Und, wie ist es wieder zurück zu sein? wurde ich jetzt oft gefragt – und ein Projekt muss natürlich ordentlich abgeschlossen werden. Hier also der Wrap-Up (zwei Tage AXOOM haben gereicht, um mich erfolgreich zu re-denglisieren, nur FYI) nach der ersten Woche zurück in Deutschland:

Einen Rückwärts-Kulturschock hatte ich nicht. Ich freue mich, dass ich hier bin, dass hier so wenig Menschen sind und habe bisher den Verkehr (aus meiner Sicht war das bisher das Hauptmanko an unserer Wohnung) noch nicht mal wahrgenommen.

Dafür habe ich erstaunt feststellen müssen, dass auch in Stuttgart ganz schön viele Kabel über den Straßen hängen. Das ist mir noch nie aufgefallen (vielleicht weil sie zuverlässig weit über Kopfhöhe angebracht sind…). Und wie konnten auf einmal noch mehr Baustellen aufploppen? Und warum geht denn keiner bei Rot über die Fußgängerampel obwohl weit und breit kein Auto zu sehen ist? Das war doch sonst immer nur in Karlsruhe so?!

Die Unfreundlichkeit der Deutschen habe ich schon immer für ein Gerücht gehalten (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel) – ich hatte schon sehr nette Gespräche auf der Straße (inkl. Beratung hinsichtlich besserer Sichtbakeit auf dem Fahrrad in der morgendlichen Dunkelheit). Freu mich so sehr über die sprachbarrierenfreie Kommunikation – ich kann reagieren! Anderes Beispiel: Im ICE vom Flughafen nach Stuttgart kam der BordBistro-Kaffeeverkäufer vorbei. Und statt monotonem Chai, chai, chai, garam chai, chai, chai hat er fast jeden persönlich angesprochen à la „mit einem Kaffee klingt die Musik die Sie gerade hören gleich noch besser“ – sehr schön!

Extrem dankbar bin ich über den sonnigen Empfang, das hat es sehr viel einfacher gemacht! Und die Temperaturen im unteren einstelligen Bereich sind ja meine Lieblingslauftemperatur – das hab ich gleich genutzt. Das Kletterdebut steht noch aus. Hoffe, es wird nicht zu deprimierend.

Die ersten Tage waren super. Den letzten Reisedreck habe ich in der Sauna rausgeschwitzt, das war ein wunderbarer Wellnesstag mit Doro. Gefolgt von einem traumhaft-blauer-Himmel-Sonnenschein-Skitag am Feldberg. Begleitet von einem Sonnenuntergangshimmel auf der Rückfahrt, der schöner war als jeder auf der Reise (diese rote Kugel ist nicht so toll wie ein glühender 360-Grad-Himmel!).

Lisa hat mir mein Zimmer sehr ordentlich hinterlassen, es war schnell wieder eingeräumt. Und wie immer nach Rucksackreisen fand ich, dass ich zu viele Klamotten habe. Aussortieren war sehr einfach (kriege ich auch eine Netflix-Show?). Nun brauche ich nur noch Abnehmer/Flohmarktmittäter. Gibts Freiwillige?

Und morgen kann ich mein 2018er-Fotobuch abholen, in das Nepal gerade noch hineingepasst hat. Juhu!

Weitere Lieblings-Momente:
Das Paket (hier die Geschichte), das ich aus Indien geschickt hatte, auszupacken war wie Weihnachten. Eigentlich noch besser, da mit schönen Erinnerungen verbunden. Und es fehlt nichts!

Das erste Aufwachen war toll. Zu merken: Hach, ich bin zu Hause! Unter einer Daunendecke!

Was ich auf der Reise viel mehr hätte genießen sollen war das nicht-selber-kochen. Boah, Spülmaschine ein- und ausräumen nervt!

Hatte meine Haut so herrlich von allen Kosmetika (außer Sonnencreme) entwöhnt und hatte vor das beizubehalten. Keine Chance. Die Haut ist so trocken, an den Händen ist sie schon aufgerissen. 😦

Und bis gestern hat mir jegliches Gefühl für Kälte gefehlt (alle jammern bei der Feuerzangenbowle, ob wir bitte wieder in die Wohnung gehen können und ich stehe ohne Socken in Schlappen auf dem Balkon. Hm.). Also sehr gegenteilig zu dem, was ich erwartet habe. Bin auch nicht krank geworden und Jetlag hat sich durch Nachtflug + Tag aktiv nutzen + erst zu „normaler“ deutscher Zeit ins Bett gehen nicht einschleichen können.

Seit zwei Tagen arbeite ich wieder. Bei TRUMPF stehen auf einmal neue Gebäude und ich kann mein Fahrrad jetzt im Parkhaus abstellen. Ansonsten freu ich mich, dass mich trotz kurzer Haare noch alle erkannt haben :). Ich habe das Gefühl, bei AXOOM eine etwas bessere Stimmung vorzufinden und freue mich sehr, die vielen tollen Menschen wieder zu sehen, mit denen ich arbeiten darf!
(Ja, viele Kollegen lesen den Blog :D).

Habe es in den vergangenen Tagen auch genossen, dass sich alles „wie vorher“ anfühlt – die Wohnung, Gespräche mit Freunden, gut genutzte Freizeit, … Stimmt aber natürlich nicht, die Zeit ist ja nicht stehen geblieben – ich habe den runden Geburtstag meines Vaters verpasst, konnte bei einer Beerdigung nicht dabei sein, hänge mit Babybesuchen ganz schön hinterher, auf der Arbeit gab es im Team viel personelle Veränderung, mein Privatleben wird durch einen weiteren Jobwechsel/Umzug beeinträchtigt und auch die Tage unserer wunderbaren WG sind gezählt… Ob gut oder schlecht wird sich zeigen, aber langweilig wird dieses Jahr sicher nicht.

Habe mich über die Rückmeldungen von den fleißigen Lesern (by the way: der Blog hat Stand heute 7.171 Seitenaufrufe) gefreut. Schön, wenn ich den Winter verkürzen, den Arbeitsalltag unterbrechen und Ideen geben konnte. Es war mir eine Freude!

Und nun? – naja, nach der Reise ist ja immer vor der Reise! Wann und wohin kann noch beeinflusst werden 🙂

Bis bald,
Eure Eli

sehr ordentlich verpackt! Danke, Anand

Keine riesigen Erkenntnisse, aber beim nächsten Packen helfen die Tipps vielleicht:

  • alle Hosen/Klamotten müssen Taschen haben!!
  • Nie ohne Fenestilcreme + -Dragees losfahren! 🙂
  • doch ein Döschen Waschmittel mitnehmen: handgewaschene Klamotten riechen einfach gleich viel sauberer als mit der Seife…
  • Für Asien: ausschließlich Schuhe, die schnell an- und ausgezogen sind. Alle Tempel, viele kleine Läden, Häuser – überall zieht man sie aus.
  • Für Indien: keine SIM-Karte von Vodafone kaufen
  • Grundsätzlich immer den Regenschutz um des Rucksack machen. Einen besseren Dreckschutz für den Rucksack gibt es nicht. Und man kann ihn dann überall ablegen (und sich draufsetzen)
  • ZipLocs.
  • ich frage mich wirklich, warum mir das nicht früher eingefallen ist: Die Reiseapotheke lässt sich platzsparend und langlebig erhalten, wenn man die Papierpackung zu Hause lässt und Tesa über die Alufolienrückseite klebt (trotzdem noch sichtbar, was es ist – reißt aber nicht von alleine/aus Versehen auf)