[Gastbeitrag] Hallo, ich heiße Marlene und hatte meine Hysterektomie wegen eines Myoms im März 2024. Da war ich 45. Mit Besuchen bei der Frauenärztin war ich früher leider nicht konsequent. Zwischen Mitte 20 und Anfang 30 war ich ein paar Mal dort. Die Untersuchungen waren immer sehr unangenehm und meine damalige Ärztin nicht besonders einfühlsam. Da ich in einer Beziehung mit einer Frau lebe und, zumindest was Verhütung betrifft, ein Besuch nicht nötig war, habe ich auch die Vorsorge schleifen lassen.

Erst als mein Zyklus sich um eine Woche verkürzt hatte und die Blutungen stärker und schmerzhafter wurden, bin ich mit etwa 40 zu einer anderen Frauenärztin gegangen. Es hat sich herausgestellt, dass ein Myom der Auslöser für die Beschwerden war. Dieses hatte bereits einen Durchmesser von etwa vier Zentimetern. Ich bin weiterhin zur Vorsorge gegangen, habe Blutung und Schmerzen aber ertragen mit dem Gedanken „das ist halt so, da muss man durch“.

Ein Myom. Es wird größer – genauso wie die Beschwerden

Ein paar Jahre später war es dann so schlimm, dass ich das Thema nochmals bei der Ärztin angesprochen habe. Auch, weil das Myom mittlerweile auf die Blase drückte. Diese hatte so wenig Platz, dass ich an manchen Tagen zweimal pro Stunde auf die Toilette musste. Den Gedanken, dass die Gebärmutter entfernt werden könnte, hatte ich damals aber nicht. Ich dachte, dass das Myom herausgeschnitten werden kann. Es war mittlerweile 5 cm groß und in der Gebärmutterwand eingewachsen. Deshalb, und da ich keinen Kinderwunsch hatte, empfahl meine Ärztin die Hysterektomie. Als Alternative hatte sie eine Hormontherapie erwähnt, aber wegen der Nebenwirkungen nicht empfohlen. Darüber hinaus gab sie mir nur eine sehr kurze Info über den Ablauf der LASH-Methode, nach der operiert würde. Nach zwei Wochen sei man wieder fit und die dritte Woche Krankschreibung wäre dann wie Urlaub (sie hat es anders formuliert, aber so ist es mir in Erinnerung geblieben).

Die Entscheidung für die OP ist mir nicht leichtgefallen

Mittlerweile hatte mir selbst der größte Tampon oft nicht mal zwei Stunden gehalten. Die Fahrt ins Büro, ein Familienausflug, ohne zu wissen, wo die nächste Toilette ist … das war schon belastend, aber deshalb eine OP? Die nicht medizinisch notwendig ist? Das kam mir nicht sehr angemessen vor. Ich hätte bis zu den Wechseljahren durchhalten und es aushalten können.

Außerdem hatte ich Angst, dass sich in meinem Körper etwas verändert, wenn ein Organ fehlt. Dass er mir das übel nimmt, oder dass ich Probleme mit der Blase bekomme. Meine Ärztin meinte dazu nur, dass ich mir nicht so viele Gedanken und Sorgen machen soll. Das fand ich nicht sehr hilfreich. Meine Fragen nach Nachsorge, z.B. Narbenpflege oder Beckenbodentraining, hat sie mit einem Lachen beantwortet. Das wäre alles nicht nötig.

Schlussendlich habe ich mich für die Operation entschieden. Anfang 2024 fand das Vorgespräch mit Untersuchung im Krankenhaus statt. Der Termin war überraschend kurz. Mir wurde ebenfalls die LASH-Methode empfohlen, bei der außer der Gebärmutter nur die Eileiter entfernt werden. Ich habe zum Ablauf nicht viel mehr Informationen erhalten als von meiner Frauenärztin. Da ich nicht viele Fragen parat hatte, habe ich auch nicht viel neues erfahren.

Als der Termin für März stand, habe ich mit googeln angefangen. Ich habe viele Info-Seiten (relativ kurz und knappe Infos) und viele Foren-Beiträge (wenig mutmachend) gelesen. Mir ist klar: wenn jemand sich die Mühe macht, sich in einem Forum auszutauschen, lief es meist nicht gut für die Person. Nach einigen Stunden im Internet bin ich dann auf Elis Blog gestoßen, der mir viele Fragen beantwortet hat, von denen ich nicht wusste, dass ich sie habe 😊.

Kurz nachdem die Entscheidung für die OP gefallen war, kam ich nochmals ins Straucheln, ob es die richtige Entscheidung ist. Eine Kollegin hatte einen ausführlichen Beitrag im SWR gesehen, in dem es um die Myomembolisation ging. Also keine OP mit Narkose, sondern ein kleinerer Eingriff. Der Gedanke daran, dass Blutgefäße mit Plastikkügelchen gefüllt werden, die Folgen bei späteren Eingriffen haben könnten, und die Frage, ob man danach komplett beschwerdefrei ist oder der Eingriff wiederholt werden muss, hat mich davon abgehalten. Da ich wissen wollte, warum meine Ärztin mir diese Behandlung nicht vorgeschlagen hatte, ließ ich mir nochmal einen Termin geben. Auch dieser war leider nicht sehr informativ. Sie meinte, sie hätte mir absichtlich nur das vorgeschlagen, was sie in meiner Situation für richtig gehalten hätte. Verwundert hat mich, dass auch das Krankenhaus mich nicht auf diese Methode aufmerksam gemacht hat. Obwohl der Eingriff dort durchgeführt wird, wie ich später gelesen habe. Wie dem auch war, meine Entscheidung stand fest, ich würde die LASH durchführen lassen.

Im Krankenhaus: Die LASH

Meine OP verlief reibungslos. An einem Montagmorgen wurde ich aufgenommen, nachmittags operiert, nach einiger Zeit im Aufwachraum war ich sofort klar im Kopf. Ich hatte keine Kreislaufprobleme, konnte also recht bald aufstehen. Die Narkose hatte keine Nachwirkungen hinterlassen, außer ein leichtes Kratzen im Hals vom Beatmungsschlauch. Am nächsten Tag wurde der Katheter entfernt. Die Drainage einen weiteren Tag später. Die OP war sehr gut verlaufen. Die Schmerzen mit entsprechenden Schmerzmitteln gut auszuhalten. Zum Glück hatte ich daran gedacht, um Magenschutzmittel zu bitten. Diese erhält man wohl nicht immer automatisch. Am schlimmsten war das Aufstehen und wieder ins Bett legen. Hierzu kam nur ganz kurz eine Physiotherapeutin, die mir das Aufstehen, Hinlegen und im Bett aufrichten erklärt hat. Auch Duschen und Haarewaschen im Waschbecken waren schmerzhaft, aber möglich. Am Donnerstag wurde ich dann schon entlassen, da Blase und Darm wieder normal funktionierten. Ich wäre gern einen Tag länger geblieben, da die Narben und das Gewebe darunter noch sehr weh getan hatten.

Insgesamt hatte ich den Eindruck gut versorgt worden zu sein. Das Pflegepersonal war ausgesprochen tiefenentspannt, freundlich und präsent. Die letzte Untersuchung vor der Entlassung war dann wieder so kurz und knapp wie die beim Vorgespräch. Auch hier wurde mir auf meine Fragen zu Narbenpflege und Beckenbodenübungen gesagt, dass man nichts Spezielles beachten muss.

Die ersten Wochen nach der Hysterektomie wegen Myom

Die erste Woche daheim war sehr schmerzhaft, ich konnte nur wenige Meter am Stück gehen. Zum Glück hatte meine Frau Urlaub genommen und mich verwöhnt und bedient. Wahrscheinlich hätte ich meine Schmerzmittel großzügiger nehmen müssen. Auch hier hätte ich mir im Nachhinein mehr Info gewünscht. Vermutlich ist für Ärzte zu alltäglich, was für einen selbst ja eine absolute Ausnahmesituation ist.

Woche zwei war schon etwas besser, spazieren gehen war okay, aber langes Sitzen ging gar nicht.

Meine Bitte, mich für eine dritte Woche krankzuschreiben, beantwortete meine Frauenärztin mit einem Lachen. Das wäre doch nicht nötig, da ich keinen Bauchschnitt bekommen hätte. Dass sie vor der OP von der erholsamen dritten Woche gesprochen hatte, hat sie abgestritten. Wütend und vor den Kopf gestoßen habe ich die Praxis verlassen. Die Krankmeldung habe ich dann von meiner Hausärztin erhalten. Sicher hätte ich mich im Büro durchbeißen können und den Tag irgendwie herumbringen. Aber das war auch ab der vierten Woche, wo ich wieder arbeiten ging, anstrengend genug.

Erst ab Woche fünf ging es mir im Großen und Ganzen wieder gut.

Heute, 9 Monate später

Ich hatte die ersten 6 bis 8 Wochen sehr konsequent darauf geachtet, nichts Schweres zu heben und tragen. Auch Gymnastik habe ich lieber sein lassen. Meine Ärztin hatte mir nur geraten auf mein Bauchgefühl zu hören. Details der Genesung habe ich leider nicht mehr im Kopf, da ich dazu neige, so etwas schnell zu vergessen, wenn es mir wieder gut geht.

Etwa drei Monate nach der OP habe ich wieder Gymnastik gemacht, mit dem Minitrampolin war ich aber noch zögerlich, das hatte sich nicht gut angefühlt.

Ich hatte gleich nach der OP keinerlei Ausfluss, weder von der OP selbst, noch die gefürchteten später wieder auftretenden Blutungen vom Gebärmutterhals her. Es ist seither eine absolute Ruhe im Bauch, keine Schmerzen. Auch den Eisprung spüre ich nicht mehr. Blase und Darm haben wieder Platz. Das ist wirklich ein tolles Ergebnis.

Allerdings habe ich manchmal eine seltsame Empfindung dort, wo ich mir den Stumpf des Gebärmutterhalses vorstelle. Es ist kein Schmerz, aber ein sehr unangenehmes Gefühl, wie wenn etwas an dieser Stelle / Narbe anstößt oder reibt. Es lässt nach wenigen Minuten wieder nach und ist nicht dauerhaft vorhanden.

Die Narben haben mich anfangs erschreckt. Mein Bauch sah sehr mitgenommen aus, mit viele Dellen und Erhebungen um die Narben. Aber diese sind mit der Zeit sehr unauffällig geworden. Sie fallen kaum mehr auf. Nur die Narbe im Bauchnabel knubbelt sich und ist manchmal etwas gereizt. Beim Hautscreening wurde mir gesagt, dass ich den Narben insgesamt ein Jahr Zeit geben soll, es kann sich bis dahin noch viel ändern.

Ich wünsche jeder Leserin alles Gute für eine eventuell anstehende OP.  Und danach eine schnelle Genesung und ein gutes Ergebnis!

Und noch zwei Tipps von mir:

  • Ein Buch: Isabel Reusser, Meine (Ex-) Gebärmutter (ISBN 978-3-7557-4242-5, 2021) – dieses ist sehr persönlich, enthält aber dennoch hilfreiche Tipps und Checklisten wie ich finde.
  • Das Wala Narben Gel – eine Empfehlung meiner Nachbarin. Leider kamen wir erst im Sommer darauf zu sprechen. Aber auch so spät hatte ich den Eindruck, dass es eine gute Unterstützung für die Haut ist. Meine Nachbarin ist Hebamme mit jahrzehntelanger Erfahrung, sie rät ihren Schwangeren immer dazu.

Wenn du Fragen an Marlene hast, kannst du sie per Mail erreichen.

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