Dachte ja, mich kann im Straßenverkehr nichts mehr schocken, aber auf der Busfahrt nach Kumily … Glücklicherweise war es dunkel, so dass ich nur grob erahnen konnte, welche Schluchten ich uns dreimal habe herabstürzen sehen. Gekonnt und milimetergenau hat der Busfahrer die zahlreichen Kurven genommen. Uff.

Endlich habe ich auch eine Teeplantage besucht, Connemara Tea wurde 1941 gegründet und genau so alt ist in ihr auch alles – es hat sich mehr nach Museumsbesuch angefühlt und als wir den administrativen Teil betreten haben schoss mir direkt das Wort Kontor durch den Kopf. Und mein Guide war auch noch stolz darauf, dass alles so alt ist (we use wood fire! Since 1941!). Aber nun ja, er findet auch Hitler gut (weil der gegen die Briten war)…

Bedeutend besser war der Besuch des Spice Gardens. Es ist unglaublich, was hier alles wächst und wieviel Heilkraft in den Planzen steckt… Hab natürlich alles schon wieder vergessen – aber es wächst halt auch kein Kardamom im nicht vorhandenen Garten.

Und dann, dann ging es zu Fuß für drei Tage in den den Periyar National Park. Da wohnen 50 Tiger, etwa 100 Leoparden, ein paar Bären, viele Elefanten und noch mehr Bisons, Wildschweine und anderes Getier. Von den Tigern haben wir nur Pfotenabdrücke gefunden, für die Leoparden interessiert sich niemand und an den Elefanten waren wir (praktischweise durch einen Graben geschützt) ganz schön nah dran… Außerdem ist noch etwas unglaubliches passiert. Es hat nämlich geregnet. In der Trockenzeit. Am ersten Nachmittag (ein paar Minuten nachdem wir im Camp angekommen waren) und dann die ganze Nacht durch. Ein Traum! Mein erster Regen seit November (wenn es da geregnet hat?!)! Wie gut es gerochen hat… Und die Luft hat abgekühlt… Und die Wolkenformationen waren wunderschön… Gruppe, Guides und Koch waren auch super – der Tiger Trail kommt in die Top 10 Reiseerlebnisse!

Habe die autofreien Tage sehr genossen und war wenig angetan von der Vorstellung, 7 Stunden im Bus die Kurven (diesmal nach unten) entlang zu jagen. Aber: auf der letzten Fahrt habe ich tatsächlich einen Busfahrer erwischt, der kein Problem damit hatte andere Fahrzeuge überholen zu lassen, die Hupe kam kaum zum Einsatz und wir sind gemütlich durch die wunderwunderschöne dschungelige-Teeplantagen-Staudamm-Palmen-Welt gefahren. Hätte noch mehr Spaß gemacht, wenn ich die 3er Sitzbank (ich bin schon zu breit für einen Sitz) nicht noch mit einer dicken Inderin und abwechselnd „normalen“ Inderinnen hätte teilen müssen. Und von dem Staub, der durch die offenen (Wind!!) Fenster hereinweht, fangen wir erst gar nicht an 🙂