Schon in Varansi wurde mir erzählt, dass ich unbedingt nach Hampi muss. Habe es eingeplant, ohne zu wissen, was das/dort eigentlich ist. Und: Es war im 15. Jahrhundert quasi die Hauptstadt des Subkontinents und hieß Vijajanagar. 500.000 Menschen brauchten natürlich viele Tempel und ein wichtiger Herrscher auch ein paar Paläste. Gab es alles. Heute gibt es auf 26 Quadratkilometern nur doch Ruinen davon zu sehen. Und der Ort… naja… Viel ist nicht davon übrig. Was ist also so toll an Hampi?

Schwer zu benennen. Die Tempel fand ich wenig beeindruckend, aber … dieses Setting! Ein Fluss, saftig grüne Reisfelder, Banenenplantagen, Palmen und dazwischen tonnenweise Riesenboulder und wüstige Abschnitte. Die Tempelruinen fügen sich fließend ein. Über allem ein leichter Schleier, der das Licht so sanft macht…

Außerdem wahrscheinlich die Ruhe und Abgelegenheit. Zumindest theoretisch. Praktisch war ich ausgerechnet zu Sankranti dort. Ein Fest, das örtlich unterschiedlich begangen wird, was Mythologie und Zeremonien angeht. In Karnataka ist es zu Ehren Shivas – dem der einzige noch „funktionierende“ Tempel im Ort gewidmet ist – was Hampi zum Sankrankti-place to be macht. Auf der Plusseite hieß das: es gab sehr schöne kolams zu betrachten und zu fotografieren. Negativ: INDISCHE MENSCHENMASSEN!, die aus ihren Dörfern nach Hampi gepilgert sind und einfach überall waren. Und jeder hatte das Bedürfnis uns anzuquatschen (Whats your name? Which country? Selfie, selfie!!) oder zumindest anzustarren (oder „heimlich“ Fotos zu machen). Es haben jetzt sehr viele Inder Hampi-Fotos mit Eli, nur ich selber nicht.

Das war also anstrengend, glücklicherweise war der Spuk nach einem Tag vorbei. Und dann war da ja noch die schöne Landschaft! Gut, dass Zug und Hotel für danach schon gebucht waren, ich wäre Hampi sonst womöglich auch erlegen. Auch, weil man sich hier so leicht zu Hause fühlt. Fast alle kommen aus Goa hierher, das heißt es gibt viele Touris und im kleinen Ort trifft man sich ständig wieder (oder lernt sich kennen). Ist sehr gesellig.

Hampi-Tipps:

  • Besichtigung der Tempel ist von der „Hauptseite“ aus einfacher. Nördlich des Flusses ist es so schön entspannt, dass Tempel anschauen keine Priorität mehr hat…
  • jetzt würde ich auf der nördlichen Seite wohnen und die Tempel und Umgebung mit einem Roller erkunden.
  • das Special Curry im Mango Tree. Und die besten Lassis haben sie auch noch. Göttlich.
  • Ganesh hat eine Bialetti!!
  • bei so vielen Bouldern ist die Szene natürlich nicht weit. Ich war allerdings noch nicht mal zum Essen im Goas Corner, wo alle Kletterer wohnen
  • Die Straße, die vom See zur Rückseite vom Monkey Tempel führt, sollte man entlang wandern oder gaaaanz langsam entlang rollern. Sie ist der Inbegriff der Landschaft.