Hello!

Die Szeneriebeschreibungen und welchen Berg ich jetzt sehen konnte etc lass ich weg, das kommt dann mit den Fotos. Hier eher die kleinen Auffälligkeiten:

TAG 1, 14.11.2018: NACH TOKTOK, 27irgendwas M

Es geht von Lukla aus erst mal hauptsächlich bergab – da freut man sich direkt auf den Rückweg… Von den uns Entgegenkommenden sah auch keiner wirklich glücklich aus.

Grant und ich haben bei der Teepause Mar und Cristina (die waren auch mit in unserem Flieger) aufgelesen. Damit sind wir zu viert…

Es wird erstaunlich früh dunkel, das hat uns ein wenig überrascht, wir wurden dann quasi vom Weg hinweg von einer Frau aufgesammelt. Wir waren ihre einzigen Gäste und bekamen jeder eine Thermoskanne heißes Wasser zum Duschen. (Gemischt mit kaltem Wasser nach Bedarf in einer Schüssel. Dann mit einem Becher dahin, wo es hin soll :). Das ganze im außenliegenden Dusch-und Toilettenhäuschen. Mit Stirnlampe.)

TAG 2: NACH NAMCHE, 3450 M

Bergauf, bergauf! Es geht aber ganz gut, ich komme klar. Alle Trekkings im Khumbu haben den Weg von Lukla nach Namche gemein. Highlight war vor dem finalen Aufstieg eindeutig diese hohe Hängebrücke. Typisch, mit Gebetsfahnen und traumhaftem Wildwasser weit unten. Wunderschön. Eher anstremgend als schön: Neben Maultier- und Büffelkrawanen (Yaks, habe ich gelernt, gibt es erst weiter oben) sind auch die Menschen in Karawanen unterwegs. Hinz und Kunz gehen zum Everst Base Camp! (EBC)

Namche ist die Hauptstadt des Khumbu und alle sprachen davon, wie städtisch es ist. Das bedeutet aber doch noch was anderes als bei uns. Wir sind in einer einfachen Unterkunft gelandet, wiederum aber mit wunderbaren Hosts. Und ich habe Yaksteak gegessen. Ha!

TAG 3: „ERHOLUNGSTAG“ NAMCHE

Aus Höhenakklimatisierungsgründen verbringt man mind. zwei Nächte in Namche. Wir wollten zum Everest View Hotel und den nebengelegenen Dörfern, den Yeti Kopf anschauen und eben ein paar Hundert Höhenmeter hochklettern, aber tiefer übernachten. Wir haben es geschafft, uns zu verlaufen. Everest haben wir trotzdem gesehen, Mittagessen im Hotel, aber ohne Sicht (und so kalt!), hatten wir auch. Der Yeti ist ausgefallen. Und wir sind am Ende mehr als 15km unterwegs gewesen. Da fiel das Abendessen noch etwas üppiger aus 🙂

TAG 4: NACH DEBOCHE, 3700 M

Es geht lange relativ gerade aus, auf teilweise extrem gut ausgebauten Wegen. Luxuriös und gut, wenn man wegen des Panoramas die ganze Zeit die Kamera vor der Nase hat. Und dann hat auf eknem Bergrücken direkt vor uns noch ein ausgewachsener Tahr (quasi die Himalaya Bergziege) gepost und sein imposantes Fell vom Wind durchwehen lassen. Hach! Bergseitig sind wir alle vor allem von Ama Dablam hin und weg. So ein schöner Berg! Wie gestern war der Morgen wunderbar klar, gegen Mittag sind aber Wolken das Tal hochgezogen. Ohne Sicht macht Bergauf gleich weniger Spaß. Mittags haben wir Ben aus Leicester aufgelesen. Als wir endlich oben in Tengboche angekommen sind, braucht er dringend wine Toilette und Grant will keinen Schritt mehr weiter gehen. Schauen wir Mädels uns das Kloster also alleine an.

Übernachten werden wir heute in Rivendell (ja, das aus Herr der Ringe). Sehr gut organisiert! Wir fünf „betrinken“ uns mit Ingwertee (literweise) und lachen den ganzen Abend Tränen. Altitude Madness.

TAG 5: NACH DINGBOCHE 4350 M

Am Morgen war das Fenster zum ersten Mal von innen gefroren. Bis nach Dingboche ist es nicht so weit. Tatsächlich schaffen wir es heute eine Mittagspause zu machen (hat gestern nicht geklappt). Am Ende des Wandertages geht es noch mal schön laaaaanggezogen bergauf. Im Schneckentempo, versteht sich. Dafür: Das erste Haus links ist eine French Bakery! Da verbringe ich auch den Nachmittag, bei Schokomuffin, richtigem Kaffee und einer Doku über Helicopter Rescue in Nepal. Regt zum Denken an.

Und wir sind bisher in der schönsten Lodge gelandet. Das Leben ist gut… Die Gruppe erweitert sich um zwei Deutsche. Nina hat die drei notwendigen Wochen für Nepal nicht genehmigt bekommen, hat daraufhin gekündigt und wird nach Nepal dann wahrscheinlich ihr Working Holiday in Australien starten…

TAG 6: AKKLIMATISIERUNGSTAG DINGBOCHE, 4350 M

Es ist soweit. Die Höhe hat auch mich erwischt. Nachts viel zu warm im Schlafsack. Dann beim nächsten Aufwachen Kopfschmerzen. Und beim Aufstehen einfach schwach. Der Tag sah vor, auf den 5100m hohen Hausberg zu steigen. Hab ich nicht gemacht, stattdessen gab es Scherze, ob wir einen Elicopter rufen müssen. Aber: Eine heiße Dusche ist wie ein neues Leben! Danach war alles wieder gut. In der Bakery gabs heute Schoko-Erdbeer-Tarte und einen Film über eine Meru-Expedition. Die spinnen doch alle…

Fast alle Lodges werden von Familien betrieben, so auch das Himalaya Culture Center. Beim Frühstück erfahren wir, dass Nuru als Sherpa schon 8x auf dem Everest Summit stand. Und jetzt bringt er mir meinen Milk Tea und mein Porridge. Wir kommen nicht so richtig drauf klar.

TAG 7: NACH CHUKUNG, 4750 M

Wolkenfrei. Absolut wolkenfrei – ein traumhafter Tag! Fast schade, dass es nur 3 Stunden bis Chukung (mein Lieblingsklangortsname) sind. Island Peak strahlt mir entgegen und überall sind Gletscher. Wow.

Habe mich heute morgen von der Crew getrennt. Die bleiben auf dem EBC-Highway, ich hoffe auf etwas weniger Menschen ab jetzt. Auch die Lärmbelästigung durch Helikopter (v.a. Everest Sightseeing, anders kann ich mir das nicht erklären) ist auf einmal weg. Autos gibt es ja schon seit „irgendwo“ nicht mehr. Sitze mittags zwei Stunden mit Melissa aus Holland in der Sonne. Die Lodgeleute waschen neben uns Wäsche. Melissas Thermometer zeigt 15 Grad in der Sonne und 4 im Schatten. Beim Bettlaken wenden (die Wäscheleinen werden missachtet und alles auf die Mauern gelegt) wird deutlich: es handelt sich um Gefriertrocknen. Verrückt. Aber gut, für morgen früh werden -17 Grad erwartet. Die Flüsse sind auch schon dauerhaft überfroren. Neben Höhen- war es bisher auch immer Kälteakklimatisierung…

Trotzdem – eine fantastische Woche! Höhenluft macht hungrig, habe ich festgestellt. Ich kann essen ohne Ende, alles schmeckt hervorragend und die Verdauung macht auch mit :).

Jeden Tag eröffnen sich neue Panoramen und ich bin tief beeindruckt von den Menschen hier. Einfach ist das Leben hier nicht, aber vor allem die Frauen lachen ständig und scheinen immer gut gelaunt. Da fast alle zumindest ein bisschen bis sehr sehr gut Englisch sprechen, kann man hier und da auch selber mit ein Schwätzchen halten.