Es geht … sagen wir: außergewöhnlich … weiter. Als trockenste Wüste der Welt (angeblich haben manche Stellen noch nie einen Regentropfen abbekommen) und mit 320-350 klaren Nächten pro Jahr ist die Atacama prädestiniert für Stern- und Himmelbeobachtungen. Hier stehen die größten Teleskope der Welt. Tja, ich war vier Nächte dort und … habe keine Sterne gesehen. Dafür hat es geregnet.

Zum unklaren Himmel hat zumindest an den ersten Tagen ein weiteres, nicht alltägliches Ereignis beigetragen. Während wir im Bus Richtung San Pedro rollen und die Vulkankette auf der chilenisch-bolivianischen Grenze im Rücken haben, entschließt sich der Láscar zu zeigen, dass er noch lebt und schickt eine ordentliche Aschewolke in die Luft. Danach kam dann (glücklicherweise) nichts mehr.

San Pedro ist eine kleine, gemütliche Oase in der Atacama. Oase auf die Wüste bezogen, aber auch auf die Entspanntheit. Es gibt kaum Autos, nur Touris. Und Agenturen, die Touren an die Touris verkaufen. Im

Angebot sind Salare, Lagunen und Geysire – in der Hinsicht war mein Bedarf gedeckt. Auf den Vulkan Sairecabur wäre ich gern gestiegen. Der Blick über die Wüste und die hübschen, vielfarbigen Lagunen wäre bestimmt toll gewesen. Nach dem Láscar-Ausbruch wurden erstmal alle Touren abgesagt. Und dann haben sie so lange gezögert ob wieder und ab wann … bis ich keine Lust mehr hatte. Stattdessen bin ich geradelt.

VALLE DE LA LUNA

Ich dachte, wir rollen da so gemütlich vor uns hin. Hatte schon nicht auf dem Schirm, dass es 15 Kilometer bis zum „Eingang“ sind. Am Ende hatten wir 40 Kilometer und 500 Höhenmeter auf der Uhr, das war bei 30 Grad doch eine richtige Tour. Plus den Laufminuten zu den Aussichtspunkten. Das Mondtal heißt so, weil es aussieht wie auf dem Mond. Joa.

Richtig gut tat das riesige Eis, dass Luisa und ich uns danach gegönnt haben. Sowieso war es schön, die Mittagshitze einfach im Schatten liegend zu verbringen. Klar, ein Arbeitstag ist was anderes als eine Wüstenradtour, trotzdem frage ich mich dieser Tage manchmal, wie ich jemals wieder einen vollen Arbeitstag schaffen soll. 

LAGUNA CEJAR

Diesmal wusste ich, dass es 40 Kilometer werden und dass weniger Teer-Anteil dabei sein wird. Aber: die Bilder sahen so schön aus und (sorry, Anja) in einer Salzlagune vor Vulkankette zu floaten ist schon noch mal cooler als im Toten Meer… Allerdings ist das Wasser bedeutend kälter. Aber so schön, dass ich die Überbürokratisierung, -regulierung und -teuerung durch die die Lagunen verwaltende indigene Comunidad einfach verdränge.

Habe dort ein Hamburger Paar getroffen. Die beiden sind mit ihrem VW-Bus unterwegs und vor 9 Monaten in New York gestartet. Ich hatte auf dem Weg ihren Übernachtungsplatz gesehen und war sehr, sehr neidisch. Auch eine tolle Art zu reisen. Sie haben mir erzählt, dass der Bus es nicht zurück nach Deutschland schaffen wird. Es ist ein Diesel, der keine der Anforderungen in Deutschland erfüllt. Hier haben sie sogar den Katalysator ausgebaut, damit der Bus die Andenpässe hochkommt…

QUEBRADA DEL DIABLO

Mein Hintern hat keinen Bock auf eine dritte Radtour. Auch wenn es entfernungstechnisch am cleversten gewesen wäre. Die Teufelsschlucht ist ein schmaler Weg durch verrückte Felsformationen. Am Aussichtspunkt waren es 12 Kilometer – bei 10 habe ich für mich die Bezeichnung von „Spaziergang“ in „Wanderung“ (die ich erst um 11 Uhr gestartet habe) geändert. Auf dem Rückweg haben mich glücklicherweise Locals mitgenommen. In Summe waren es 20 Kilometer und ich habe zuallererst dringend eine der unglaublich leckeren Empanadas von Emporio Andino und einen zuckrigen Ananassaft gebraucht. Der Nachmittag am Pool bzw. in der schattigen Hängematte war dafür umso besser.

Weil ich direkt nach Argentinien weiter fahre, war da schon wieder dieses Geldproblem. Mit meinen letzten Pesos bin ich in die Minitienda gegangen. Den Preis für zwei Bananen, zwei Tomaten und eine große Flasche Wasser habe ich um 76 Pesos (immerhin 8 Cent) gerissen. Die Frau hatte mich beim Geldbeutel auskippen/zählen beobachtet und nur großzügig genickt.

Dieser Mix aus Bewegung und Chillen hat mir schon ziemlich gut gefallen, muss ich sagen.

BUSFAHRT VON SAN PEDRO NACH SALTA

Für die 600 Kilometer – einmal quer über die Anden – sind 10 Stunden angesetzt. Dass das klappt bezweifle ich von Anfang an: der Bus kommt fast eine Stunde zu spät und wir schleichen mit 30 km/h aus San Pedro heraus. Ja, der Busfahrer musste Tetris mit dem Gepäck spielen und der Bus ist vollbesetzt, aber das muss der doch können. Dass wir zudem knapp zwei Stunden für die Grenzformalitäten brauchen (wir waren die einzigen und Chile und Argentinien teilen sich ein Grenzgebäude), wusste ich da ja noch nicht. Erstaunlich, dass wir am Ende „nur“ zwei Stunden zu spät waren. Und die Fahrt war landschaftlich wunderschön. Eigentlich eine Mini-Salar de Uyunitour: Berge, Vulkane, Lagunen, Kakteen und sogar mein Spiegel-Salar!


Spannende Themen!

Ich möchte keinen Beitrag mehr verpassen, bin aber auch zu faul, hier regelmäßig nachzuschauen… Eine E-Mailbenachrichtung bei neuen Posts wäre toll!

Wird verarbeitet …
Danke! Wir lesen uns dann bald…

4 Comments

  1. Hallo, Elisabeth, danke für die wundervollen Eindrücke von der anderen Seite des Globus.
    Konntest Du an einer Siegfeier für die Argentinische Fußballmannschaft irgendwo teilnehmen? Weiterhin eine gute Reise wünscht Dir Alfred

  2. Hallo Eli,
    vielen Dank für Deine lebendigen Reiseberichte und die tollen Bilder! Es ist für mich eine große Bereicherung, Deiner Reise virtuell zu folgen! Herzlich, Nikolaus

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