Safari mit Giraffen und Löwen, gleich mehrere Gebirge, tolle Strände, die Kalahari und die Karoo als (Halb-)Wüsten, weltbekannte Weingebiete, das Kap der guten Hoffnung – vier Wochen sind zu kurz, um ganz Südafrika zu sehen. Ich buche mir (ja, ich reise allein) meine Flüge nach Johannesburg und aus Kapstadt zurück, einen Mietwagen für die gesamte Zeit, zwei Übernachtungen im Kruger Nationalpark und eine sechstägige Wanderung. Dann lese ich lieber Bücher und freue mich auf die Reise. Los geht’s!
Tag 0 – Abflug aus Frankfurt
ENDLICH ist es so weit. In den letzten Wochen habe ich so viel über die Reise gesprochen – die ganze Firma weiß Bescheid, es ist wirklich Zeit für den Praxisteil! Ich finde mich gar nicht so aufgeregt, stelle aber fest, dass mein linkes Auge zuckt und ich quasi ununterbrochen auf Toilette gehen könnte. Mindestens mein Unterbewusstsein ist also doch angespannt.
Dabei fühle ich mich gut vorbereitet. Gepackt hatte ich schon, der Tag war trotzdem stressig und die Wohnung ist nicht so gut geputzt, wie ich es gerne wollte. Nun ja. Jetzt sitze ich im Flieger. Nachtdirektflug nach…

Tag 1 (16.12.2025) – Johannesburg
Wir landen mit Verspätung, die Schlange vor den Immigration-Schaltern ist lang und mein Beamter grunzt mich eher an, als das er mit mir spricht. Das ist jetzt nicht der überschwänglich afrikanische Empfang, von dem alle schwärmen.
Die Mietwagenabholung ist unkompliziert, auch wenn ich natürlich erstmal auf die gewohnte, also falsche Autoseite laufe: Linksverkehr! Es sind nur 15 Minuten bis zum Guesthouse und zum Ende schaffe ich es, zu blinken und nicht den Scheibenwischer anzumachen.
Mehrfach taucht ein „ist hier ein Gefängnis?“-Gedanke in meinem Kopf auf, aber es sind einfach nur sehr gut gesicherte (Häuser-)Komplexe und Firmengelände. Auch mein Guesthouse ist hinter hohen Mauern mit Tor, Elektrozaun und jeder Menge Kameras. Puh. Johannesburg gilt als die gefährlichste Metropole der Welt, zu Fuß durch die Stadt ist keine Option.
Habe nur den heutigen Tag in der Stadt und kann mich trotzdem nicht direkt aufraffen, mit dem Sightseeing zu starten. Da passt es gut, dass das bestellte Frühstück eh fast ne Stunde braucht, bis es zubereitet ist.
Mit einem Uber fahre ich die 30 km (!) bis zum Start des roten Doppeldecker-Hop-on-hop-off-Busses – gerade rechtzeitig, um die ganze Runde inkl. Sowetotour zu schaffen (13 Uhr). Auch gut, muss ich schon gar nicht überlegen, ob ich irgendwo aussteige. Johannesburg ist eine Flächenstadt, das merkt man sofort.
Über Kopfhörer bekommt man die ganze Zeit gesagt, was rechts und links gerade sehenswert ist, überbrückt wird mit Musik oder unnützem Wissen. Das ist gut gemacht, aber wenig differenziert. Die Stadt gibt es hier nur wegen des reichen Goldvorkommens, an sich ist es keine „gute Lage“: liegt nicht an einem Gewässer oder wichtigen Verkehrswegen, die Trinkwasserversorgung ist nicht sichergestellt und „die Stadt liegt so hoch wie nur wenige Städte auf der Welt. Das lässt Besucher gern mal aus der Puste kommen“. So ungefähr wurde es gesagt. Also, Johannesburg liegt auf 1.600 Meter, schafft es damit gerade so in die Top 20 der höchstgelegenen Metropolen und das merken die meisten nicht. Außerdem läuft ja niemand… Naja. Hier noch ein (hoffentlich richtiger) Fun Fact: Die Region Gauteng (in der Johannesburg liegt) ist die kleinste des Landes, beherbergt aber 20% der Einwohner Südafrikas und erwirtschaftet 10% des Bruttosozialprodukts des Kontinents (!).
Die Soweto-Tour hat sich sehr gelohnt. Die Guides haben es sehr gut verstanden, die Gruppe zu aktivieren, Wissen zu vermitteln und gleichzeitig witzig zu sein. Das Township wurde als Ghetto zu Beginn der Apartheid für die Johannesburger Schwarzen gegründet. Heute besteht Soweto aus 52 Stadtteilen und hat von bewachten Einfamilienhäusern bis zur klapprigen Wellblechhütte alles. Nelson Mandela, Erzbischof Tutu und Trevor Noah haben hier viele Jahre ihres Lebens verbracht.
Das Apartheitmuseum hätte ich mir wirklich gern angeschaut – dafür wäre ich auch früher los. Aber ich wusste: es hat dienstags zu. Sah beim Vorbeifahren dann gar nicht so zu aus… Tjaaaa, heute ist Reconciliation Day – und Feiertag. Das erklärt, warum ein Helikopter vor dem Museum steht, die Geschäfte zu und die Straßen leer ist.
Nach der Tour gönne ich mir in Rosewood noch Gambas und Hake. Sehr lecker, genauso wie der Wein. Der schlägt ein und so dauert es eine Weile, bis mir dämmert (Achtung, Wortwitz), dass die Sonne gerade untergeht. Es ist erst 18:30 Uhr… Da war ich wohl doch nicht so gut informiert. Ich kippe den Wein, gehe an den Rand der Mall und bestelle ein Uber. Der Portier des Hotels, vor dem ich stehe, kommt direkt zu mir und passt auf mich auf. Ich sollte hier nicht zu lange rumstehen, schon gar nicht mit dem Handy in der Hand. Er nimmt es mir aus der Hand, um das Nummernschild des Ubers zu überprüfen, schaut sich den Fahrer genau an und nickt mir dann zu: ich darf einsteigen. Wie lieb!
Auf dem Rückweg geht es wieder an großen Villen und hohen Zäunen vorbei. Mir scheint, hier gibt es zwei Welten: Entweder ich sitze reich und allein an meinem Grill und Swimmingpool, oder ich wohne beengt, und unsicher, dafür in Gemeinschaft und mit Zusammenhalt. Hm. Und da sagt noch jemand, dass die Schere zwischen Arm und Reich bei uns groß sei.










Tag 2: Johannesburg – Kruger National Park (Orpen Gate – Satara)
Der Wecker klingelt um 5:15 Uhr und die Sonne scheint schon. Ich ziehe direkt die kurze Hose an – yeah!
Das wird ein Autofahrtag. 550 km liegen vor mir – nicht so yeah, aber ich freue mich drauf, was vom Land zu sehen. Es geht direkt linksfahrend auf die dreispurige Autobahn und der wenige Verkehr rollt angenehm vor sich hin (120 km/h ist max.).
Die Seitenstreifen sind gut bevölkert: parkende oder liegen gebliebene Fahrzeuge, Radfahrer, FußgängerInnen und häufig auch Menschen, die eine Mitfahrgelegenheit suchen. Das traue ich mich (noch?) nicht, auch sonst bremst kaum jemand.
Im Radio höre ich, dass gestern Nachmittag ein bekannter DJ in Johannesburg auf offener Straße erschossen wurde.
Einmal verpasse ich eine Abzweigung. Macht nichts, denke ich, die jetzige Route sieht nach keinem großen Umweg aus. Auch wenn es schon seltsam ist, dass ich das einzige „normale“ Auto zwischen lauter Lastern und vereinzelten Allradfahrzeugen bin. Tja, ich habe die Antwort, als der Teer aufhört und zu Schlaglöchern mit einer Piste zwischen ihnen wird. In diesem Augenblick setzt Anarchie ein. Jeder LKW-Fahrer (ich vermute gendern ist nicht angebracht, habe es aber nicht überprüft – war zu beschäftigt) sucht sich seine beste Spur. Links, rechts, diagonal: egal! Ich halte tapfer mit, bestimmt zur Belustigung der Fahrer. Glücklicherweise ging es nicht die gesamten 12 Kilometer zur nächsten Abzweigung so, aber es kam mir endlos vor. Das Auto (Renault Kwid Climber, so ne Minischüssel) und ich wissen jetzt auf jeden Fall, was wir voneinander erwarten können.
Glücklicherweise kommt nach der Ruckelpiste eine Stadt mit Tankstelle. Ich brauche eine Pause. Anschließend geht es durch waldiges Hügelland, es ist hübsch. Und heiß – über 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit ist beim Öffnen des Autofensters erschlagend.
Auf dem Weg zur Anmeldung am Kruger Nationalpark sticht mich eine unsichtbare Mücke und erinnert mich dran, dass hier Malariagebiet ist. (Es kommt übrigens nur ein zweiter dazu – entweder gibt’s kaum welche, oder das Spray ist richtig gut.)
Jetzt ist umgewöhnen angesagt: zulässige Höchstgeschwindigkeit ist 50km/h. Verständlicherweise, denn man will ja weder in einem Elefanten hängen noch eine Antilope im Auto. Und wer langsamer fährt, sieht mehr.
Die Fahrzeit bis zum Satara Camp ist mit zwei Stunden angegeben. Ich brauche 3. Fast direkt hinter dem Orpen Camp kommen die ersten Zebras, dann Impalas (von denen sieht man viiiiiele). Mehrere Male Elefanten – einmal mit einem Baby-Baby. Und auch meinen größten Wunsch kann ich direkt abhaken: Giraffen! Zwei sehe ich links der Straße. Es dauert ein wenig, bis ich kapiere, dass ich ihnen im Weg stehe – sie wollen gern zu den dreien auf der anderen Seite.
Man merkt deutlich, wer in den Park hineinfährt (stoppen für alles) und wer rausfährt (mit 50 an den Giraffen vorbei).
Kurz vor dem Camp liegt eine Happy Hippo Family im Wasser. Bei 37 Grad völlig nachvollziehbar, ich habe bereits die Elefanten um ihre kühlende Schlammkruste beneidet. Man sieht so nur leider wenig von ihnen… Naja, gehe ich zur Abkühlung duschen.
Es gab noch freie Plätze für den Night Drive. Die Lichter des Camps sind noch nicht ganz verschwunden, da haben wir schon die zwei Löwen gefunden, die man im Camp brüllen gehört hat (ich nicht). Nicht mal 200 Meter weiter sehen wir eine Impala-Herde. Wenn die wüssten, … Wir sehen dann noch eine Leopardin, Stachelschweine, Elefanten und diverse Chamäleons – sieht unser Fahrerguide alles beim Fahren und ohne Licht. Bin schwer beeindruckt.
Stichwort Licht: der Sternenhimmel ist fast das schönste an der ganzen Tour.








Tag 3: Kruger National Park (Satara – Skukuza – Lower Sabie)
Ich wache um 3:45 Uhr auf und kann nicht mehr einschlafen. Na gut, dann halt aufstehen, die Camp Gates öffnen (im Dezember) um 04:30. Ich bin nicht die erste/einzige, die schon unterwegs ist.
Der für die Nacht angesagte Sturm kam nicht. Die Temperatur ist trotzdem auf 25 Grad gefallen – sehr angenehm. Dafür nehme ich den grauen Himmel in Kauf und ziehe ein Langarmshirt drüber.
Schade, dass an den Wasserlöchern nichts los ist. Ich frage mich, ob die Tiere ohne Hitze ihren Tagesplan durchziehen wie sonst, oder ob sie morgens ein wenig länger liegen bleiben? Man kann ja später am Tag jagen gehen.
Während ich stehe und belustigt die Affen vor mir betrachte, verdunkelt sich der Rück- bzw. Seitenspiegel. Ups, da quert gerade ein Elefantenbulle 10 Meter hinter mir die Straße. Den hatte ich nicht kommen sehen…
Jede Giraffenherde erfreut mein Herz, die Affen auch. Elefanten und Impalas registriere ich nur noch vage.
Mittagessen im Skukuza-Camp. Es ist das Headquarter des Parks. Den Flughafen und Golfplatz brauche ich nicht, das „Day Spa“ (im Sinne von Fitnesscenter) hätte mich zum Herkommen verleitet – Bewegung fehlt mir. Man darf das Auto nur innerhalb der Restcamps verlassen, die wiederum nicht so groß sind und natürlich parkt man abends direkt neben der Hütte/dem Zelt. Die kleinen Kinder im Restaurant sind alle ein wenig unleidlich, haben keinen Hunger und keine Lust am Tisch zu sitzen. Kann ich verstehen.
Der Nachmittag bringt noch Hippos und eine Leopardin mit zwei Jungen! Es ist gut, dass noch andere Leute da sind, ich wäre ziemlich sicher vorbeigefahren, obwohl sie nur 3 Meter von der Straße entfernt, sehr entspannt auf einem umgekippten Baumstamm liegt.








Tag 4: Kruger (Lower Sabie – Crocodile River Bridge) – Marloth Park
Der Morning Walk startet mit 30 Minuten Verspätung. Warum habe ich mich nochmal beeilt, um pünktlich um 4:15 Uhr am Treffpunkt zu sein? Mit dem Safari-Fahrzeug geht es zum Ausgangspunkt und uns begegnen Zebras, ein Schakal, ein Elefant und wie immer viele Impalas.
Dann geht es in Begleitung von zwei bewaffneten Rangern zu Fuß weiter. Es gibt Löwenspuren (und -geräusche), Hyänenspuren, Elefantenspuren (die umgeknickten Grashalme verraten, in welche Richtung der unterwegs war). Ich bin hin- und hergerissen, ob ich die Tiere auch SEHEN möchte. Während unseres Frühstücks kommt eine große Elefantenherde vorbei. Sie halten Abstand, den wir einhalten. Sie haben Junge dabei und zu Fuß riskiert man nichts. Und dann sind überall Giraffen. Ich bin im Glück. So gefällt mir das gut.
Wir kommen mit pitschnassen Hosen und Schuhen zurück. War klar, es hat die ganze Nacht geregnet und wir laufen durchs hohe Gras.
Bin müde und nicht mehr richtig motiviert. Der verhangene Himmel mit Nieselregen hilft auch nicht. Klar, noch ein paar Löwen wären super und ein Nashorn und Krokodile, aber … die Sightings sind ja doch ein Glücksspiel und ich will mich wirklich nicht beschweren.
Meine Unterkunft ist schon um 11:30 Uhr bezugsfertig. Juhu! Hänge das Zelt und die Schuhe zum Trocknen auf und wasche Socken und Hose aus. Dann erstmal: Mittagsschlaf. Zum Abendessen gibt es leckere Mango und einen Schwatz mit dem Paar aus Münster. Sie fliegen morgen zurück.







Tag 5: Marloth Park – Swasiland (Malolotja Nature Reserve – Mbabane)
Bin wieder vor dem Wecker wach und sitze um 6 Uhr im Auto. War am Ende gar nicht so schlecht, denn alles hat länger gedauert als erwartet.
Auf der Fahrt zur Grenze lerne ich viel:
- Im Radio wird portugiesisch gesprochen. Hä? Ah! Das ist ein Radiosender aus Mosambik – und ich bin in der Grenzregion. Das erklärt die vielen Minibusse mit hochbepackten Anhängern und mindestens einer Matratze zuoberst. Ob die legal kommen dürfen?
- Südafrika hat mehr als 5000 km Grenze (mit Namibia, Botsuana, Simbabwe, Mosambik und „im Land“ liegen noch Lesotho und Swasiland). Da hat der Chief Grenzsicherheitsirgendwas-Mensch, der auf einem anderen Radiosender (auf Englisch 😉) interviewt wird, einiges zu tun. 4 Drohnen helfen ihn ganz effektiv bei der Grenzsicherung… Und das Militär.
- Google Maps kann man in Südafrika nicht unbedingt vertrauen. Von der 120-km/h-zweispurig ausgebauten Nationalstraße soll ich abbiegen. Auf eine Straße ohne Nummer. Und obwohl ich viel Zeit hatte, kann ich mich nicht entscheiden, wie man die Straße bezeichnen soll: War mal geteert? Teil-geteert? Löcher mit Teer? Ungeteert? Die Durchschnittsgeschwindigkeit reduziert sich auf 40km/h und es geht mal wieder 12 km so… Der anschließende Blick in die Karte offenbart: Ich hätte die Nationalstraße weiterfahren können. Es wären ein paar Kilometer mehr, aber weniger Zeit und Stress fürs Auto gewesen… Für den Pumba, der zwischendurch über die Straße geflitzt ist, war es gut, dass ich so langsam war.
Diese wunderschönen dschungeligen Hügel auf dem Weg zur Grenze gefallen mir sehr gut. An der Grenze (hier nur leicht erhöhtes Verkehrsaufkommen, ca. 30 Minuten in Summe) fallen mir vor allem die Frauen auf, die fast ausnahmslos sehr hübsch angezogen sind. Ich passe weder von der Hautfarbe noch von den Klamotten ins Bild. Hinter mir in der Schlange steht eine Omi im Glitzeroberteil, die zwei Säcke Mais à 12,5 kg auf dem Kopf trägt.
In Swasiland, oder: eSwantini, wie das Königreich seit einigen Jahren heißt, wird es noch schöner. Zu sehr darf ich die Landschaft nicht bewundern, in unregelmäßigen Abständen sind in der sehr guten Straße doch Schlaglöcher. Und das sind afrikanische Potholes: Da passen die Großfamilientöpfe rein.
Swasiland liebt Speedbumps. Gerne auch mal vier hintereinander, aber mit so weiten Abständen, dass ich die Option, dass noch einer kommt, schon wieder vergessen habe. Leider sind die auch nicht genormt. Über manche kann man mit 30 sehr komfortabel fahren, andere sind so hoch, dass 15 km/h am Autoboden kratzen.
Mein erster Stopp ist das Malolotja Nature Reserve. Da gibt es die Option einer Canopy Tour über Ziplines. Ich habe natürlich nicht vorgebucht und werde am Eingang dafür entsetzt angeschaut. Es klappt, ich darf bei der nächsten Runde mit. Wir fahren 20 Minuten über Stock und Stein, laufen ein paar Minuten und da sind dann tatsächlich Bäume. 10 Seilrutschen gibt es und ich darf als erste. Alle haben Spaß und es ist eine sehr angenehme Gruppe. Anschließend klettern wir wieder 15 min hoch zum Auto und fahren zurück. Mir gefällt es hier sehr gut.
Wäre ja blöd von mir, wenn ich dann nicht noch wandern ginge. Die Wasserfälle wurden mir empfohlen. Gesagt, getan. Wie erwartet ist der Wasserfall unspektakulär, die Landschaft drumherum und die Bewegung aber fantastisch. Unerwartet ist die Sonne rausgekommen – ich schwitze ordentlich.
War zu schnell, zumindest ist im Restaurant noch nichts los, als ich eintrudele. Das Essen ist lecker und auch die Lodge für die Nacht ist ein friedliches Kleinod.









Tag 6: Swasiland – Drakensberg (Winterton)
Als Morgenspaziergang wandere ich auf den Sheba’s Breast, der Hausberg der Lodge, quasi. Nach 45 min stehe ich schweißgebadet auf dem Gipfel – und habe ein Norwegen Déjà-vu (siehe Tag 9). Als ich los bin, war alles wolkenfrei. Als ich oben bin, ist alles unter mir in Wolken verhüllt. Als ich wieder unten bin, sind die Gipfel in den Wolken. Nun ja, war auch ohne Blick ein schöner Ausflug. Es roch unterwegs oft so gut würzig, habe die Pflanze aber nicht identifizieren können.
Nutze die Zeit bis zum Checkout auf der Veranda und überlege, wie ich weitermache. Gleich ums Eck gibt’s das Mlilbane Game Reserve, da könnte man auch wandern und Trailrunnen (und dabei Zebras sehen, wäre das nicht toll?) und am Sibebe Rock war ich auch nicht. Und der Bienenirgendwas-Rundweg wäre auch noch da. Bin versucht, länger zu bleiben. Allerdings fand ich ja, dass die Drakensberge auch mehr Zeit bräuchten und die Wettervorhersage ist wieder besser geworden… Dann doch lieber das.
Auf in die Berge! Die sind 400 Kilometer entfernt – es wird wieder ein Autotag.
Ich hatte mich schon gewundert, warum ich das einzige Fahrzeug (in beide Richtungen) bin. Ob die Grenze offen ist? Tja, an der Grenze endet die wunderbar geteerte, schlaglochfreie Straße (ich bin ganz schön verwöhnt) und es beginnt die Piste. Dabei hatte ich mich schon so aufs Mittagessen in schnellen 20 Kilometern gefreut… Vorteil: Kein Stau an der Grenze, alles ging fix. Zum Abschied wurde ich noch von einer Mitarbeiterin des Swasi-Tourismusministeriums interviewt. Ich habe 10 von 10 Punkten gegeben.
Auch bescheuert: Ich fühle mich gleich etwas unsicher. Nur weil ich jetzt wieder in Südafrika bin! Der Kopf macht komische Dinge. Nun ja, ich rolle also in Piet Retief ein und bin wirklich überfordert. Es ist Markttag (?) und es sind sehr, sehr viele Menschen überall. Ausschließlich schwarze Menschen, ich werde also auffallen. Entscheide mich für die Tankstelle, da ist alles beisammen. Ich werde überall freundlich angelächelt und von den kleinen Kindern angestarrt, was den Müttern peinlich ist :). Mit einem exzellenten Kaffee steige ich nach 50 Schritten wieder ins Auto: Noch vier Stunden bis Sonnenuntergang, noch vier Stunden Fahrt. Weiter geht’s…



Weiter geht es hier:
- Südafrika (2): Drakensberg & Golden Gate High NP
- Südafrika (3): Hogsback & 6 Tage Amatola Trail
- Südafrika (4): Auf der Garden Route
- Südafrika (5): Stellenbosch & Kapstadt
Spannende Themen!
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