 habe ich mich über meinen Chef ärgern müssen und bin aus lauter Wut eine 3-km-Runde in ganz normalem schnellem Tempo gelaufen. Das hat irgendwas gelöst, da ich am Abend essen war und ganz normal am Tisch sitzen konnte und mich aufstützen konnte. Davor musste ich immer zurück gebeugt sitzen. Ab da merkte ich: Es geht steil bergauf.

WIEDER BEI DER ARBEIT UND NERVIGE BÜROKRATIE

Back to normal: die ersten Tage im Büro

An Tag 40 (Montag, 31.03.) war ich zum ersten Mal wieder im Büro. Ich hätte auch aufs Homeoffice bestehen können, aber ich wollte meinen Kollegen nicht noch mehr Bürodienste meinetwegen bescheren. So doof ist man halt. Am Dienstag und Mittwoch habe ich vom Sofa aus gearbeitet. Das ging wunderbar. Im Büro lag ich halb auf meinem Sessel mit den Füßen hochgelegt. Sah komisch aus, war mir aber egal. Habe aber trotzdem eine kleine Wiedereingliederung (quasi auf meine Kosten) gemacht und nur jeweils 6 Stunden am Tag gearbeitet. Mehr ging in den Tagen im Büro auf keinen Fall. Nach 3 Stunden hätte ich in der ersten Woche schon aufs Sofa gewollt. War aber letztendlich ok und hat mir auch wieder einen Schub gegeben.

Bin aber in der ersten Woche abends regelmäßig um 8 Uhr auf dem Sofa eingeschlafen. Hat mich doch etwas geschlaucht, aber ich wollte nicht nach 42 Tagen ins Krankengeld rutschen, von daher: Augen zu und durch! Geschadet hat mir das aber meiner Einschätzung nach nicht.

Die Bürokratien des Gesundheitswesens

Am 7.4. hatte ich dann endlich den Kontrolltermin beim neuen Frauenarzt, den aber die 3. Ärztin in der Praxis durchgeführt hat, da “mein” Frauenarzt erst wieder im Mai Termine hatte und so lange wollte ich nicht warten.

Sie hat mich untersucht und alles scheint ok zu sein. Auf meine Frage hin, ob sie mir Physiotherapie (zur Umwandlung in Osteopathie) verschreiben könnte, verwies sie auf ihre Sprechstundenhilfe. Diese sagte mir aber (mal wieder recht selbstbewusst – ich glaube, es war die Gleiche, wie damals am Telefon), dass sie Physio nur verschreiben könnte, wenn es das Krankenhaus empfehlen würde. Gut, ich rief dann nochmal bei dem Belegarzt an (beim Krankenhaus habe ich es erst gar nicht versucht, da die OP ja von ihm ausging). Da sagte die Sprechstundenhilfe, dass sie mir leider keine Empfehlung und auch kein Rezept ausstellen könne, weil dafür der “richtige” Frauenarzt zuständig sei, aber ein Privatrezept für Physiotherapie. Super, bringt mir genau das Gleiche, als wenn ich es selbst zahle.

Ich machte dann Termine bei meinem Osteopathen aus und rechnete es teilweise über meine Zusatzversicherung ab bzw. zahle selbst. Habe noch überlegt, im Krankenhaus und bei meiner Krankenkasse nachzufragen, aber das ist mir alles zu doof.

Wieder wohlfühlen: Heulen, also fast, vor Schmerzerleichterung

Der Osteopath hat am 8.6.2025, 3 ½  Monate nach der OP – vorher hätte ich niemand die Narbe berühren lassen – die inneren Verklebungen und Faszien gelöst. Seitdem ist es wirklich nochmal deutlich besser geworden. Ich kann seit gefühlt 3 Jahren erstmals wieder auf dem Bauch liegen. Ich habe fast geheult, weil nichts weh tat und es sich so schön weich angefühlt hat. Jetzt kann ich mir auch wieder vorstellen, Yoga zu machen. Das hatte ich auch aufgegeben, da mein Bauch immer im Weg war und geschmerzt hatte. Seit diesem Termin zwickt auch die Narbe gar nicht mehr und ich fühle mich wieder wohl mit mir. Ich habe zwar immer noch ein Taubheitsgefühl um die Narbe rum, aber das werde ich vermutlich noch sehr lange Zeit haben.

Trockenere Haare und Wetterfrosch

Meinen noch vorhandenen Zyklus merke ich insofern, weil ich ab Tag 12 zwei Wochen lang schmerzende Brüste hatte und dann im Folgezyklus nochmal. Seit dem 3. Monat nach der OP ist es nur noch ein leichtes Brustspannen für ein paar Tage im Monat, das ist auszuhalten. Meine Haare sind etwas trockener, aber sonst merke ich keinen Unterschied zu vor der OP. Den Wetterwechsel, vor allem wenn es regnet, merke ich an den Narben innen und außen. Bin gespannt, ob das bleibt.

Dankbarkeit für diesen Schritt

Alles in Allem bin ich nun sehr erleichtert, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Ich habe keinerlei Unterleibsschmerzen mehr und auch meine Tage habe ich nicht wieder bekommen. Das war vermutlich der Vorteil der offenen OP, dass man den Gebärmutterhals gut veröden konnte. Es wäre echt schön, wenn es so bleibt.

Klar, der Bauchschnitt ist im Nachhinein gesehen kein Spaß und ich muss weiterhin aufpassen, nicht zu schwer zu heben wegen dem Beckenboden und der Gefahr von Narbenbruch, aber ich fühle mich so erleichtert, die Schmerzen, dauerhaften (Schmier-)blutungen und die damit verbundenen Einschränkungen endlich los zu sein. 

Ich war mit der Vorbesprechung und auch mit der Operationsweise des Belegarztes hoch zufrieden, würde aber trotzdem raten, möglichst nur einen Ansprechpartner in dieser Sache zu haben. Es war stellenweise schon ziemlich kompliziert mit der Bürokratie und der Koordination, wie ja auch aus diesem Bericht hervorgeht.

Ich bin total dankbar, vor meiner OP diese Seite gefunden zu haben und jetzt auch eine Geschichte mit positivem Ausgang beitragen zu können. Danke Eli, dass du das ins Leben gerufen hast!

TIPPS

Hier nochmals gesammelt:

  • Bei Regel- und Nervenschmerzen während meiner Periode half mir der Retterspitz Muskelroller sehr (weder Eli noch Nina bekommen eine Provision wenn du den Link nutzt – nur Info!)
  • Ein kleines flaches Kissen (unbedingte Empfehlung fürs Krankenhaus und danach!) hilft beim Aufstehen, um den Autogurt „weicher“ zu machen, …
  • Den Termin zur Kontrolle schon vor der OP ausmachen, wenn die Praxis lange Wartezeiten hat

Du möchtest noch mehr von Nina wissen? Eli leitet deine Fragen an sie weiter.

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