Insekten habe ich in meinem Leben schon einige verzehrt. Viele davon eher unfreiweillig beim Radfahren oder Laufen. In Mexiko und Südostasien habe ich Insekten bewusst in unterschiedlichen Formen gegessen. Sowohl gemahlene und mit Salz vermischte Würmer (gehört dort in manches Getränk) oder zum Snack frittierte Heuschrecken, …
Kann – muss aber nicht.

Nun also Insektenburger.
Albert, mein Mitbewohner, und ich machen den Test.

Warum?
In meinem Fall: Weil Magda die fertigen Patties im Tiefkühlfach gesehen und mir die Aufgabe verpasst hat, sie zu probieren.
Generell
gelten Insekten als das „bessere Fleisch“, da sie protein- und nährstoffreich sind, gleichzeitig aber deutlich nachhaltiger produziert werden können, als beispielsweise Schwein oder Hühnchen. Das sagt seit 2013 auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.

In diesen Patties stecken (neben viel Soja) namensgebend gemahlene Buffalo-Würmer, laut Hersteller „artgerecht gezüchtet, ohne Einsatz von Antibiotika“.

tiefgefroren in die Pfanne…

Wie sieht er aus?
Wie ein rundes Brikett kommt er tiefgefroren aus der Pappschachtel, das Gewicht ist beträchtlich. Dass die Würmer gemahlen sind, hat den unschlagbaren Vorteil, dass keine Fühler, Beine oder andere Insektenkörperteile zu sehen sind, die wir kulturell bedingt eklig finden. Dementsprechend einfach ist es, ihn auf das Brötchen zu legen und hineinzubeißen.

optisch einwandfrei

Wie schmeckt er?
Wir sind uns einig: Gar nicht so schlecht. Die Konsistenz ist uns ein wenig zu fest. Und er ist eher trocken – was der restliche Burger-Belag inklusive Soßen glücklicherweise auffängt.
Ein besonders auffälliger Eigengeschmack ist nicht auszumachen. Hätte man ihn uns als Vegi-Burger verkauft – wir hätten es geschluckt.

Und in Zukunft?
Das weiß ich noch nicht.
Natürlich rein aus wissenschaftlichen Vergleichsgründen haben wir gleichzeitig auch noch einen „normalen“ Rindfleischburger gemacht. Nach dem Insektenburger habe ich mich auf das Rindfleisch gefreut. Während ich Burger Nummer zwei gegessen habe … war er doch gar nicht unbedingt besser.

Am Folgeabend kam es während der Sushi-Zubereitung in einer größeren Gruppe zu weiteren Diskussionen über die (ernährungswissenschaftliche) Zukunft unseres Planeten. Hierbei wurde als Alternative z.B. auch noch Clean Meat diskutiert. Dabei werden Tieren Stammzellen entnommen und dann im Labor, außerhalb und ohne das Tier, Fleisch daraus gezüchtet. Hierfür gab es in der Gruppe Zustimmung, aber auch absoluten Ekel. Auf der anderen Seite steht dann veganes Leben.

Wie man sich ernährt, das entscheidet jeder erst mal für sich. Um die Radfahr-Insekten komme ich wohl nicht herum. Auch sonst plane ich keine tiefgreifenden Änderungen meines Ernährungsstils. Der Einladung auf einen Insektenburger folge ich aber auch in Zukunft gerne.