Wie geht es euch mit den ganzen Coronabedingt abgesagten Festen? Man kann über die Geizigkeit der Schwaben denken was man möchte, fest steht: bei Wein, Bier und Maultaschen hält sich keiner zurück! Und da gibt es im Sommer normalerweise jedes Wochenende eine Gelegenheit. In den letzten Jahren bin ich zu einigen nur mit mäßiger Vorfreude gegangen – es war immer alles so voll… Die Menschenmassen können weg bleiben, mal wieder was anderes zu sehen und zu hören wäre jedoch schön.
Selbst ist die Frau, hier Aktionsvorschlag Nummmer 1 für den Corona-Sommer:

Die Do-it-yourself-Weinwanderung.

Die Idee:

In der Umgebung laufen organisierte Weinwanderungen so ab, dass es einen Plan gibt, auf dem eingezeichnet ist, welche Winzer sich beteiligen und wo sie ihre Verkaufshütten haben. Dort bekomme ich Wein pro Glas oder Flasche und oft auch was zu Essen. Entweder wandert man nach dem Verzehr durch die Weinberge weiter, oder man leert die Flasche beim Picknick in den Weinbergen. Wir übernehmen „Heimische Weine“ als Motto, nur bringen wir den Wein eben schon mit. Und haben die Gelegenheit genutzt, die Route zu verlängern…

Warum es so toll ist?

Minimaler Vorbereitungsaufwand für alle und maximale Wirkung. So ein Tag draußen ist wunderbar und in Bewegung ist so eine Weinprobe viel spannender. Die Wanderung kann ebenso lehrreich sein, wenn sich alle darauf einigen, die Weine tatsächlich vorzustellen. Oder man stellt den Spaß in den Vordergrund – siehe Tipp 1 aus dem Erweiterungs-Set.

Wie wir es machen:

  • Man suche sich eine Gruppe Menschen, die gern Wein trinkt
  • wähle eine schöne Strecke, die alle gut schaffen
  • und plane großzügig Zeit ein (wir haben 7 Stunden für 15 km gebraucht)
  • Man einige sich auf ein Thema (Heimische Weine. Oder, wenn der Griechenlandurlaub ausfallen musste: Griechische Weine. Oder Weine aus einem definierten Jahrgang. Oder welche mit grünen Etiketten. Oder …)
  • Jeder bringt selber ein Glas mit
  • und eine zum Thema passende Flasche Wein, zu der man selbstverständlich auch etwas erzählen kann ;). Damit ist dann die Menge, die man im Laufe der Wanderung trinkt auch schon gesetzt…
  • Am definierten Wandertag geht es dann los: wenn der Durst zuschlägt (oder an besonders schönen Stellen) wird ein Wein vom Mitbringer präsentiert und von allen verkostet. Dann geht es weiter. Bis alle Weine leer sind und die Wanderstrecke geschafft.

Profi-Tipps:

  • Die ideale Gruppengröße sind 4-7 Personen. Warum? Weil an jeder Station eine Flasche Wein verköstigt wird. Mit weniger als vier ist das eine Herausforderung, mit mehr als 7 bekommt jeder nur einen Spuckschluck (oder man bildet 2er-Teams mit zwei Flaschen Wein).
  • Es sollte auch noch jeder mindestens eine Flasche Wasser dabei haben. Musste ich nicht explizit erwähnen, oder?
  • Essen nicht vergessen! Entweder eine Einkehr einplanen, oder jeder bringt neben dem Wein auch einen Snack mit
  • … und am Ende gemeinsam zu grillen ist natürlich auch sehr fein!
  • Start & Ziel so wählen, dass (idealerweise) keiner fahren muss
  • bei fitnessorientierten Mittrinkern darauf achten, dass keine Sportgeräte (Trimm-dich-Pfad etc.) auf dem Weg liegen, sonst kommt es möglicherweise zu spontanen Plank- oder Klimmzug-Challenges

Das Erweiterungs-Set:

  • wir haben uns nicht nur „lokale Weine“ als Thema gesetzt, sondern auch noch die Umgebung mit eingebunden: In Form eines Point of interests bzw. einer Skultur. Aufgabe: Bei der Präsentation des Weins musste der Ort/die Skultpur mit einbezogen werden. Ob es eine ausgedachte oder wahre Geschichte ist: egal (das Raten, ob es stimmt, hat viel Spaß gemacht :))
  • das gleiche könnte man auch als Käseverkostung machen. Oder natürlich als Brauereitour (je nachdem, wo man wohnt….)
  • Wer Lust hat, viel vorzubereiten, kann auch eine Schnitzeljagd draus machen und die Gruppe mit Rätseln von Station zu Station navigieren

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