Es sollte so entspannt werden. Mein Maharaja-Hotel mit Pool (der Poolboy hätte gewedelt! Ich war aber mit einem Bier zufrieden.) und vorher ein netter Ausflug in die Berge… Begleitet wurden die Tage aber von depressiven und Wut-Anfällen. Mir wurde bewusst, dass ich jegliches Vertrauen in Menschen verloren habe, was ich sehr traurig finde.

Die Wahrheit ist nämlich nicht so wichtig, wenn alternative Fakten ein (besseres) Geschäft versprechen. Es sind die üblichen Punkte (Der Markt hat am Sonntag nicht offen, du musst jetzt hin oder not tourist price, Indian price!) bei denen, die offensichtlich was von einem wollen (wie Tuktuk-Fahrer). Bei den anderen, die mich ansprechen, kann es auch ein paar Sätze dauern, bis sich dann herausstellt, dass sie ein Geschäft haben / Taxifahrer sind / als Guide arbeiten / dringend Kontakte in Europa brauchen / Geld wollen … Und wenn man an der Palastseite entlang geht und 47x gefragt wird, ob man eine Kokosnuss/Postkarten/Tuktukfahrt/Zuckerwatte/Armreifen/Ananas/Banenen/Zuckerrohrsaft möchte, ist das ebenfalls anstrengend. Dazu noch 8x Mam, your country?
Also möchte ich mit gar keinem Inder mehr sprechen – und verpasse dadurch aber natürlich sehr viele spannende Gespräche.

Und wenn man sich einen Fahrer für einen Tag hat anschwätzen lassen, der kein Englisch spricht und einen dann zu … ähm… Sehenswürdigkeiten bringt, die genau eine (In Ziffern: 1) Bewertung bei TripAdvisor (ein Stern) haben, dann ist das auch lustig, aber vor allem anstrengend. Er wurde mir als safe driver empfohlen. Das Bewertungskriterium ist vermutlich Anzahl Hupen pro Minute. Da waren wir auf jeden Fall auf der sicheren Seite! Wenn dann was passiert ist der andere Schuld, man hat ja angezeigt, dass man „da ist“.

Oder auch hier im Vier Sterne-Hotel. Alle Angestellten (und es gibt seeeeeeeehr viele!) sind äußerst freundlich und serviceorientiert. Das bedeutet, wenn man im Empfangsbereich stehend nach einer Flasche Wasser fragt, dann ist es unmöglich, dass man sie sofort bekommt. Nein, sie wird einem natürlich aufs Zimmer gebracht. Aber das kann/darf/soll natürlich nur der designierte Wasser-aufs-Zimmer-Bringer. Bis der informiert ist, Wasser gefunden hat UND es bis zu meinem Zimmer geschafft hat, kann ein bisschen Zeit vergehen… Oder der Auftrag geht verloren und er kommt gar nicht. Diese völlig übertriebene und oft sinnfreie Arbeitsteilung ist ein Relikt des Kastensystems und öfter zu beobachten.

Zu Beginn meines Kaffeeplantagen-und-Berge-Ausflugs (der mit dem Fahrer) nach Coorg bin ich etwas in Panik verfallen, dass ich ja gar nicht mehr viel Zeit habe. Mein eigener Countdown verriet mir dann aber, dass es noch 28 Tage bis zum Maledivenflug sind. Ja, dann!! Mit sinkender Stimmung kippte auch das (waaaas, noch 4 Wochen in diesem Land!?!). Nicht mal die Pedi-/Maniküre hat geholfen – es war nämlich die schlechteste meines Lebens.

Ah, und habe ich erwähnt, dass so ein Tagesablauf mit Fitnessstudio am Morgen, Frühstückbuffett (Waffeln! haufenweise frisches und geschnittenes 🙂 Obst! leckeres Müsli, kein gebratener Speck :)), auf dem Balkon sitzend verdauen, sonnen und lesen am Pool, bisschen Sightseeing und Abendessen im kerzenerleuchteten Innenhof gar nicht so schlecht ist? Mit meiner ToDo-Liste bin ich natürlich nicht durch gekommen. Die Fotosituation ist weiterhin schlecht, Skifahren im März ungebucht, Nowhere-Barrios nicht recherchiert und auf den Malediven ist auch nichts gebucht)

Und jetzt vielleicht doch noch ein Wort zu Mysore. Die Stadt hat einen Märchenpalast. Wirklich wunderschön. Und für indische Verhältnisse und die Größe ist die Stadt entspannt und sauber. Außerdem gibts ein bekanntes Yoga-Zentrum, aus diesem Grund sind die meisten Westler hier und you make Yoga? ist die zweite Frage, die man gestellt bekommt (nach: Mam, your country?). Mein völlig unerwartetes Highlight war der Devaraja-Markt (schon wieder ein Markt?! Davon hab ich jetzt auch genug gesehen…). Und da stand ich dann in der „Blumenabteilung“ und es war ein Fest für die Augen und die Nase. Es roch soooo gut!