… ist das Wort, das Nepal am besten beschreibt. Das tut mir sehr leid, denn es wird dem Land nicht gerecht, aber es IST. ÜBERALL. staubig. Im Himalaya, in Kathmandu sowieso und auch in Pokhara. Das Land braucht Regen – und im Dezember beginnt die Trockenzeit. Die Ladenbesitzer wässern regelmäßig die Straße und gekehrt wird auch ohne Ende, da ist täglich Kehrwoche! Einen hab ich sogar mit Wischmopp und Seifenwasser gesehen.

Was mich am meisten für Nepal eingenommen hat, sind die Menschen. Ich habe mich in keiner Sekunde in diesem Land unsicher gefühlt. Ich bin nie komisch angequatscht worden, ich hatte keine Angst um meine Sachen. Im Dunkeln (ist es ja schon ab 18 Uhr) und auch in Seitenstraßen habe ich kein komisches Gefühl. Freundliches leben und leben lassen ist die Devise. Und da die meisten zumindest etwas Englisch können, ist nett zueinander sein gleich noch viel einfacher.

Das gilt auch für die Hunde. Es gibt viele auf der Straße. Die lassen einen aber in Ruhe, betteln nicht, bellen (normalerweise) nicht und sind einfach da. Wenn man sie streichelt (ich nicht!), laufen sie einem dankbar ein paar Meter hinterher. Und sie liegen und schlafen an den unmöglichsten Stellen (Straße, z.B.) und alle laufen um sie herum/steigen über sie. Sehr entspannt.

Meine Verzweiflungsmomente sind im Kathmanduteil schon durchgekommen. Auf dem Trek hat in Dingboche mal ein Schotte zu Grant über die Lodge gesagt „I love this place, it`s so civilized“. Ich habe verstanden, was er damit meinte (Dinge sind zu Ende gedacht, es war sehr sauber, aber heimelig, …), fand es aber unfassbar arrogant (ich möchte den mal auf über 4000m, ohne Straße und soziale Versorgung leben sehen!). Es wurde aber zu Jans und meinem Running Gag in Kathmandu. Denn in seiner ganzen Friedlichkeit und Reinheit war der Himalaya insgesamt so viel „ziviliserter“ als die Stadt. Nie wieder werde ich mich an Feinstaubdiskussionen in Stuttgart beteiligen. In diesem Smog könnte ich nicht leben. Und der Verkehr – alle Wege von A nach B dauern so lang und sind tendenziell lebensgefährlich.

Auch der Weg nach Pokhara. Was für eine naive Vorstellung von mir, dass der „Touristenbus“ ein modernes Fahrgerät sein könnte (gibts ja sonst auch nicht). Oder, dass die Straße zwischen den beiden wichtigsten Städten des Landes es bestimmt zulassen würde, dass ich Bilder sortiere und Nachrichten tippe… Stattdessen fliegt mir der Kindle ständig aus den Händen. Fitbit wiederum zählt fleißig Schritte, die ich nicht mache (über 10.000). So sehr schaukelt es. By the way: Entfernung 300 km, Gesamtfahrzeit inkl. Stopps 9 Stunden.

Pokhara („so schön am See gelegen mit Blick auf die Berge…“) hat ebenfalls nicht die klarste Luft, ist aber deutlich ruhiger, entspannter und perfekt auf den westlichen Trekkingtouristen eingestellt. Man hat die Qual der Wahl zwischen schönen Cafés (mit gutem Kaffee), Bakeries und vegan-hippen Restaurants. Sähe man die Berge, wäre ich vermutlich versucht, mich den ganzen möglichen Aktivitäten anzuschließen. Trekking sowieso und dann könnte man ja noch Paragliden, raften, …

Unglaublich, dass die Zeit hier schon wieder rum ist. Verlasse Pokhara/Nepal mit zwei weinenden Augen. Zum einen hab ich so keine Lust auf die mind. 7 Stunden Busfahrt zur Grenze (bin lernfähig: Habe jede Menge Hörbücher runtergeladen). Und dann … weiß ich nicht, wie es weitergeht. Also ja, Bus nach Gorakhpur und dann den Zug nach Varanasi. Aber wie lange das insgesamt dauert? Alles was man im Internet dazu findet klingt tendenziell albtraumartig. Bisschen freue ich mich natürlich trotzdem. Es war ja insgesamt die Idee, die Komfortzone etwas zu belasten 🙂

Empfehlungen in Pokhara:

  • Frühstück im Little Windows (gegrillte Tomaten, Wasserspinat, Humus und Baguette…). Aber eigentlich alles zu jeder Tageszeit. Soooooo gut!!
  • Smoothies oder weiteres gesundes Essen in der Juicery