Safari mit Giraffen und Löwen, gleich mehrere Gebirge, tolle Strände, die Kalahari und die Karoo als (Halb-)Wüsten, weltbekannte Weingebiete, das Kap der guten Hoffnung – vier Wochen sind zu kurz, um ganz Südafrika zu sehen. Ich buche mir (ja, ich reise allein) meine Flüge nach Johannesburg und aus Kapstadt zurück, einen Mietwagen für die gesamte Zeit, zwei Übernachtungen im Kruger Nationalpark und eine sechstägige Wanderung. Dann lese ich lieber Bücher und freue mich auf die Reise. Los geht’s!
- Teil 1: Johannesburg, Kruger NP & Swasiland
- Teil 2: Drakensberg & Golden Gate High NP
- Teil 3: Hogsback & 6 Tage Amatola Trail
- Teil 4: Auf der Garden Route
Tag 25: Stellenbosch: Wein, Wein, Wein
Hier gibt’s tatsächlich Trails und Berge, auf die man kommt, ohne durch ein Nature Reserve-Gate fahren (und zahlen) zu müssen. Freut mich.
Der Wecker klingelt um 04:30, aber, huch, da ist es noch stockdunkel. Stimmt, ich bin einige Hundert Kilometer nach Osten gefahren, das macht sich bei Sonnenauf- und -untergang natürlich bemerkbar. Schlafe noch eine Runde und parke das Auto dann um kurz vor 6 Uhr am Rand von Stellenbosch. Wie viele Jogger schon unterwegs sind!
Außer mir will niemand auf den Stellenboschberg. Begegne unterwegs nur 5 Jugendlichen, die offensichtlich und illegalerweise hier übernachtet haben. Sie stehen wie eine Kuhherde da und schauen mich an, bringen aber nicht mal ein „Guten Morgen“ heraus.
Der Stellenboschberg ist einer von diesen fiesen Bergen, bei denen man immer denkt, man sei gleich oben. Dann taucht aber noch ein Absatz auf. Und noch einer. Der obere Teil besteht aus großen Steinen, ich kann also noch ein wenig klettern. Die Sicht ist schon die ganze Zeit fantastisch und ich kann viele Weingärten sehen – das zeichnet die Region ja auch aus. Und noch mehr wunderschöne Berge. Wundert mich gar nicht, dass die Trailrunningszene in Kapstadt und Stellenbosch so groß ist.
1000 Höhenmeter vor dem Frühstück, gefällt mir. Das Frühstück schmeckt umso besser und die Dusche tut auch gut. Dann wollte ich noch ein wenig im Schatten vor der Haustür sitzen und mich des Lebens freuen, da kommt aber schon der Vine Hopper Safari-Truck und holt mich ab. Wir sammeln noch vier Berlinerinnen, die wegen einer Hochzeit in Südafrika sind, und ein schwedisches Rentnerpaar ein, dessen 13. Vine Hopper Tour diese ist (verändert sich anscheinend öfter – mehr Routen, andere Weingüter…). Ich hatte es als Hop on hop off-System verstanden, aber nein: wir sind jetzt eine Gruppe und bleiben beisammen. Ist mir auch recht, es ist eine interessante Gruppe. Vier Weingüter haben wir in den nächsten sechs Stunden vor uns, wir testen zwischen jeweils 3 bis 4 Weine – mehr ginge auch, das übersteigt aber unsere Kapazitätsgrenzen. Das Mittagessen in Le Pommier ist ebenso notwendig wie gut (sagen wir alle fünf).
Neil Ellis ist einfach ein modernes Gebäude mit tollem Blick, die übrigen sind alte Herrenhäuser – das ist Kolonialzeit zum Anfassen. Das gilt für Stellenbosch insgesamt.
Vor der Reise habe ich Born free von Malaika Wa Azania gelesen, einer Schwarzen, die 1991 (also zum/nach dem Ende der Apartheit, deswegen „free“) geboren wurde und in Soweto/Johannesburg aufgewachsen ist. Sie ist intelligent und bekommt die Möglichkeit gemischte/weiße Schulen zu besuchen. Sie entscheidet sich auf die Universität von Stellenbosch zu gehen – und bricht ab, weil sie dort so viel Rassismus spürt und mit der weiß-geprägten Art nicht klarkommt. So viel habe ich von der Stadt nicht mitbekommen und es sind auch noch Semesterferien, vielleicht trügt mein Eindruck. Dennoch: Ich kann das verstehen. Die Stadt fühlt sich weiß und Afrikaans an. Ein holländisches Städtchen mit viel Sonnenschein.
Gut betüddelt bin ich der Meinung, ich bräuchte jetzt noch was zu essen und bestellt mir Steak und einen schweren Merlot. Fehler. Obwohl beides gut ist, geht es nur schwer in mich hinein. Muss schon wieder früh schlafen gehen, um mich zu erholen.
Tag 26: Stellenbosch – Jonkershoek Nature Reserve – Kapstadt
Diesmal stehe ich nicht so früh auf. Das Internet hat verschiedene Angaben zur Öffnung des Nature Reserve Gates parat. Richtig wäre (im Sommer) 6 Uhr, das stand nirgendwo. Als ich um halb 8 auftauche, muss ich Schlange stehen. Heute kann ich es gleichmütig akzeptieren. Verstörender finde ich den heftigen Wind und den Geruch nach brennendem Holz. Wenn irgendwo ein Waldbrand wäre, der gefährlich werden könnte, dann würden sie uns doch nicht losziehen lassen, oder?
Wegen des Winds starte ich im Langarmshirt, ziehe es bergauf aber doch schnell wieder aus. Obwohl es diesig ist, sind es doch hübsche Aussichten. Vor allem in das andere Tal – da geht der Weg aber leider nicht hin. Der Wind verweht auch die Pausenlust, selbst der Müsliriegel würde wegfliegen. Die (gefühlte wie tatsächliche) Temperatur rechtfertigt eine kurze Hose, aber die Beine werden wieder schlimm aussehen… Der Weg ist an mehreren Stellen so erodiert, dass mir nichts anderes übrigbleibt, als mich in die stacheligen Büsche zu drücken. Besonders auf dem ersten Teil des Abstiegs ist das schlimm.
Von südafrikanischen Wanderangaben kann man meiner Erfahrung nach immer Kilometer, Höhenmeter und Zeit abziehen. Nach 3,5 Stunden bin ich wieder am Parkplatz – das kann man wohl kaum eine Tagestour nennen. Passt mir aber gut in den Kram, der Nachmittag steht unter dem Motto …: Beauty.
Zuerst Mal freue ich mich unglaublich, dass direkt hinter meinem Auto der Fluss fließt – an dieser Stelle sogar noch mit genügend Wasser für ein Minibad. Perfekt! Ich wasche Schweiß und Dreck ab, wechsle in Stadtklamotten und fahre: zum Friseur (15 Euro). Anschließend lasse ich mir noch die Augenbrauen zupfen. Herrlich. Ganz anderes Gefühl gleich. Musste überall English, please sagen, wurde immer auf Afrikaans angesprochen.
Dann ist das Auto dran. Fand nicht, dass es sooo dreckig ist, aber wie schon im Oman erkenne ich es anschließend kaum wieder. So, wir sind bereit für die Stadt! Habe eine Unterkunft direkt unterhalb des Tafelbergs gebucht. Auf dem Klo sitzend kann ich ihn bewundern. Von meinem Essbereich aus sehe ich das Meer. Herrlich. Die Entscheidung für eine Selbstversorgerunterkunft war gut, für ein Dachgeschoss eher weniger. Selbst mit dem Wind ist es heiß. Wie soll das bei über 30 Grad in den kommenden Tagen werden? Klimaanlage hatte ich bei dem Preis einfach vorausgesetzt, aber: nope!
Tag 27: Kapstadt: Lion’s Head & Cape of Good Hope
Ich bin um 4 Uhr wach – 30 Minuten vor dem Wecker. Möchte zum Sonnenaufgang auf dem Lion’s Head sein. Bezüglich Sicherheit muss man sich an einem Samstagmorgen keine Gedanken machen. Noch in der Unterkunft sehe ich die Stirnlampenkette am Berg. Meine hätte ich mir sparen können, bis ich am Trailhead bin, ist es hell genug. Ich überhole Leute jeglicher Couleur und jeglichen Fitnesslevels. Oben höre ich vor allem deutsch, war ja klar, oder? Bin zwei Minuten vor offiziellem Sonnenaufgang auf dem Gipfel, der Himmel leuchtet schon eine Weile in sanften Farben. Bis die Sonne es tatsächlich über den Berg schafft, vergeht noch Zeit. Habe Zeit zum Leute gucken, sind ja genug da.
Boom, da ist die Sonne. Gefühlt steigt die Temperatur sofort um mehrere Grad und der Zauber ist verloren. Ich hüpfe und laufe nach unten (werde trotzdem überholt!), während der Strom nach oben nicht abreißt.
Nach dem Frühstück fahre ich ans Kap der guten Hoffnung. Bin noch unentschlossen, ob es die Fahrt wert war. Obwohl die meisten Touris noch in Kapstadt beim Frühstück sitzen ist auf der Küstenstraße schon die Hölle los. Im Nationalpark – stolze 25 Euro Eintritt – ist es wunderbar ruhig. Mal von den drei Reisebussen voller chinesischer Marinesoldaten (in Zivil, sonst wäre es wirklich beängstigend gewesen) mal abgesehen, die leider gleichzeitig mit mir am Cape Point UND am Leuchtturm waren. Es war also voll mit fotografierenden Männern. Und windig! Meinen Plan, die drei Kilometer vom Cape Point zum Leuchtturm zu laufen gebe ich in dem Moment auf, als die Autotür fast wegfliegt.
Wo ich jetzt schon da bin, mache ich doch Halt bei den Pinguinen am Boulders Beach. Ja. Nett.
Erst nach dem Mittagessen (sehr leckerer Fisch, auf den ich allerdings 45 Minuten warten musste und den ich dann verschlungen habe) und einem Iced Cappuccino bin ich wieder halbwegs aufnahmebereit.
Wirklich, wirklich schön ist die Fahrt am Chapmans Peak. Eine Maut-Küstenstraße mit Blick auf goldgelbe Felsen, weiße Strände und türkisblaues Meer. In Hout Bay biege ich auf einen dieser weißen Strände ab. Es ist mir unverständlich, wie die Leute mit so viel Freude baden. Ja, das eiskalte Wasser bis zu den Knien kühlt herrlich ab – genau das, was ich brauche. Aber weiter rein? Auf keinen Fall!
Meine Kapazität ist erstmal erschöpft. Ich fahre zurück zur Unterkunft. Während Tief Elli in Deutschland für Schnee, Eis und Minustemperaturen sucht, liege ich bei 35 Grad im Schatten am Pool und lese.
Kann mich nicht aufraffen, zum Sonnenuntergang irgendwo hinzugehen. Ich habe Mango, Ananas, Melone und Lychees hier und drei Restaurants und einen Supermarkt vor der Nase – viel zu bequem.
Und in Stellenbosch und hier wurde/werde ich gestochen. Bin fast zufrieden darüber, so kommen die Fenistiltropfen doch noch zum Einsatz. In guter Urlaubstradition.
Der Tafelberg wird abends angeleuchtet. Und nach Sonnenuntergang wandert die Stirnlampenkette den Lion’s Head hinunter.
Tag 28: Kapstadt: Table Mountain
Auf dem Weg nach Constantia Nek läuft Life ain’t that bad (von Josh Setterfield) im Radio. Ja, finde ich auch.
Um 06:30 Uhr ist der Parkplatz schon gut gefüllt. Es ist jetzt schon warm, später wäre eh keine gute Idee gewesen. Es ist ein Amatola-Revival: 7 von uns 18 sind wieder beisammen, es ist die Foodie Gruppe und diesmal auch zwei Hunde. Abby geht es immer noch nicht gut – die Blutergebnisse werden für den Nachmittag erwartet, wahrscheinlich ist es tick bite fever, also ein entzündeter Zeckenbiss, der mit Antibiotika behandelt werden muss. Ups und gute Besserung!
So ganz weiß niemand, warum unsere überdurchschnittlich fitte Gruppe einen der leichtesten Weg nach oben nimmt, obwohl es so wunderbare Kraxeltouren gibt, aber dann wiederum sind wir ja nicht primär zu touristischen Zwecken da und außerdem ist es heiß.
Wir treffen unterwegs lauter Freunde der Foodies aus dem Mountain Club – und zwei Deutsche, die zur Seilbahn wollen. Sie haben nichts dabei, nicht mal Wasser. Zu dem Zeitpunkt ist es 30 Grad warm und es gibt dort oben sehr wenig bis keinen Schatten. Und man ist locker drei Stunden unterwegs.
Ellie, die Teil des Table Mountain Search & Rescue-Teams ist, erzählt, dass Deutsche die Nationalitätenliste bei der Zahl der Einsätze mit großem Abstand anführen. Wie peinlich. Es sind meist nicht die schlimmen Einsätze, sondern die vermeidbaren: falsches Schuhwerk, kein Wasser, kein ausreichender Sonnenschutz – also Dehydrierung, Sonnenstich, Desorientierung, …
Es sterben auch verhältnismäßig viele Menschen am Tafelberg (für einen Berg, nicht im Vergleich zu den Schießereien in Südafrika), zuletzt letzte Woche ein Basejumper. Das ist natürlich einfach bescheuert – haben eh erst zwei Personen geschafft und dieser ist vom falschen Felsen gesprungen… Aber nochmal für künftige Tafelbergbegeher*innen: Ja, der Berg ist quasi mitten in der Stadt und es gibt ’ne Seilbahn. Aber: Es ist ein richtiger Berg. Zieht ordentliche Schuhe an, nehmt Essen, Wasser, Kopfbedeckung und Sonnencreme mit. Und eigentlich logisch, dennoch: bei viel Wind kann die Seilbahn nicht fahren und der Heli nicht fliegen, ggfs. müsst ihr auch zu Fuß wieder runter.
Am breakfast rock machen wir ein Gruppenbild, aber keine Pause. An den fünf Dämmen schaffen wir es nicht so zielstrebig vorbei. Baden ist in ihnen verboten, sie dienen als Backup der Kapstädter Trinkwasserversorgung. Bei diesem Wetter ist das schwer einzuhalten. Die Hunde sind schneller im Wasser als wir schauen können – verstehe ich. Zwischendurch machen wir einen Abstecher zu einer Fledermaushöhle. Die kennen nicht mal alle Locals. Ins Dammbau-Museumshaus können wir nur von außen schauen. Und am Viadukt sehen wir die ersten Disa – das ist die Blume Kapstadts – und sie fängt erst im Februar so richtig an zu blühen, wir bestaunen also die first mover. Ich bestaune auch den Mann, der uns mit Crashpad auf dem Rücken entgegenkommt. Bouldern? Da oben bei den Temperaturen? Respekt!
Nach 15 weitestgehend touristenfreien Kilometern und null Pausen – nur zum Wasser auffüllen und auf die Hunde warten – sind wir wieder am Parkplatz. Wir fahren in den nächsten Ort und bestellen erstmal Coffee Milkshake. Fantastisch! Und Essen.
Das pausenfreie Wandern mag Foodie Family-spezifisch sein, faszinierend für mich auch: es kamen alle nur mit einem Minilaufrucksack oder einfach einer Wasserflasche in der Hand und einem Riegel in der Tasche als einziges Gepäck. Was ist mit Erste Hilfe Set, Brotzeit, Regenjacke und Wärmeschicht für den Gipfel? Meine alpine Prägung ist unverkennbar.
Ich hätte gern nochmal die Eisbad-Erfahrung im Meer gemacht, an diesem letzten Feriensonntag sind aber natürlich ALLE unterwegs. Breche die Parkplatzsuche ab und springe lieber in den heimischen Pool. Aaaaaahhhhh. Möchte nicht unbedingt gegen -5 Grad tauschen, aber würde doch einige Grade abgeben. Mir ist zu warm.
Schaffe es trotzdem (vermutlich, weil es im Zimmer auch zu warm ist), mich zu Fuß Richtung Innenstadt aufzumachen. Von Downtown-Kapstadt habe ich ja noch nicht viel gesehen. Die Kloof Street ist wirklich voller Restaurants. Im Zentrum ist mir irgendwie zu wenig los auf den Straßen, ich fühle mich nicht wohl und drehe um. Waterfront kommt morgen.
Kehre auf Seafood und Fisch ein – sehr lecker. Als ich wieder auf der Straße bin, liegt der Tafelberg im schönen Abendlicht. Sonnenuntergang? Nee, ohne mich. Keine Lust auf Leute und auf Schwitzen. Es hängt außerdem wieder/noch Dunst am Horizont, das ist bestimmt gar nicht sooo großartig.
Packe stattdessen. Alles in die Tasche werfen und zumachen funktioniert glücklicherweise. Habe ich erwähnt, dass ich viel zu viele Klamotten dabeihatte? Hatte beim Packen lauter Spezialfälle im Kopf und konnte mir nicht vorstellen, dass kurze Hose & T-Shirt durchgehend ausreichend ist. Tja.
Tag 29: Kapstadt – Rückflug
Ich gebe zu, ich war versucht, ob ich am Morgen nicht kurz/schnell auf den Tafelberg rennen sollte. Wenn ich schon mal einen Berg vor der Haustür habe. Doch gut, dass ich mich dagegen entschieden habe, es ist bewölkt und diesig. Sortiere Fotos, schreibe, packe fertig.
Heute werden die Mülltonnen geleert. Die Frequenz, in der sie durchsucht werden, ist ähnlich zu Flaschensammlerchecks der Mülleimer in der Stuttgarter S/U-Bahn, die Leute hier sehen aber hilfsbedürftiger aus.
Bis spätestens 16 Uhr habe ich Zeit für Kapstadt, dann sollte ich mich auf den Weg zum Flughafen machen.
Lasse mich von einem Uber zur Waterfront fahren und suche den Schalter für die Robben Islands Tour. Oh, alle Tickets für die passende Uhrzeit sind ausverkauft. Schade, aber auch gut. Ich mag es, wenn Entscheidungen für mich getroffen werden. Mache also nicht die lange Tour zur Gefängnisinsel, auf der Mandela und Tausende anderer politische Gefangene während der Apartheid einsaßen.
Um trotzdem ein wenig Geschichte und Kultur mitzubekommen, schließe ich mich der Walking Tour durch Bo Kaap an. Das ist das Viertel, in dem die schwarze Bevölkerung während der Apartheid ghettoisiert wurde. Heute ist es nicht nur wegen der Geschichte ein Besuchermagnet, sondern (vor allem?) wegen der vielen fotogenen, bunt gestrichenen Häuser. So richtig kann ich der Tour nicht folgen. Vielleicht ist unsere Gruppe mit zehn Leuten zu groß, vielleicht bin ich aber auch nicht mehr richtig da.
Mittlerweile ist der Himmel wieder blau und sonnig, es ist warm. Ich versuche die Wärme zu genießen, habe aber auch keine Lust mehr zu mehr zu schwitzen und freue mich auf Tage ohne Sonnencreme. Meine Haut sich auch.
Genau in dem Augenblick, als ich denke, dass ich es jetzt wirklich fast – nur noch ein paar Stunden – ohne Zwischenfall geschafft habe, werde ich fast überfahren. Unachtsame Touristin trifft auf genervten Einheimischen. Kann ich sogar verstehen.
Zum Mittagessen bestelle ich Cape Malay Curry, eins der typischen Gerichte. Dass es fleischig sein würde, war klar, aber: Es ist Hähnchengulasch mit Reis, hatte ich mir anders vorgestellt. Schmeckt gut. Auch hier: Ich freue mich auf vegetarisches Essen, werde aber das Obst vermissen.
Heute – es ist Wochentag und die Geschäfte sind offen – ist die Stadt belebt und wirkt ganz anders als gestern. Für eine Stadt gefällt es mir gut.
Im Linksverkehr Auto zu fahren war gar kein Problem. Aber zu Fuß schaue ich weiterhin jedes Mal in die falsche Richtung, wenn ich eine Straße überquere.
Erledigt von der Stadt und mit den warnenden Worten des Guesthouse-Besitzers im Ohr, wie stauanfällig und unberechenbar die Strecke zum Flughafen ist, bin ich doch recht früh wieder zurück, um das Auto abzuholen und die letzte Fahrt zum Flughafen anzutreten. Natürlich flutscht alles easy durch.
Nach 4073 gemeinsamen Kilometern parke ich das Auto am Europcar-Rückgabepunkt. Hier geht’s zu wie in einem Bienenstock. „Alles okay, gute Reise“. Danke!
Die erste lange Hose seit Wochen… Nicht vermisst.
Sicherheitskontrolle, Passkontrolle – alles easy. Habe noch stundenlang Zeit. Als ich zur Boarding-Zeit ans Gate komme, ist die Schlange schon abgefertigt und ich kann direkt durchlaufen. Wow! Im Flugzeug sitzen wir noch lange rum und warten auf die letzten Passagiere. Die Frau aus der Nachbarreihe erzählt, dass ihnen 1,5 Stunden für Koffer abgeben bis Flugzeug nicht annähernd gereicht haben – es sei Chaos und hätten sie sich nicht vorgedrängelt, sie stünden noch an der Passkontrolle. Es scheint nicht nur eine Rush Hour auf dem Weg ZUM Flughafen, sondern auch IM Flughafen zu geben.
Der Flug ist ruhig, ich schlafe schlecht. Um 06:25 Uhr landen wir im Stockdunklen und bei Nieselregen. Über den ersten Tag mit Temperaturen über null Grad habe ich mich gefreut, aber die Dunkelheit hatte ich ausgeblendet.
Es hat sich nicht viel verändert: die Bahnen sind alle verspätet, weshalb die Zugbindung aufgehoben ist. Ich mache einen ersten Grundeinkauf (was braucht man nochmal? Ach ja, es existiert ja KÄSE!) und freue mich auf zu Hause.
Eine wunderbare Reise, das Herz und der Kopf sind gefüllt, glücklich und dankbar. Ein wunderbarer Start ins Jahr 2026, das hoffentlich so gut weitergeht…
Danke an meine Eliwatch-Gruppe, die in Echtzeit aus der Ferne meine Schritte verfolgt hat und auf mich aufgepasst hat. Und euch, fürs Mitreisen. Bis bald! 👋
Spannende Themen!
Ich möchte keinen Beitrag mehr verpassen, bin aber auch zu faul, hier regelmäßig nachzuschauen… Eine E-Mailbenachrichtung bei neuen Posts wäre toll!
