[Gastbeitrag] Hallo, ich heiße Kathleen und bin 42 Jahre alt. Meine Hysterektomie war im Juni 2025 und ich habe seitdem ein ganz neues Lebensgefühl.
Aber von Anfang an. Ich hatte nie die perfekte Periode – mit Schmerzen, aber normale und regelmäßige Blutungen. Ich bin immer regelmäßig zum Frauenarzt gegangen ohne auffällige Befunde.
Das sollte sich mit etwa 40 Jahren ändern. Die Schmerzen wurden stärker und die Blutungen auch. Meine damalige Frauenärztin sagte mir, das wäre normal – ab 40 ändert sich der Hormonhaushalt. Ich war entsetzt. Denn ich setzte mich zu dem Zeitpunkt schon eine Weile mit einem gesunden Lebensstil auseinander und auch mit der Frage: „Was kann ich meinem Körper Gutes tun, damit die Hormone im Gleichgewicht bleiben?“, und ich wusste, dass eben diese Schmerzen und Blutungen wie ich sie hatte nicht normal sind.
Die Suche nach einem Ausweg
Also suchte ich nach Alternativen, um meine Periode wieder etwas erträglicher zu machen. Ich suchte eine Heilpraktikerin für Frauenheilkunde auf. Viele Fragen später hatte ich ein paar Tropfen und Globuli in der Tasche und probierte es aus. Das Ergebnis war, dass zumindest meine Schmerzen deutlich weniger wurden und ich „nur“ noch eine Schmerztablette braucht anstatt vier.
Es folgten weitere Coachings, Blutanalysen und Darmsanierungen. Was blieb war ein miserabler Eisenwert, eine leichte Östrogendominanz und weniger Geld in der Tasche.
Meine Blutungen wurden mit der Zeit stärker und vor jeder Periode hatte ich schon Horror. Plante meine Termine nach meinen Blutungen, musste hin und wieder meine Yogakurse absagen, weil nichts ging, fing an, mir Wechselsachen mit ins Büro zu nehmen, weil meist an Tag 5 nichts half und ich einfach nur blutete. Nicht selten waren meine Unterhosen und Jeans durchgeblutet. Und ich wusste: So kann es nicht weitergehen. Ich hatte noch so viel Pläne und wollte mir damit nicht mein Leben bestimmen lassen.
Also ging ich zu meiner (mittlerweile neuen, besseren) Frauenärztin und fragte sie, was wir machen können. Sie untersuchte mich und stellte fest, dass ich einen kleinen Mitbewohner (wie ich es nannte) hatte – ein Myom. Nicht groß, 2-3cm, aber es war sehr wahrscheinlich dafür verantwortlich, dass ich so starke Blutungen hatte. Also verschrieb sie mir Blutgerinnungstabletten für meine Periode und gab mir eine Überweisung zur Myom-Sprechstunde in der Uniklinik.
Termin und Entscheidung
Der Termin war im März und ich wusste jetzt wird alles gut. Die Ärztin war super, untersuchte mich gefühlt stundenlang und sagte anschließend zu mir, dass das Myom zu 90% für meine starken Blutungen verantwortlich ist. Es saß so an der Gebärmutterwand, dass es dazu beigetragen hat, immer mehr Gebärmutterschleimhaut zu produzieren und diese musste natürlich auch abgebaut werden.
Sie erklärte mir was gemacht werden könnte. Von Hormontherapie, Ausschabung über Entfernung der Gebärmutter war alles dabei. Sie sagte aber gleich, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und ich Ruhe haben will, dann würde sie die Hysterektomie empfehlen. Ich schluckte innerlich kurz, aber meine Entscheidung stand da schon fest. Es werden gleichzeitig auch die Eileiter entfernt, da man mittlerweile weiß, dass Eierstockkrebs häufig von den Eileitern kommt (so sagte mir die Ärztin). Ich hatte mich für die LASH-Methode entschieden. Heißt: der Gebärmutterhals bleibt drin.
Ich war fast 42, hatte mir mit meinem Freund ein entspanntes Pärchen-Leben aufgebaut und über Kinder dachten wir nicht nach. Ich fragte ihn natürlich trotzdem und so trafen wir die Entscheidung, dass ich mir die Gebärmutter entfernen lasse.
Die OP: Erster und einziger Schwangerschaftstest
Die OP war für den 2.6.2025 geplant. Wir waren vorher im Urlaub, ich habe meinen Yogakurs zu Ende gemacht und wir waren noch auf einem Golfcamp. Denn ich wusste, nach der OP ist erstmal schonen angesagt.
Die OP war an einem Montag. Ich musste um 7 Uhr im Krankenhaus sein, meldete mich an und dann ging es quasi auch schon los. Noch schnell meinen ersten und einzigen Schwangerschaftstest gemacht und schon lag ich im Anästhesie-Raum. Ich war nicht nervös, denn ich wusste: danach wird alles besser und wenn ich aufwache, ist es vorbei mit der Quälerei jeden Monat.
Die OP verlief ohne Komplikationen. Als ich im Aufwachraum wach wurde, hatte ich kurz ein paar Schmerzen. Ich bekam ein Schmerzmittel und wurde auf die Frauenstation gebracht. Da war es 10:30 Uhr. Noch leicht benebelt von der Narkose ging es mir aber gut.
Nach drei Stunden sollte ich aufstehen und mich umziehen. Es ging wunderbar und mein Kreislauf war stabil. Ich schaute mich im Spiegel an – da waren drei kleine Pflaster und ein aufgeblähter Bauch (vom eingeleiteten Gas während der OP).
Später kam die operierende Ärztin vorbei und sagte es war alles gut.
Die Tage und Wochen danach
Es war mein erster Aufenthalt im Krankenhaus und ich wusste zum Glück, dass es nur zwei Nächte werden. Ich bin ehrlich, ich hätte es auch nicht länger ausgehalten.
Es ist erstaunlich, wie wenig Ruhe man tatsächlich hat und damit meine ich nicht, dass wir ein Vier-Bett-Zimmer hatten. Aber pausenlos ging die Tür – Putzfrau, Visite, Frühstück, Ultraschall Nieren, Blutdruck messen und Co.
Meine Schmerzen hielten sich zum Glück in Grenzen. Ich habe schon am zweiten Tag mittags keine Schmerzmittel mehr genommen. Der Druck im Bauch war zwar unangenehm und es fühlte sich an, als wenn ich 10 Stunden Bauch-Workout gemacht hätte, aber ich wusste, wo es herkam und mit ein paar Spaziergängen übers Klinikgelände ging das Gas schneller raus.
Nach zwei Nächten Krankenhaus, am 4.6. wurde ich morgens entlassen. Es war mein 42. Geburtstag und diese OP war ein Geschenk an mich selbst – für ein entspannteres Leben.
Zu Hause angekommen, merkte ich schnell, dass ich mich ausruhen sollte. Mein Körper verlangte Ruhe und ich gab sie ihm. Aber zu Hause ist dreimal besser als im Krankenhaus. Ich erholte mich die restliche Woche zu Hause, war tagsüber ein bisschen spazieren, versorgte meinen Körper mit wichtigen Nährstoffen und es wurde jeden Tag besser.
Nach einer Woche Krankschreibung ging ich zum Hausarzt und ließ mir die Fäden entfernen. Die Narben sahen gut aus und der Bauch war weich. Ich wurde weitere zwei Wochen krankschrieben und sollte mich weiterhin schonen, nicht schwer heben und auch kein Sport machen. Und ich muss sagen, Sport fehlte mir tatsächlich. Ich bin Yogalehrerin und weiß, was ich mir zumuten kann, also fing ich mit kleinen Dehnübungen an. Allerdings war Golf tabu – die Golftasche ist schwer und die Drehungen auch nichts für frische Narben. Zumal die Ärztin im Krankenhaus sagte, die Narben im Inneren brauchen etwa 6 Wochen zum Heilen.
Ich genoss die Zeit zu Hause. Mit jedem Tag ging es mir besser und ich wurde fitter. Die 3. Woche zu Hause war eher wie Urlaub und ich entschied mich nach 3 Wochen wieder arbeiten zu gehen. Da ich als Chemielaborantin sitzend wie auch stehend tätig bin, ging es wunderbar.
Und so sind seit der OP 5 Wochen vergangen und ich bereue nicht eine Sekunde meine Entscheidung. Der Eingriff verlief perfekt und auch die Genesung ist ohne Komplikationen. Als der Zeitpunkt für meine Periode war, war ich überglücklich, dass sie ausbleibt und nie mehr wieder kommt.
Was sich etwas verändert hat, ist mein Bauch. Ich hatte nie den flachsten Bauch, aber abends habe ich das Gefühl, dass er „geschwollen“ ist. Gerade so der Unterbauch, wo jetzt was fehlt. Vielleicht muss sich erst alles neu sortieren und der Darm hat jetzt etwas mehr Platz, um sich auszubreiten.
Aber damit kann ich leben, denn alles andere ist vorbei und es ist ein komplett neues Lebensgefühl, wenn ich nicht mehr vor meiner Periode schon Panik bekomme, Termine verschiebe und immer hoffe, dass ich den Tag überstehe.
6 Wochen danach – Nachsorge beim Frauenarzt
Exakt sechs Wochen nach der OP war ich bei meiner Frauenärztin zur Nachsorge. Sie war überrascht, wie fit ich schon wieder bin. Sie hat ein Ultraschall gemacht und ist sehr zufrieden. Es ist alles super verheilt. Die drei Narben an meinem Bauch sehen super aus. Sie sagte aber auch, dass es eben doch einen großen Unterschied macht, ob der Gebärmutterhals (wie bei mir) drinnen bleibt oder eben nicht. Man ist mit der LASH-Methode deutlich früher wieder fit.
Ich habe das GO, dass ich wieder alles machen darf. Da ich ein recht gutes Körpergefühl habe, kann ich gut einschätzen, wie weit ich gehen kann.
Ich darf langsam mit Gewichten wieder Sport machen, Golfen und natürlich auch Yoga.
Sie und ich sind hochzufrieden. Und ich sagte gestern zu ihr: „wenn ich früher gewusst hätte, dass es so problemlos verläuft, hätte ich es schon früher machen lassen“.
Ich freue mich sehr auf ein entspannteres Leben!
Fragen an Kathleen? Eli leitet deine Mail an sie weiter.
Auch bei Doris sind es Myome – und dann eine LASH. Hier ihr OP-Tagebuch ins bessere Leben.
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