Heute ist Tag 57 vs. verbleibende 48 Tage bis Ankunft in Deutschland. Leicht verspätet, aber unterstützt durch unendliche Zugfahrten (Bericht folgt) und Goa-Strandtage ist das Resumé fast von allein entstanden. Mein Hirn verarbeitet…

Bisheriges Fazit:

Es fühlt sich schon lang an. Nepal ist Lichtjahre her! Dabei ist die Einreise nach Indien morgen einen Monat her. Und es ist immer noch soviel Zeit übrig, dass ich noch nicht haushalten muss und entweder-oder-Entscheidungen anstehen. Und ich jetzt einfach mal eine Woche in Arambol bleibe. Traumhaft!!

Ich freue mich, wie gut ich mit mir klar komme. Ich wälze keine Gedanken, ich kann einfach sein. Meine introvertierte Seite freut sich sehr. Es gab einige Tage, an denen ich definitiv nicht auf 10.000 Wörter pro Tag gekommen bin. Gleichzeitig bin ich auch mit individuellem Kontakt Richtung Heimat sehr sparsam (sorry!), aber auch das passte oft gefühlt nicht. Ich fühle mich nicht einsam, sondern genieße es immer noch, selber zu entscheiden was ich als nächstes und jetzt mache. Und vor allem rede ich lieber mit niemanden, als ein bescheuert-dummes und/oder Floskel-Gespräch zu führen. Befürchte allerdings, dass ich durch voreiliges Urteilen die ein oder andere Chance durchaus verpasst habe.

Was ich nicht vermisse ist – Überraschung – arbeiten und die Arbeit.

Was ich vermisse sind gute Gespräche.
Und dass andere mit guten Ideen um die Ecke kommen.
Und Sport.
Und die WG.
Und nicht konstant in einem alert-Modus sein zu müssen.

Erschreckend war die Erkenntnis, dass ich in Indien bisher noch nichts so richtig schön fand. Irgendwas war immer – zu viel Verkehr, zu viel Müll, unsinnige Bürokratie, nervende Verkäufer und (das Vielreiseproblem) dass ich das meiste woanders dann vielleicht doch schon in „besserer“ Form gesehen habe.

Was das Schönste ist/war? Die bunte Kleidung der Frauen. Ich kann mich nicht sattsehen. Vielleicht muss ich doch noch ein paar Stoffe kaufen… (Unnützes Wissen: ein Sari besteht aus 5,5 m Stoff. Einheitslänge.)

Was anders ist als gedacht: siehe den Mangel unter „schön“.
Und: ich bin viel weniger zum Lesen gekommen, als erwartet. Dafür habe ich sehr gute Bücher gelesen. Noch jemand Tipps für mich?
Es gibt noch viel mehr Kühe als gedacht in Indien und ich muss sie immer noch fotografieren.
Ich hatte noch keinen Durchfall. Toitoitoi!!

Was nicht anders ist als gedacht: Die letzten Tage haben jede Menge Ideen für dieses Jahr hervor gebracht :). Wer hat Lust auf Abenteuer?
Dafür, dass Smartphone-Datenpakete nur in 4G verkauft werden, ist Wlan hier (fast) überall ganz schön schlecht.

Und was bedeutet das für die verbleibende Zeit?

Da ich von hier aus weiter in den Süden möchte, wird sich von alleine recht viel ändern. Während der Norden kulturlastig ist, ist der Süden naturlastig. Ein paar Tempel und Paläste wird’s zwischendurch auch geben, schon klar. Meine Augen freuen sich auf mehr Grün, meine Ohren auf weniger Hupen. Soweit die Hoffnung 🙂

Gleich bleibt, dass, sobald ich Goa verlasse, wieder Komplettkörperbedeckung angesagt ist, temperaturunabhängig.

Mehr Lesen 🙂

Und mehr Obst essen.

Aufgrund der „schön“-Sache habe ich beschlossen, die Reise nicht in Indien zu beenden (hatte die Andamanden im Visier), sondern über die Malediven zurück zu fliegen und noch ein paar Tage zu schnorcheln. Quasi als Belohnung. Mag jemand kommen?