Zack. Zwei Monate bin ich schon wieder zurück in Deutschland. Aus der halbleeres-Glas-Perspektive könnte man sagen: fast so lange wie ich weg war. Die liegt mir aber ja nicht so :).
Da ich von euch (und mir selbst) nach wie vor viel nach Erlebnissen, Erkenntissen und Folgen gefragt werde, habe ich sie in einem Selbstgespräch zusammengestellt. Wer Antworten vermisst, kann seine Frage gerne über das Kommentarfeld einreichen. Los geht’s:

War es schwer wieder zurück zu kommen?

Nein. Dafür bin ich zu realistisch veranlagt. „Draußen“ war super, es war aber auch klar, dass ich nach den 3,5 Monaten zurückkommen muss – da ist eine Wohnung, ein Arbeitsvertrag, … Hätte ich nur ansatzweise das Gefühl gehabt, dass die Zeit nicht reichen wird, wäre ich das anders angegangen (so wie damals: kündigen und weg). Und ich habe mich durchaus auf die schöne Wohnung und das ruhige Deutschland gefreut. Und war, oh Wunder, auch sehr schnell wieder drin in diesem Alltag.

Gilt das auch für die Arbeit?

Da habe ich mir schwer getan.
Konkret war ich SEHR überrascht, dass ich tatsächlich Bedienprobleme mit Excel, PowerPoint und dem Arbeits-iPhone hatte. À la: in welchem Tab ist noch mal „freeze pane“ (meine Lieblings-Excel-Funktion). Und: Warum hat es den zweiten Bildschirm nicht erkannt? Wo stelle ich das wieder ein? Also, Digital Native … vielleicht doch nicht…
Naja, und das Stillsitzen und Konzentrieren war auch lange schwer. Die Sinnfrage (was bedeutet mir Arbeit? Wofür möchte ich soviel Lebenszeit verwenden?) musste ich für mich auch noch mal validieren.

Gibt es dann noch etwas, was du dir von der Reise erhalten hast?

Nun ja, mit dem Konzept von Zeit(räumen) tue ich mir immer noch schwer. Ohne Terminkalender, Freunde und Kollegen wäre ich völlig aufgeschmissen. Ich war zum Beispiel völlig überrascht, als mir Doro vor zwei Wochen sagste, dass ich in einer Woche Geburtstag habe. Ich dachte, das wäre noch Wochen hin. Ups! Und ich verwechsle ständig Tage und verwirre damit die Kollegen („hä, aber morgen ist doch Samstag?“), z.B. Mit „Sonntag, 12 Uhr, Kletterhalle“ komme ich aber zurecht.

Das Reise-Gefühl ist allerdings längst wieder weg, der Geruch/Geschmack und Bilder kommen nicht sofort wieder hoch, wenn ich von der Reise spreche. Sehr schade, aber normal.

Glücklicherweise habe ich mir während der Reise viel aufgeschrieben, kann also mit der Erinnerung nachhelfen und auch überprüfen, wie das mit meinen guten Vorsätzen und Erkenntnissen läuft.

Aha. Erkenntnisse. Erzähl mal!

Zum Beispiel, dass man für einen „echten“ winter escape eher bis April aus Deutschland fern bleiben sollte (aber ich habe es ohne Winterjacke durchgezogen).

Das Blog schreiben hat so Spaß gemacht, dass ich damit weiter machen möchte. Nicht nur übers Reisen, sondern über all die Themen, die mich bewegen – Inspirationen, Ärgerliches, die fast moving (Arbeits-)Welt, Menschen und ihre Geschichten, … Ich freue mich, wenn ihr mir weiter folgt! Anregungen und Feedback sind sehr willkommen.

Vielleicht diese Gedanken und Geschichten auch für Publikum aufarbeiten. Anfang April war ich mit der Abeit auf der Hannover Messe und dort Teil einer Show auf unserem Messestand – das hat so Spaß gemacht! Und bietet Reisemöglichkeiten 🙂

Und dann sind da ja noch die Berge. Glücklich sein finde ich allgemein nicht schwierig, in den Bergen ist es aber noch viel einfacher. Logische Folgerung: Ich sollte mehr Zeit dort verbringen! Und habe direkt einen Fels- und Eiskurs für den Frühsommer gebucht, damit ich auch auf den 4.000ern rumturnen kann. Ich freu mich schon!

Den guten Vorsatz, meine Zeit besser zu priorisieren, halte ich nur mittelgut durch. Mir schwirren zu viele Dinge durch den Kopf und lasse mich leicht ablenken..

Und was hast du schon wieder verworfen?

Das mit dem Meditieren klappt hier nicht so richtig gut. Das ist ein Opfer der fehlenden Zeitpriorisierung…

Themenwechsel: Wurdest du hier nett empfangen?

Ja, sehr! Manchmal habe ich mich aber schon gefragt, wie gut mich Freunde und Kollegen eigentlich kennen. Wenn auf meine Aussage „Ich bin seit drei Wochen zurück“ die Frage folgt „Und, arbeitest du schon wieder?“ – HALLO!?! Natürlich! Sonst wäre ich noch nicht wieder da! Die freie Zeit würde ich ja nutzen…

Auch ein gutes Stichwort: War das die letzte große Reise? Was steht als nächstes an?

Selbstverständlich war es nicht die letzte längere Abwesenheit. Einmal travel bug, immer travel bug. Zeitpunkt steht noch nicht fest, aber als Ziel wird es vermutlich eine Bolivien-Chile-Paraguay-Tour oder Kanada.

Fest geplant als nächster Urlaub ist bisher nur das größte europäische Burn im Juli, das Nowhere.

Seltsamerweise ergeben sich Pläne ja dann doch gefühlt von alleine…

Eben! Und bis dahin gibt es hier auch das ein oder andere zu lesen…
Ich nehme übrigens auch Challenges an. Stellt mir eine Aufgabe – ich versuche sie zu erfüllen und berichte darüber.
Das wird ein Spaß!