Ich wünsche euch allen ein wunderbares, spannendes und glückliches Jahr 2019!

Den Jahreswechsel habe ich in the most romantic city of India (Lonely Planet behauptet, sich das nicht selbst ausgedacht zu haben) verbracht. Gewissermaßen ist das hier tatsächlich die Perle Rajasthans, ich bin froh, dass es nicht (danke, Indian Railway!) meine erste Station im Staat ist. Noch viel romantischer wäre es übrigens (überhaupt), wenn man den motorisierten Verkehr aus den engen Straßen verbannen würde…

Der City Palace (ich war schlau und am Neujahrsmorgen gleich nach Öffnung dort – da haben die Inder noch geschlafen/gefrühstückt) hier ist übrigens der größte Rajasthans und zudem gibt es viele schöne reichverzierte Häuser. Das besondere ist jedoch der See, um den herum die Stadt aufgebaut ist. Ich finde ihn erstaunlich sauber (es schwimmt fast kein Plastik darin), wenn auch sehr algig (wenig verwunderlich, der See ist flach und es wird sicher viel Mist reingekippt). Im See stehen natürlich weitere Paläste (in einem hat Katy Perry geheiratet) und 5km außerhalb trohnt auf dem Berg noch der Monsoon-Palast. Den Marahanas hier geht es seit Jahrhunderten ziemlich gut.

Hier die Gründungsstory: Auf der Suche nach einem sichereren, besserem Platz für die Haupstadt, die sein Reich vor den Moguln schützt, ist der Maharana (der Chef von Mewar, das ist das hiesige Königreich) vor langer Zeit jahrelang durchs Land gereist. Er traf einen sadhu (heiliger Mann), tief in Meditation versunken. Der Tradition gemäß hat der Maharana sich neben ihn gesetzt – und der sadhu ist überraschend aus seiner Meditation „aufgetaucht“ und hat dem Maharana mitgeteilt, dass seine Familie ewig bestehen wird, wenn er genau hier seinen Palast/Fort errichtet. Gesagt, getan. Die Stadt (Stadt des Udai) ist nach diesem sadhu benannt.
Aktuell, in der 76. Generation, gibt es allerdings Streitigkeiten bezüglich der Nachfolge.

Genau genommen gibt es nicht nur einen See, sondern gleich nördlich anschließend einen zweiten. Und der kann tatsächlich am Ufer entlang umrundet werden. Und die Promenadenteile sind morgens für den Verkehr gesperrt. Amazing! Ich war joggen!!

Und dann war da ja noch Silvester. Die Guesthousefamilie, ein Deutscher, ein holländisch-tschechisches Pärchen und ich haben den Abend zusammen verbracht. Es wurde gemeinsam gekocht und gegessen, wir saßen im Schneidersitz ums Feuer auf der Terrasse und haben uns im sitztanzen geübt. Um Mitternacht haben wir uns auf der Dachterrasse das Feuerwerk angeschaut – das war eher zivilisiert. Um eins war auch bei der letzten Party (alle Guesthouses/Hotels hier Dachterrassen-Restaurants) zwangsweise die Musik aus, sehr angenehm :).

In Udaipur war es tatsächlich so warm, dass ich zum ersten Mal nicht unbedingt um 13 Uhr irgendwo „draußen“ sein wollte. Verrückt! Geschlafen habe ich trotzdem in Fleecepulli und Merinoleggings.

Die drei Tage in der Stadt waren sehr entspannt, ich habe tatsächlich nicht viel gemacht. Und ich war diejenige, die mit Abstand am schnellsten wieder aus der Stadt verschwunden ist. Aber… ich will warme Nächte und weniger Verkehr.

Die Stadt

Udaipur Empfehlungen:

  • zum Sonnenuntergang nicht zum Monsoon-Palast (langweilig), sondern zum Mata Kama Tempel (ist nicht so weit, geht auch ohne die Seilbahn). Viel schönerer Blick
  • Black Pepper Guesthouse. Wirklich mit Familienanschluss
  • Kuchen in der Ginger-Bakery, auf der Nachmittagssonnenseite der Fugängerbrücke
  • Die erste Sonne morgens gibts am Le petit prince bzw. dem daneben auf der anderen Seite der Fußgängerbrücke. Allerdings kein Bohnenkaffee…