Jan ist nur ein paar Stunden vor mir in Kathmandu gelandet und wir haben die zwei Tage, die ich mir für die Stadt gegeben habe, gemeinsam verbracht.  Er hat den Zeitvorsprung genutzt, um sich über die Sehenswürdigkeiten zu informieren. Außerdem wusste er, wo es den besten Kuchen gibt. Und alle Taxifahrer, potentiellen Guides, Verkäufer und sonstigen Menschen haben immer ihn angesprochen (manchmal werde ich gerne diskriminiert). Insgesamt also ein top Deal für mich!

Leider habe ich doch den Khumbu cough mitgebracht oder viel mehr eine ordentlich laufende Nase. Das nervt ganz schön. Die Halsschmerzen sind nach intensivem Halsbonbon lutschen (ich hab welche in meinem Kathmandu-Rucksack gefunden! Da hatte ich einen sehr hellen Moment beim Packen in Deutschland) wieder verschwunden. Juhu.

Konnte also losgehen mit der Tempeltour. Angefagen haben wir mit einem wichtigen Hindu-Tempel – und haben auch gleich zwei Leichenverbrennungen beobachten können. Unser Guide hat viel für mich Neues berichtet, u.a. auch, dass wenn jemand stirbt, man quasi eine Telefonkette startet und sich umgehend an der Verbrennungsstelle trifft (sofern alle wichtigen Familienmitglieder in der Stadt sind). Deshalb gibts auch keine Trauerkleidung – man kommt ja direkt vom Job/Einkaufen/Sofa/…

Weiter gings in Richtung Buddhismus. Bodnath, eine Stupa, die ich offensichtlich auch schon vom Flugzeug aus gesehen habe (Fotobeweis :)). Hervorragender Platz, um auf einer der vielen Dachterrassen Mittag zu Essen.

Tagesabschluss war Patan. Da hat es mir am besten gefallen. Eigentlich ist es ein Ortskern, in dem ganz schön viele alte Tempel und Gebäude stehen. Und drumherum und zwischendrin wird gelebt. Ich mochte die Atmosphäre dort.

Tag 2 brachte Bhaktapur – so ähnlich wie Patan – und Changu Narayan. Letzteres ist sehr schön gelegen. Außerhalb der Stadt in den Hügeln. Ohne Smog wäre die Bergsicht bestimmt beeindruckend gewesen. Beim Tempel habe ich mich, wie auch am Vortag schon gefragt, wie die (seelische) Reinheit in einer Religion so wichtig sein kann und dann ist alles außenherum so dreckig?! Das hat auch nichts mit den immer noch sehr sichtbaren Erdbebenschäden von 2015 zu tun.

Und obwohl wir ja nicht mal selbst gefahren sind, sondern im Taxi saßen und dann ein bisschen rumgelaufen sind, waren es super anstrengende Tage. Ständig Stau (wir haben versucht zu schätzen, wieviel länger die Staus wohl wären, wenn die Autos und Mopeds in ordentlichen Reihen stehen würden und nicht jeder Zentimeter Platz ausgenutzt wird), keine Luft, viel Lärm. Den Appetit haben wir uns aber nicht verderben lassen…

Und so interessant auch alles war – länger hätte ich nicht bleiben wollen. In Kathmandu leben? Unvorstellbar!

Fotos:

Kathmandu-Empfehlungen:

  • Pumpernickel Bakery – der Käsekuchen… ein Traum! Und das Schokocroissant war besser als 80% derjenigen, die man in Deutschland bekommt
  • im Roadhouse Café trifft man alle Bekannten von unterwegs wieder
  • Salat? Dann Forest & Plate!
  • Patan Durbar Square war meine Lieblingssehenswürdigkeit